Der Ball geht rein: Justin Kabuya überwindet OFC-Keeper Marvin Gärtner zum 2:0.
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Der Ball geht rein: Justin Kabuya überwindet OFC-Keeper Marvin Gärtner zum 2:0.

OFC-U17 kann der Eintracht im Derby nicht Paroli bieten

Ein ganz „normaler“ Sieg

  • vonRoland Stipp
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Nicht ganz unerwartet setzten sich die B-Jugendfußballer von Eintracht Frankfurt deutlich bei Kickers Offenbach durch. Die A-Junioren der Riederwälder schlitterten währenddessen mal wieder in den Abstiegskampf.

Normalerweise schmecken Derbysiege süß und werden lauthals gefeiert. Gerade in Offenbach gewinnt man als Mannschaft von Eintracht Frankfurt gerne, auch wenn im Jugendbereich inzwischen nicht mehr ganz oben auf dem Bieberer Berg gespielt wird, sondern nur noch auf dessen Südhang am Wiener Ring. Nach dem 6:2 (4:1) der Riederwälder beim Tabellenletzten der U17-Bundesliga Süd/Südwest fiel die Freude beim Sieger aber eher verhalten aus – zu groß war der Qualitätsunterschied zwischen beiden Mannschaften. Derbystimmung konnte da gar nicht erst aufkommen.

Die Eintracht wäre vor an die 300 Zuschauern um ein Haar schon in der ersten Minute in Führung gegangen. Justin Kabuya kam im Fünfmeterraum an den Ball, den er OFC-Torhüter Marvin Gärtner zwischen den Beinen hindurch spitzelte, aber auch am Tor vorbei. Dann trat einmal auch der OFC in Erscheinung, als Jakob Lemmer sich am rechten Flügel durchsetzte und Gentrit Limani im Strafraum suchte, der jedoch von Lucas Burger gut verteidigt wurde (9.).

Dann nahm das Unheil aus Offenbacher Sicht seinen Lauf. Mischa Häuser konnte ungehindert in den Sechzehner ziehen und traf zum 1:0 (13.), ehe ein Konter der Eintracht von der eigenen Eckfahne bis fast auf die gegnerische Torlinie blitzschnell ablief – wo Gärtner patzte und Kabuya das 2:0 ermöglichte (21.). Das 3:0 markierte Sahverdi Cetin nach einem Solo über die halblinke Seite mit einem Innenristschlenzer ins rechts Oben unter die Latte (26.). Der neue OFC-Trainer Leo Caic war in seinem zweiten Spiel da schon bedient. „Die Jungs haben sich am Anfang den Schneid abkaufen lassen, da hatten sie zu viel Respekt“, befand er. Auch der Treffer zum 1:3 durch Lemmer nach einem abgefälschten Limani-Schuss änderte nichts an den Kräfteverhältnissen (32.). Zumal Kabuya nach nur zwei Minuten das 4:1 folgen ließ – wieder ohne große Gegenwehr seitens der Offenbacher.

Im zweiten Abschnitt wehrten sich die Kickers etwas mehr, während die Gäste nicht mehr ganz so zielstrebig auftraten. Eintracht-Trainer Steffen Winter wechselte also aus und lag goldrichtig: Gerade mal einige Sekunden auf dem Platz wurde Malik Karaahmet freigespielt und vollendete konzentriert zum 5:1 (61.). Und auch die Vorarbeit ging zum Teil auf des Trainers „Kappe“, denn er ermutigte den bis dahin in solchen Dingen eher zurückhaltenden Innenverteidiger De Graft Amoah zu einem Vorstoß, den dieser mit einem starken Pass in die Schnittstelle der Offenbacher Viererkette abschloss und damit mit der direkten Torvorbereitung. Danilo Oliveira erzielte dann noch aus 18 Metern das 6:1 (66.), ehe Liridon Krasniqi gegen die nun unkonzentrierte Eintracht-Abwehr zum Endstand traf (70.).

Alexander Schur hat viel gesehen als Trainer und als Spieler. Zum Experten für Abstiegskampf wollte er sich aber eigentlich nicht entwickeln. Doch was bleib ihm übrig? Mit den A-Junioren der Eintracht geht es für ihn in der U19-Bundesliga spätestens nach dem 0:1 (0:0) beim Karlsruher SC wieder ums sportliche Überleben.

Beide Mannschaften waren sich der Bedeutung der Partie bewusst und legten viel Augenmerk auf die Defensivarbeit. Die Eintracht war etwas mehr am Ball, der KSC hatte beinahe die erste Möglichkeit durch Malik Batmaz, der aber am Abschluss gehindert wurde. Auf der Gegenseite ergab sich ebenfalls keine echte Torchance. Je länger das Spiel dauerte, desto klarer wurde: Wem hier ein Treffer gelingt, dem gehören auch die drei Punkte. Und beide Teams waren nah dran. Erst traf Karlsruhes Yannick Becker aus 16 Metern den Pfosten (70.), dann Frankfurts Nelson Mandela Mbouhom (78.). Dann schieden sich die Geister: Während der KSC eine Klärungsaktion per Grätsche zur Ecke gesehen haben wollte, reklamierte die Eintracht ein Foul an Nils Herdt – und bekam den Elfmeter. Mbouhom scheiterte jedoch an Schlussmann Mario Schragl (81.). Dann brachte Florent Muslija einen Freistoß nach innen und Nico Schlotterbeck traf aus fünf Metern zum 1:0 für den KSC (85.). Kurz darauf sah Frankfurts Furkan Zorba „Rot“ wegen einer Tätlichkeit (88.). Er wird dem Team im Abstiegskampf also vorerst fehlen.

(rst)

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