Leichtathletik

Fynn Lenzner und Markus Wagenleitner sind die hessischen Lichtblicke

Fynn Lenzner von der TSG Wehrheim und Markus Wagenleitner vom Königsteiner LV erreichen in Heuchelheim Bestmarken. Auch ein Kreisrekord ist fällig.

Eigentlich hatten die hessischen Nachwuchs-Leichtathleten auf die Titelverteidigung gehofft, konnten sie vor ziemlich genau einem Jahr in Vöhringen bei Ulm doch den Ländervergleichskampf der Altersklasse U 16 (W/M 14/15) mit 216,5 Punkten gegen Württemberg (194) und Bayern (176,5) klar gewinnen. In Heuchelheim gab es nun für den Nachwuchs des Hessischen Leichtathletik-Verbandes (HLV) jedoch eine klare Niederlage.

Mit lediglich 167 Zählern war man chancenlos, obwohl sich die beiden Jungs aus dem Hochtaunus, die den Sprung in die Hessenauswahl geschafft hatten, prima verkauften. In toller Form präsentierte sich fast ausnahmslos die Auswahl Württembergs. Sie gewann sowohl bei Mädchen und Jungen. Mit 230 Punkten gelang Württemberg ein überlegener Gesamtsieg vor der Vertretung aus Bayern (197).

Zurück zu den beiden Talenten aus dem Taunus. Fynn Lenzner von der TSG Wehrheim haute gleich im ersten Versuch des Speerwerfens mit beeindruckenden 56,90 Metern mächtig einen raus und holte einen von fünf hessischen Disziplin-Siegen in der männlichen Jugend. Mit dieser Top-Weite fehlten Fynn nur 79 Zentimeter zum Kreisrekord von Jan Felix Knobel (damals LG Friedrichsdorf), der seit 2003 bei 57,69 Metern notiert. Danach war etwas die Luft raus: Zwischen 44 und 49 Metern landete sein Speer.

Fynn ging auch im Stabhochsprung für Hessen auf Punktejagd. Nach elf Sprüngen stand zwar nur der sechste Platz zu Buche, doch seine Höhe von 3,50 Metern stellte eine neue Bestleistung dar. Ende August hatte Hessenauswahl-Kollege Markus Wagenleitner vom Königsteiner LV mit dieser Höhe auch einen neuen Kreisrekord aufgestellt. Nachdem Fynn Lenzner und er selbst ihn in Heuchelheim egalisiert hatten, versuchte er sich an 3,60 Metern. Im dritten Versuch meisterte er die neue Rekordhöhe und wurde Fünfter.

Markus hatte bereits den Weitsprung in den Beinen, der wegen kräftiger Böen wahrlich vom Winde „verweht war“. Obwohl dem Schützling von Coach Philipp Schlesinger im letzten Versuch ein Wind von 2,2 Metern pro Sekunde entgegen blies, verbesserte der Königsteiner mit tollen 5,91 Metern seine Bestmarke um zehn Zentimeter und holte als Vierter drei Zähler für die Hessenauswahl. Erwähnenswert ist, dass Fynn und Markus beide dem jüngeren Jahrgang 2004 angehören, also „M14er“ sind und somit zumeist ältere Gegner hatten.

Einzige Schülerin aus dem Taunus im HLV-Team war Lea Borngräber vom TV Weißkirchen. Die W15erin kam in ihrer Spezialdisziplin Speerwurf (in dieser Saison bereits 37,79 Meter) jedoch nicht richtig in den Wettkampf hinein. Mit lediglich 29,33 Metern fand sie sich auf Rang sechs wieder. Vor dem Speerwerfen betrat Lea sportliches Neuland. Nachdem eine Stabhochspringerin kurzfristig ausgefallen war, musste aus dem Kreis der Hessenauswahl ein Ersatz gefunden werden. Nicht gerade ein einfaches Unterfangen, gehören Hammerwerfen und Stabhochsprung doch vom Bewegungsablauf zu den anspruchsvollsten Disziplinen in der Leichtathletik. Lea nahm die Herausforderung an, meisterte die Anfangshöhe von 1,80 Metern und holte immerhin einen Punkt.

Das hessische Team litt bestimmt auch ein wenig unter der Abwesenheit einiger Leistungsträger vom ASC Darmstadt, des TV Gelnhausen oder der LG Eintracht Frankfurt, die für ihre Vereine bei der Team-DM in Lage (Westfalen) im Einsatz waren. Aus dem Taunus fehlte Kaderathlet Oliver Koletzko (TSG Wehrheim) als sicherer Punktelieferant. Beim dem Weitsprung-Spezialisten schmerzt seit ein paar Wochen die Knochenhaut, so dass der TSG-Athlet verzichtete, um seine Vorbereitung auf die Hallensaison nicht zu gefährden. jp

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