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Jeffrey Schmidt dreht ab und strahlt über das ganze Gesicht: Hinten zappelt der Ball nach seinem Schuss zum 1:0 im Netz.

Fußball, Kreisoberliga Hochtaunus

Geburtstagskind Jeffrey Schmidt beschenkt sein Team

Eintracht Oberursel baut durch den verdienten Erfolg im zweiten Oberurseler Stadtduell des Spieltags in der Fußball-Kreisoberliga ihre Serie aus. Der FC Weißkirchen verliert den Anschluss.

Nach 74 Minuten hat Eintracht Oberursels  Jeffrey Schmidt Feierabend. Unter dem Applaus seiner Mitspieler und der Anhänger verlässt der Matchwinner das Spielfeld und lässt sich erschöpft auf die Ersatzbank fallen. Mit zwei Toren hat der großgewachsene Offensivspieler maßgeblich zum 4:0 (2:0)-Sieg seines Teams in der Fußball Kreisoberliga Hochtaunus beim FC Weißkirchen beigetragen. Aber nicht nur die Eintracht hatte Grund zum Feiern, sondern auch Schmidt selbst. Denn er wurde am Sonntag 24 Jahre alt.

"Es war super, ich bin überglücklich", urteilt Schmidt nach der Partie. "Ich habe alles gegeben, und auch das Team hat mich gestärkt." Nach einer langen Verletzungspause und einem durchwachsenen Saisonstart schenkte ihm Eintracht-Coach Mehmet Cetin dennoch von Beginn an das Vertrauen. Und es zahlte sich aus. "Ein saustarkes Spiel an seinem Geburtstag", lobte der Trainer seinen Schützling. "Die Meter, die er gemacht hat, waren für uns als Team wichtig."

Und tatsächlich war Schmidt an nahezu jeder vielversprechenden Offensivaktion der Oberurseler beteiligt. Nach feinem Pass von Murid Escandar war es Schmidt, der mit einem satten Schuss aus spitzem Winkel den Führungstreffer für die Gäste aus dem Norden der Stadt erzielte (15.). In einem gerade anfangs hitzig geführten Derby übernahmen die Gäste nach dem Treffer aber immer mehr die Kontrolle und erarbeiteten sich viele Chancen. Nur fünf Minuten später hatte Levi Ofoe bereits die Chance auf das zweite Tor, doch er scheiterte am stark reagierenden Weißkirchener Torwart Dominic Grossmann. Eintracht Oberursels Top-Torschütze Henri Bohdal verfehlte nach rund einer halben Stunde nur um Zentimeter den Pfosten. In der 38. Minute war es dann erneut Schmidt, der nach einer präzisen Ecke mit dem Kopf zum zweiten Mal traf. Von Weißkirchen sahen die Zuschauer lange nichts, erst kurz vor dem Halbzeitpfiff wurde es erstmals halbwegs gefährlich.

In Hälfte zwei machten die Gäste schnell den Sack zu. Nach einem Freistoß von Gaszmend Grajcevci musste der völlig freistehende Ofoe nur noch den Kopf hinhalten und konnte auf 3:0 erhöhen (49.). Bezeichnend war die 53. Minute. Schmidt bekam den Ball kurz vor der Mittellinie und konnte ohne große Gegenwehr bis zum Strafraum des FCW durchmarschieren. Er scheiterte erst an Torwart Grossmann. Kurz vor Schluss setzte der eingewechselte Drilon Grajcevci dann nach abseitsverdächtiger Vorarbeit den 4:0-Schlusspunkt.

"Ein Lob an die junge Truppe", erklärte ein zufriedener Cetin, der gegen Ende der Partie mehreren Stammkräften eine Pause gönnte. Denn bereits morgen steht mit dem Nachholspiel gegen den FC Oberstedten Teil zwei der Stadtderbys auf dem Programm. Die Partie wurde wegen der schlechten Platzverhältnisse im Stedter Tannenwald auf den Kunstrasen am Oberurseler Eschbachweg verlegt.

Beim FC Weißkirchen hingegen war die positive Stimmung der letzten Spiele erstmal dahin. "Wir haben verdient verloren", erklärte Trainer Stelios Doukas, der nach dem Abpfiff noch länger analysierend am Spielfeldrand verweilte. "Wir hatten über 90 Minuten keinen Zugriff." Der FCW hat als Letzter nun schon neun Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz. Eintracht Oberursel hingegen ist seit fünf Spielen ungeschlagen und klettert auf Platz acht. Dies sollte im Anschluss noch mit einer Kiste Bier auf Kosten des Geburtstagskindes gefeiert werden.

BJÖRN HAHN

EFC Kronberg – SG Eschbach/Wernborn 4:2 (2:0): Die Gastgeber, gestärkt durch den Erfolg im Kreispokal-Viertelfinale gegen den Gruppenligisten DJK Bad Homburg, übernahmen gleich die Initiative. Nach einer Flanke war Calogero Torsiello zur Stelle und köpfte ein. Der EFC erhielt den Druck aufrecht, und wieder nach einer Flanke war man erfolgreich, diesmal staubte Krzystof Kopylowicz ab. Nach dem Seitenwechsel fielen die Kronberger in ein kleines (Leistungs-)Loch, und mit einem feinen Freistoß aus 23 Metern durch Patrick Gilles stellte der Aufsteiger auch den Anschluss her. Simon Hoffmann und nochmals Kopylowicz machten aber alles klar für den dritten EFC-Sieg binnen einer Woche. SG-Akteur Ergin Cakar vergab in der Endphase noch einen Foulelfmeter. „Nach dem 2:1 haben wir aber wieder mehr Gas gegeben. Das Ergebnis geht in Ordnung, wir waren die klar bessere Mannschaft“, sagte Co-Trainer Florian Kiekheben-Schmidt. Er vertrat Tobias Fleck, der an diesem Tag Vater wurde. Glückwunsch!

