Was Fußballerinnen von Fußballern unterscheidet

Bereits im TZ-Interview vom Samstag betonte Maurice Privat, Trainer des 1. FFV Oberursel, den fairen Umgang im Frauenfußball. Den direkten Vergleich bekomme er geboten, wenn er bei Bruder Jerome zuschaut.

Bereits im TZ-Interview vom Samstag betonte Maurice Privat, Trainer des 1. FFV Oberursel, den fairen Umgang im Frauenfußball. Den direkten Vergleich bekomme er geboten, wenn er bei Bruder Jerome zuschaut. Jerome Privat ist Teil des Betreuerstabs beim 1. FFV und selbst Spieler bei der Reserve der Sportfreunde Friedrichsdorf. „Teilweise möchte man im Boden versinken, wenn man mitbekommt, wie Zuschauer von draußen pöbeln“, sagt er.

Bei den Damen herrscht dagegen ein erfrischend positives Klima: Kein Meckern, Mosern und Maulen. Dafür viel gute Laune. Für die sorgte auf der Bank des 1. FFV Ex-Spielerin Chantal Privat, die mittlerweile die U 16 des Vereins betreut und der selbsterklärte „größte Fan“ der 1. Mannschaft ist. Jeder gewonnene Zweikampf wurde von ihr bejubelt, jede gelungene Aktion beklatscht. Diese Atmosphäre überträgt sich natürlich auch aufs Feld.

Während der 90 Minuten im Hochtaunus-Derby musste Schiedsrichter Ferdinand Hnatkow nur einmal Gelb zeigen. Es werde hin und wieder auch bei den Fußballerinnen mal eine Entscheidung in Frage gestellt, sagt der Referee aus Neu-Anspach, der auch bei den Herren pfeift. „Allerdings weit weniger, selbst bei kniffeligen Situationen“, erzählt der souveräne Schiedsrichter, „da wird bei den Männern auch schon mal eine Einwurf-Entscheidung höchst emotional aufgenommen und dann diskutiert.“ In Sachen Fairness und Sportsgeist dürfen sich die Herren der Schöpfung gerne ein paar Scheiben vom Frauenfußball abschneiden. rk

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