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Trotz der Niederlage mit Freude dabei: Alex Otto nimmt für den FC Rubin Limburg-Weilburg am HFV-StayAtHome-Cup teil.

e-Sports im NNP-Land

Fußballer beim Kampf mit der Konsole

Mit dem HFV-StayAtHome-Cup ist das erste e-Football-Turnier des Hessischen Fußballverbandes gestartet. Und mit dabei waren auch fünf Teams aus dem NNP-Land: der FC Rubin Limburg-Weilburg, die FSG Gräveneck/Seelbach, der RSV Würges, der SV Rot-Weiß Hadamar und der FCA Niederbrechen.

Die Rückmeldungen der insgesamt 108 Mannschaften aus dem südlichen Verbandsgebiet beim Turnierleiter Sascha Timmas, Social Media-Referent des HFV, seien durchweg sehr positiv ausgefallen. "Es gab keine Komplikationen oder Beschwerden, alles lief fair ab und der Austausch der Teams untereinander war super", resümierte Timmas. Auch die Ergebnismeldungen funktionierten nahezu reibungslos. "Wir mussten nur bei zwei Paarungen nachtelefonieren", so Timmas zufrieden. Mit von der Partie waren am ersten Gruppenspieltag auch gleich fünf Mannschaften aus dem Fußballkreis Limburg-Weilburg, die ihre Fingerfertigkeit an den Konsolen bei der Fußball-Simulation "FIFA20" unter Beweis stellten.

Für den FC Rubin Limburg-Weilburg verlor Alex Otto das Hinspiel gegen die Gamer des FV Bad Vilbel mit 0:3. "Das hätte natürlich besser laufen können, aber es geht ja um den Spaß", nahm der Teamkapitän der "Rubine" die Pleite aber gelassen. Immerhin siegte Mannschaftskamerad Andrey Blichert im Rückspiel mit 3:1 und sorgte somit für einen versöhnlichen Turnierauftakt und hielt die Chancen auf das Weiterkommen in Gruppe F am Leben. "Alles verlief reibungslos, auch wenn wir den Gegner zum Spiel hatten einladen müssen", sagt Otto. Eigentlich ist in den Statuten des Turniers festgelegt, dass das jeweilige Heimteam - in diesem Fall die Wetterauer - die Einladung für die Online-Begegnung versendet.

Erfolgreicher verlief der Start in den Wettbewerb bei der FSG Gräveneck/Seelbach/Falkenbach mit einem Doppelsieg gegen die Kickers 16 Frankfurt in der Vorrundengruppe H. Für die Kombinierten holten Tristan Frühwirth mit einem ereignisreichen 8:4 und Philipp Kohlhauer (4:0) die Punkte. Am kommenden Wochenende trifft die FSG auf den TV Lampertheim, gegen die es dann bereits um das Weiterkommen und damit um die Qualifikation für die K.-o.-Phase geht.

Gemischte Gefühle bei ihrer ersten Performance in diesem Turnier gab es dagegen bei den Spielern des SV Rot-Weiß Hadamar. Allerdings haderten die Fürstenstädter mit dem schlechten Internet. Nachdem Mannschaftskapitän Denis Oriana das Hinspiel gegen den JFV Waldmichelbach/Absteinach mit 3:1 gewonnen hatte, versagte bei David Sembene im Rückspiel die Netzwerkverbindung, weshalb die Begegnung mit 3:0 für den JFV gewertet wurde. "Das ist zwar ärgerlich, kommt aber leider vor", so Oriana, der selbst auch im Privaten leidenschaftlich gerne den Controller zur Hand nimmt und zockt. Der 27-Jährige hat sogar schon an internationalen e-Football-Events teilgenommen und befasst sich seit Längerem mit der Idee, bei einem offiziellen Turnier anzutreten oder etwas zu organisieren. "Ich habe nicht lange überlegt, als die Einladung vom HFV kam. Ein Team hatten wir schnell zusammen", sagt er. 

Neben dem Gaming an sich schätzt der Hessenliga-Spieler aber vor allem den Umgang der Teams untereinander, die sich während der Begegnungen über ein Headset mit Mikrofon auch austauschen können. "Die Kommunikation mit dem Gegner war super. Alle waren total entspannt und fair", so Oriana. "Es ist eine echt coole Sache. Auch die Verständigung mit dem anderen Kapitän darüber, wann gespielt wird, lief total easy. Wir haben schnell einen für alle passenden Termin gefunden." Rein sportlich sieht er sein Team mit David Sembene und Filip Pandza gut aufgestellt. "Ich bin zuversichtlich, dass wir die Gruppenphase überstehen und in die nächste Runde einziehen."

Der Sprung ins kalte e-Sports-Wasser

Gleich zweimal mit einem 2:2-Unentschieden trennte sich der FCA Niederbrechen, für den am 1. Spieltag Pascal Litzinger und Florian Ratschker im Einsatz waren, von ihrem Kontrahenten, der SG Hatzfeld/Eifa. Damit ist für die Alemannen noch alles offen. Sie treffen am nächsten Wochenende auf den SC Rodau und können mit zwei Erfolgen in ihrer Dreiergruppe den Einzug in die K.-o.-Phase fixieren.

Die Zocker des RSV Würges um Teamführer Ben Graf waren am ersten Turnier-Wochenende in ihrer Vorrundengruppe spielfrei und steigen erst am Freitag gegen den FC Gelnhausen ins Geschehen ein.

"Die Idee zur Austragung kam spontan auf, die Planungszeit war dementsprechend kurz. Wir sind also mit der Durchführung des Cups auch ins kalte Wasser gesprungen. Umso besser ist es, zu sehen, dass die Vereine so mitziehen", zieht Turnierleiter Sascha Timmas ein positives Fazit und ist voll des Lobes für die teilnehmenden Mannschaften. "Mit diesem e-Sports-Turnier sind wir am Anfang eines Prozesses. Alles wird sich mit der Zeit noch besser eingrooven. Aber der Start verlief schon echt gut", so Timmas, der sich über regen Austausch mit den Spielern und ihren Teams freut. "Es gab auch schon zahlreiche Anfragen von Vereinen, die gerne helfen wollen, das Turnier weiter zu verbessern. So arbeiten wir beispielsweise gerade daran, ein Logo für den StayAtHome-Cup zu entwerfen. Es ist toll, die Vereine miteinzubeziehen und sie machen zu lassen. Das läuft einfach super, wenn man nicht alles vordiktiert." Yannick Wenig

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