Tore: 1:0 Torsiello (21.), 2:0 Kopylowicz (36.), 2:1 Gilles (60.), 3:1 Hoffmann (74.), 4:1 Kopylowicz (80.), 4:2 (85.).

SG Ober-Erlenbach – Teutonia Köppern 0:2 (0:2): Auch in Ober-Erlenbach stellten die Gelb-Schwarzen ihre Abwehrstärke unter Beweis. 19 Gegentreffer in 13 Partien, dies ist Ligabestquote. „Wir standen absolut sicher, die Erlenbacher kamen nicht durch“, konstatierte Teutonia-Pressewart Werner Steuer. In der von Schiedsrichter Mark Uffelmann sicher geleiteten Partie nutzte Tim Junghahn eiskalt die Chance zum 0:1. Sehenswert war das zweite Tor, als Kevin Hillner und Dominik Bauss fleißig kombinierten und Fabian Bannert erfolgreich den Abschluss suchte. Kurz darauf wäre ihm beinahe sogar sein sechstes Saisontor gelungen. Nach der Pause riss die SGO die Initiative an sich und hatte im Mittelfeld Vorteile. Zwingende Chancen konnten sich die Grün-Weißen bei ihrer dritten Heimniederlage aber nicht herausspielen. Auf der anderen Seite vergaben Bannert und Marcel Kötter Konterchancen.

Tore: 0:1 Junghahn (11.), 0:2 Bannert (30.).

FSG Weilnau/Weilrod/Steinfischbach – SV Seulberg 1:0 (0:0): Es lief die letzte Minute, da bündelte Jonas Heilhecker noch mal all seine Kräfte, flankte in den Strafraum – und Yannick Dietrich köpfte aus sieben Metern präzise ein. Entsprechend erleichtert war FSG-Vorstand Armin Klimmek: „Der Sieg ist hochverdient. In der zweiten Halbzeit war das ein Spiel auf ein Tor.“ Und dies gelang der Fußballspielgemeinschaft in Unterzahl. Nach 40 Minuten hatte Jan Philipp Schwieder die Rote Karte gesehen, als er eine Entscheidung des Schiedsrichters kommentierte. Zwei Minuten vor dem Ende musste auch SVS-Akteur Alexander Köhne vom Feld – wegen wiederholten Foulspiels. „Die Seulberger haben enttäuscht, es gab von ihnen nur zwei Torschüsse“, sagte Klimmek und zählte aufseiten der FSG zehn gute Gelegenheiten. Pech für die Gastgeber: Torjäger Louis Presle (13 Treffer) musste wegen einer Muskelverletzung bereits nach einer Viertelstunde vom Feld.

Tor: 1:0 Dietrich (90.).

SGK Bad Homburg – SG Eintracht Feldberg 5:0 (2:0):  120 Minuten und ein verlorenes Elfmeterschießen steckten noch in den Knochen. Doch das Pokal-Aus gegen den Gruppenligisten SF Friedrichsdorf verkrafteten die Kirdorfer bestens und ließen dem Aufsteiger keine Chance. „Das war ein Zeichen. Die Einstellung und der Wille haben von der ersten bis zur letzten Minute gestimmt“, drückte Bad Homburgs Trainer Vladimir Todorovic seine Zufriedenheit aus. Eghosa Osagie avancierte zum herausragenden Akteur. Mit Pressing erzwang er die Führung. Dann wurde der Stürmer im Strafraum gefoult; Emre Yilmaz verwandelte zum 2:0. Und den letzten Treffer von Julian Schmidt bereitete Osagie vor. Bemerkenswert: Erstmals in dieser Saison blieb die SGK ohne Gegentreffer. Für die SGE war es bereits die vierte Niederlage in Serie.

Tore: 1:0 Osagie (17.), 2:0 Yilmaz (26./FE), 3:0 Yilmaz (50.), 4:0 Eltayeb (68.), 5:0 Schmidt (69.).

SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach – SG Oberhöchstadt 3:4 (2:2):  Zwar erzielte er zwei Treffer. Doch es hätten einige mehr werden können für Patrick Hildebrandt. So vergab der SGWP-Goalgetter beim Stand von 2:2 kurz vor der Pause eine hundertprozentige Chance und nach dem Seitenwechsel zwei gute Gelegenheiten. Und kurz vor Schluss scheiterte Hildebrandt an Daniel Ernst, es wäre das 4:4 gewesen. „Der Oberhöchstädter Torwart war überragend“, betonte SGWP-Vorstand Volker Ketter. Beide Teams agierten sehr offensiv, entsprechend fiel die Trefferbilanz überdurchschnittlich aus. „Oberhöchstadt war effektiver, kaltblütiger als wir“, stellte Ketter den entscheidenden Unterschied heraus.

Tore: 1:0 Brinkmeier (19.), 1:1 Steier (17.), 1:2 Muth (24.), 2:2 P. Hildebrandt (41.), 2:3 Racek (62.), 2:4 Muth (63.), 3:4 P. Hildebrandt (85.).

STEFAN FRITSCHI

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