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Ein Verbotsschild wurde an einem Sportplatz aufgehängt: Der Amateurfußball muss wegen Corona bundesweit eine Pause einlegen.

Fußball, Hochtaunus

Fußballvereine im Hochtaunus würden auf Zuschauer verzichten

  • vonGerhard Strohmann
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Der Kreisfußballauschuss Hochtaunus hatte die Vereinsvertreter zu einer Video-Konferenz eingeladen. Das Gesprächsthema: verschiedene Szenarien zur Fortsetzung der Saison nach der Corona-Pause.

Damit die Fußballsaison 2020/21 nach dem Lockdown weitergespielt werden kann, sind die Vereinsverantwortlichen aus dem Hochtaunuskreis bereit, auf Zuschauer und die damit verbundenen Eintrittsgelder zu verzichten. Diese Erkenntnis war das eindeutige Votum einer Befragung durch den Kreisfußballausschuss (KFA) Hochtaunus, der am Sonntagabend zu einer Video-Konferenz mit den Funktionären aus den 35 Fußballclubs im Hochtaunus eingeladen hatte.

In der Spitze der virtuellen Zusammenkunft nahmen 86 Personen an diesem Chat teil. Das Ergebnis der Abfrage durch Kreisfußballwart Andreas Bernhardt (Oberursel) war eindeutig. Bis auf den FSV Friedrichsdorf stimmten alle Vereine für eine schnellstmögliche Fortsetzung der Saison ohne Zuschauer (Alternativ-Antworten waren „mit Zuschauern“ und „egal“). Selbst unter dem Vorbehalt, dafür gegebenenfalls auf das Heimrecht verzichten zu müssen, falls der eventuell nicht zu bespielende Rasenplatz eine Austragung nicht möglich macht.

Das sagen die Jugendleiter

Dasselbe Ergebnis ergab die Befragung der Jugendleiter, die im Rahmen der Videokonferenz zu ihrer monatlichen Pflichtsitzung eingeladen worden waren. Einzige Einschränkung: In den Altersklassen U7 bis U11 (G-, F- und E-Jugend) sollte ein Elternteil als Begleitung zugelassen werden, das sich auf dem Sportplatzgelände nach den jeweiligen Hygienevorschriften zu verhalten habe.

„Das habt ihr ganz hervorragend organisiert. Das Ergebnis der Befragung ist auch für uns sehr interessant“, lobte Frank Illing (Hasselroth), der im Vorstand des Hessischen Fußball-Verbands (HFV) als Referent für den Bereich Qualifizierung zuständig ist.

Illing nimmt übrigens heute Abend als Gast an einer weiteren Videokonferenz für die Hochtaunusvereine teil. Ab 18 Uhr lautet das Thema eines Pilotprojekts des HFV „Trotz Corona sicher durch die kalte Jahreszeit“. Bis gestern hatten sich knapp 80 Personen für diese Schulung angemeldet – vorwiegend Trainer und Mannschaftsführer, die als Zielgruppe für diesen Informationsabend gezielt angesprochen wurden.

Re-Start am 15. Januar vorgeschlagen

Interessante Informationen aus erster Hand gab es am Sonntag von Jürgen Radeck. Der Verbandsfußballwart und damit oberste Funktionär für den gesamten Spielbetrieb plädierte dafür, für Januar einen generellen Starttermin festzulegen (zum Beispiel den 15.1.), um eine Gleichbehandlung für wechselwillige Spieler nach Ablauf der Sechsmonatsfrist zu gewährleisten. Wegen der Corona-Pandemie ist diese schon mehrfach verschoben worden.

Radeck schlug den für die Terminplanung zuständigen Klassenleitern zudem vor, zunächst das Spielgeschehen der bis zum Jahresende unterbrochenen Runde abzuarbeiten und gegebenenfalls die für März geplanten Begegnungen an das Saisonende zu setzen. „Mit Nachholspielen im Februar, an Ostern und Pfingsten können wir die Ausfälle kompensieren“, hat er zusammen mit seinen Mitarbeitern bereits entsprechende Szenarien am Reißbrett entworfen.

Erst nach einer Halbserie kann gewertet werden

Voraussetzung für eine Wertung der Saison mit Auf- und Absteigern ist für ihn die Austragung einer kompletten Halbserie. Jeder Verein sollte diesem Konzept zufolge gegen jede andere Mannschaft aus seiner Liga zumindest einmal gespielt haben. Als Beispiel, wie schwierig sich dieses Vorhaben gestaltet, nannte Radeck die Ostgruppe der Fußball-Gruppenliga Frankfurt: „Die Sportfreunde Seligenstadt haben bis jetzt erst sieben Begegnungen ausgetragen, Vereine wie der FSV Bad Orb und der FC 03 Gelnhausen jedoch bereits elf.“

Kreisfußballwart Bernhardt und Kreisjugendwart Dieter Rothenbücher (Steinbach) zogen nach Abschluss der 75-minütigen Video-Konferenz ein positives Fazit. „Wir sind mit dem Verlauf der Sitzung, der Disziplin der Teilnehmer und den Ergebnissen nach unserem Erfahrungsaustausch zufrieden“, sagten sie unisono.

Die virtuelle Zusammenkunft hat offensichtlich den Appetit geweckt auf einen regelmäßigen Austausch mit den Vereinen. Auf Anregung von Thorsten Picha (Friedrichsdorf), Koordinator für Qualifizierung im Fußballkreis Hochtaunus, bietet der KFA ab dem 11. November jeweils mittwochs in der Zeit von 19.30 bis 20.30 Uhr eine Video-Sprechstunde an.

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