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Die deutsche Jugendmeisterin Jule Behrens wechselt zum Königsteiner LV.

Leichtathletik, Hochtaunus

Geballte Qualität beim Königsteiner LV

  • vonJens Priedemuth
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  • Thorsten Remsperger
    Thorsten Remsperger
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Mehrere deutsche Jugendmeister und Bundeskader-Athleten sind in den Taunus gewechselt: Von den KLV-Neuzugängen ist 2021 einiges zu erwarten. Alle Leichtathletik-Wechsel im Hochtaunus im Überblick.

Hochtaunus – Bei den Leichtathleten ist die Wechselfrist für die kommende Saison abgelaufen. Der Königsteiner LV kann gleich zehn Neuzugänge begrüßen. Darunter hat außer den deutschen Jugendmeistern Jule Behrens (U18/Crosslauf) vom ASC Darmstadt und Sven Wagner (U20/1500 Meter) vom USC Mainz sowie dem 400-Meter-Hürden-Läufer Lasse Schmidt (U18/USC Mainz) auch Mia Haselhorst den Bundeskader-Status.

Haselhorst (bisher LG Eintracht Frankfurt) kommt auf eine Bestleistung im Siebenkampf von 5238 Punkten. Paradedisziplin der U18-Athletin aus Friedberg ist der Hürdensprint. Dort gehört sie auch dem Bundeskader an. 13,88 Sekunden bedeuteten für sie bei der Jugend-DM den fünften Rang.

Eine „Hochkaräterin“ ist Nele Weßel, die aus der Bundeshauptstadt nach Hessen zieht. Weßel (Jahrgang 1999, also U23) war bisher für den SCC Berlin unterwegs. Die Mittelstrecklerin beginnt ihre Ausbildung bei der Landespolizei Hessen (Sportfördergruppe). Weßel, die über 800 Meter eine Bestzeit von 2:05,83 Minuten in der Halle hat, gehörte fünf Jahre lang dem Nationalkader an, hatte zuletzt aber mit Verletzungen und Infekten zu kämpfen. Sie startete schon zweimal bei einer Jugend-EM. Der Name Weßel ist Leichtathletik-Fans ein Begriff. Mutter Kathrin (geborene Ullrich) war 1988 in Seoul Olympia-Vierte und hält immer noch den deutschen Rekord über 10 000 Meter (31:03,62 Minuten).

Wieder durchstarten möchte auch Lene Maurer, die bisher das Trikot des TV Bad Schwalbach trug. Die 20-jährige Dreispringerin – 2018 Vierte bei der Jugend-DM in Rostock – hatte sich eine langwierige Fußverletzung zugezogen, die auskuriert ist. Mit dem Wechsel zum KLV hofft Maurer, die beruflich als Social-Media-Director tätig ist, auf einen sportlichen Motivationsschub. 12,32 Meter ist sie schon gesprungen.

Mit Jessica Grimm trägt nun auch die jüngere Schwester von Top-Siebenkämpferin Vanessa Grimm das KLV-Trikot. Sie hat ihr zweites U20-Jahr vor sich, startete bisher für die LG Reinhardswald. Grimm, die eine Ausbildung im Rhein-Main-Gebiet beginnt, ist eine Allrounderin mit Stärken im Hürdensprint (15,20 Sekunden) und Stabhochsprung (3,20 Meter).

Nicht weit hat es Axel Vajc, der von der HTG Bad Homburg nach Königstein kommt – wenn er im Lande ist. Zurzeit studiert der Kurstädter in Boston. Vajc ist Sprinter. In den Semesterferien soll der 19-Jährige in der Sprintgruppe von Judith Wagemans andocken. Vajc wurde durch muskuläre Probleme ausgebremst. Er konnte seine Fähigkeiten noch nicht voll abrufen. Die in den USA gezeigten Trainingswerte lassen auf 100-Meter-Zeiten unter 11,10 Sekunden für den BWL- und Informatik-Studenten hoffen.

Auf den Mittelstrecken möchte Youngster Niklas Steffens (USC Mainz) weiter nach vorne stürmen. Der „M15er“ kam 2019 als Quereinsteiger vom Kampfsport zur Leichtathletik. In seiner ersten Saison unterbot er auf Anhieb die Normen für den Landeskader. Seine Bestzeit von 2:05,19 Minuten über 800 Meter liegt unter dem Kreisrekord. Um in seinem ersten Jahr in der U18 noch leistungsorientierter trainieren zu können, wird der Zehntklässler dreimal pro Woche mit der Gruppe von Kader-Coach Benjamin Stalf auf die Bahn gehen. Hinzu kommen weitere Einheiten daheim in Heidesheim.

Das Wurfteam der TSG Wehrheim um Trainer Adrian Ernst verstärkt Jenny Patrovsky, deren Paradedisziplin das Diskuswerfen ist. Patrovsky (Jahrgang 2000) kommt von der LG Eintracht Frankfurt und gehört auch nächstes Jahr noch der U23 an. Die Studentin hatte in dieser Saison ihre beste Platzierung als Dritte bei den hessischen Winterwurfmeisterschaften und trainiert schon seit Oktober in Wehrheim mit. Mit ihrer Weite von 41,77 Metern wird sie in der Landesstatistik der Frauen auf Rang fünf geführt.

Zwei Zugänge gibt es beim MTV Kronberg. Von Spiridon Frankfurt wechselt Natascha Schmitt (W30) in den Taunus. Die Triathlon-Trainerin wird von Zeit zu Zeit das Laufteam verstärken. Obwohl zuletzt nicht mehr so oft bei Wettkämpfen in Erscheinung getreten, sollten 10-Kilometer-Zeiten im Bereich von 40 Minuten für die Schloßbornerin möglich sein.

Vom Triathlon zum Laufen ist mittlerweile Julie Jungblut gewechselt. Sie wird den MTV aus der Ferne von ihrem Studienort Bonn unterstützen. Die 22-jährige Königsteinerin war 2016 von den Lesern der Taunus Zeitung zur Sportlerin des Jahres gewählt worden. Sie möchte nach einer studienbedingten Wettkampfpause bei ihrer 3000-Meter-Bestzeit (10:17,99 Minuten) nach Möglichkeit demnächst eine „Neun“ vorne stehen haben.

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