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Kevin Trapp als Stürmer. 2015 erzielte der Torwart beim 6:0 in Seulberg einen Treffer. Es war das bis dato letzte Spiel der Eintracht im Taunus.

DJK Bad Homburg vs. Eintracht Frankfurt

Was Fußballer aus dem Taunus in Spielen gegen die Frankfurter Eintracht erlebten

Immer wieder mal zeigt sich die Bundesligamannschaft von Eintracht Frankfurt im Hochtaunus. So wie am morgigen Donnerstag um 19 Uhr im Sportzentrum Nord-West, wenn es gegen DJK Bad Homburg geht. Für die Vereine, ihre Spieler und viele Fußballfans ist das ein Höhepunkt, von dem man noch nach Jahren redet. Unser Mitarbeiter Wolfgang Kullmann hat einige Kicker aus der Region befragt: Wie war das – damals gegen die Eintracht?

Dass dieses Spiel im Jahr 1970 für die SG Ober-Erlenbach auf dem Wingert-Sportplatz für Gerd Born der Höhepunkt seiner Karriere war, glaubt man ihm gerne. Denn es passiert nicht oft, dass ein Amateurtorwart nur drei Treffer in 90 Minuten kassiert gegen eine Bundesliga-Elf. Und die Eintracht war mit allen Assen angetreten, die da damals hießen: Jürgen Grabowski, Bernd Hölzenbein, Bernd Nickel. Die schwierigsten Bälle hielt Born so bravourös, dass ihn Frankfurts Sportlicher Leiter Jürgen Gerhardt sofort verpflichten wollte. Born lehnte ab. Nur Horst Heese (2 Treffer) und Bernd Nickel (1) konnten ihn an diesem Tag überwinden. Der Endstand war 3:1 für den Bundesligisten.

Das Spiel kam zustande durch die guten Kontakte der Ober-Erlenbacher Vereinsführung. Karl Seeger und Gastwirt Stefan Rupp (der „Ruppe-Karl“) hatten ihre Beziehungen spielen lassen. Gerd Born, bei der DJK Bad Homburg groß geworden, wechselte später zu den Sportfreunden Friedrichsdorf. Dort war er auch Vereinspräsident und lange in führender Position.

Ein DJK-Urgestein, Thomas Wild (44), den alle „Thommy“ nennen, ist einer, der für das Spiel am Donnerstag seinen jüngeren Kollegen Tipps geben kann. Für viele Kirdorfer wird das der Höhepunkt ihrer Karriere sein. „Sie sollen es genießen“ meint Wild, der als Innenverteidiger heute noch aktiv ist, wenn er gebraucht wird. Sogar als Torwart springt er manchmal ein, und auch das macht er gut. 2008 war anlässlich einer Platzeinweihung die Eintracht in Grävenwiesbach zu Gast. Und der dortige TSV 08 hatte sich Verstärkung geholt.

Eine Kreisauswahl lief auf, darunter Wild. Sein direkter Gegenspieler war kein Geringerer als der Frankfurter „Fußballgott“ Alex Meier. Der traf sonst wie am Fließband, aber Thommy ließ nur einen Treffer von ihm zu. Mehr Mühe hatte der Kirdorfer mit dem schnellen Außenstürmer Marcel Heller. „Der lief uns allen davon“, erzählt er. Die Eintracht gewann 11:0.

Als Rolf „Bojo“ Schaller noch lebte – er ist 2016 verstorben – gab er in seiner Gaststätte „Zum Bojo“ in Oberstedten eine Anekdote immer wieder gerne zum Besten: 1981 trat die Eintracht anlässlich der Einweihung des Rasenplatzes des FC Oberstedten im Oberurseler Stadtteil gegen eine Stadtauswahl an. Für Schaller, ein schlitzohriger Stürmer, war es gleichzeitig das Abschiedsspiel. Gleich in den Anfangsminuten „vernaschte“ er den Eintracht-Abwehrspieler Werner Lorant. Der war damals schon, und erst recht später als Trainer, als „harter Hund“ verschrien. Einmal nahm er es hin, ausgetrickst zu werden. Als ihn Schaller allerdings wenig später sogar „tunnelte“, soll Lorant dem Stedter ins Ohr geraunt haben: „Wenn du das noch mal machst, wirst du als Invalide vom Platz getragen.“

Schaller, dessen Vater schon das Eintracht-Trikot getragen hatte, schoss kein Tor. Wer ihn kannte, der weiß, dass das nicht am Einschüchterungsversuch von Lorant lag. Denn Angst kannte „Bojo“ nicht. Die Eintracht gewann klar mit 13:2.

Für Ralf Haub, Ex-Profi, unter anderem auch bei der Eintracht, heute im achten Jahr Trainer der SpVgg 05/99 Bomber Bad Homburg, hatte ein Freundschaftsspiel gegen die Frankfurter Signalwirkung. Das diente sicher seiner Karriere. Anlass war – wie schon im Falle von Thomas Wilds Anekdote – die Einweihung eines Spielfeldes in Grävenwiesbach. Eine Kreisauswahl trat auch damals gegen den Bundesligisten an. Ralf Haub gehörte zu den Amateuren aus dem Taunus, die sich mit den Profis messen durften.

Es muss 1984 oder 1985 gewesen sein. Genaueres weiß Haub nicht mehr, auch das Ergebnis hat er nicht mehr parat. Was ihm im Gedächtnis geblieben ist: „Charly Körbel, Eintrachts Rekordspieler, war mein direkter Gegner. Und ich machte ihm das Leben ganz schön schwer. Irgendwie muss er sich meinen Namen gemerkt haben.“

Über die Bad Homburger „Nullfünfer“ ging Haubs Karriere tatsächlich steil aufwärts. Als ihn die Eintracht dann 1987 verpflichtete – Trainer war Karl-Heinz „Kalli“ Feldkamp – hatte deren Kapitän Karl-Heinz Körbel sicher nichts dagegen. Der Auftritt Haubs in Grävenwiesbach war ihm bestimmt noch in Erinnerung, wie auch den zahlreichen Zuschauern, die damals dabei waren und morgen bestimmt auch in Kirdorf die Frankfurter Eintracht sehen wollen. (kul)

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