Er war gestern ganz nah dran an der 2:1-Führung für den TTC OE Bad Homburg: Lev Katsman. Foto: strohmann
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Er war gestern ganz nah dran an der 2:1-Führung für den TTC OE Bad Homburg: Lev Katsman.

Tischtennis, 1. Bundesliga

TTC OE Bad Homburg: Gegner geärgert, aber nicht besiegt

  • Thorsten Remsperger
    vonThorsten Remsperger
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Bundesligist TTC OE Bad Homburg wird erneut nach einer 1:3-Niederlage gelobt. Am kommenden Wochenende ist der Aufsteiger gleich zweimal im Einsatz.

Bergneustadt -Die unmittelbaren Reaktionen auf Sieg und Niederlage sprechen manchmal Bände. Stefan Fegerl hat als Tischtennis-Profi schon einiges mitgemacht, beispielsweise mit der österreichischen Nationalmannschaft vor fünf Jahren den Titel des Team-Europameisters errungen. Dass der 32-Jährige jedoch nach einem Matchball auf die Knie fällt, um mit geballten Fäusten die Freude herauszuschreien, kommt nicht so häufig vor. Gestern Nachmittag war Fegerl bei seinem Einsatz für den TTC Schwalbe Bergneustadt so zu beobachten. Auf der anderen Seite lief Lev Katman mit gesenktem Kopf noch ein, zwei Mal im Kreis - wie ein Raubtier, dass denkbar knapp sein Beute verpasst hat - bevor er dem Gegner anerkennend zum Sieg gratulierte.

Mit 11:9 im fünften Satz hatte sich Fegerl, der Favorit, gerade so gegen den 13 Jahre jüngeren Emporkömmling des TTC OE Bad Homburg durchgesetzt. Katsman schien nach den gewonnenen Sätzen drei und vier im psychologischen Vorteil und griff selbst beim Matchball gegen sich noch mutig an. Doch nach dem Duell "Nummer drei gegen Nummer drei" hieß es 2:1 für Bergneustadt und nicht 2:1 für Bad Homburg.

"Wenn Lev gewinnt, bekommt Gustavo für das vierte Einzel nochmals einen Schub", war sich Sven Rehde, Sportlicher Leiter des TTC OE, sicher. Nach dem erwarteten Dreisatzsieg von Benedikt Duda gegen Bundesliga-Debütant Nils Hohmeier hatte Ober-Erlenbachs Nummer eins in seinem ersten Einzel gegen Alvaro Robles stark aufgespielt und dem Spanier im Trikot der Bergneustädter in ebenfalls drei Durchgängen keine Chance gelassen. Weil sich Fegerl gegen Katsman dann aber durchsetzte, musste Tsuboi auch sein zweites Einzel gewinnen, um erneut auszugleichen und das abschließende Doppel zu ermöglichen. In dem hätten die Gäste mit den ehemaligen U18-Europameistern Lev Katsman/Maksim Grebnev sicher nicht die schlechtesten Karten gehabt. Doch Routinier Tsuboi konnte den stark aufspielenden deutschen Topspieler Duda nur in einem von vier Sätzen ärgern.

Apropos ärgern: Genau das wollte der TTBL-Neuling die favorisierten Hausherren möglichst lange, die 2019 die Playoffs erreicht und in der Vorsaison nur knapp verpasst hatten. "Wir haben hier schon einen Eindruck hinterlassen", sagte Rehde nach dem Auftritt im Bergischen Land, "der Mannschaft kann kein Vorwurf gemacht werden." Nein, Spielern wie Maksim Grebnev muss eher ein Lob gezollt werden. Der 18-jährige Russe war für seinen neuen Verein von Sankt Petersburg über Zwischenstopps in Moskau und der Türkei nach Frankfurt geflogen, um erst einmal am Samstag im Oberliga-Team seine Leistung zu bringen. Rehde selbst hatte Grebnev am Samstag im Schwalm-Eder-Kreis abgeholt und nach Köln gefahren, wo sich die Bundesliga-Mannschaft auf das Spiel in Bergneustadt vorbereitete.

Grebnev wird sich in den nächsten Monaten in Deutschland aufhalten, beispielsweise um beim Ranglistenturnier "Europe Youth Top 10" am zweiten Oktober-Wochenende in Berlin anzutreten. Wer weiß, vielleicht feiert der junge Russe zuvor ja im Spiel beim Deutschen Meister 1. FC Saarbrücken (Freitag, 19 Uhr) seinen Einstand für Ober-Erlenbachs "Erste". Schon am Sonntag (15 Uhr) geht es für das Profi-Team aus dem Taunus dann für das Pokal-Achtelfinale zum Zweitligisten TV Hilpoltstein nach Bayern.

TTC Schwalbe Bergneustadt - TTC OE Bad Homburg 3:1:Duda - Hohmeier 3:0 (12:10, 11:7, 11:9), Robles - Tsuboi 0:3 (3:11, 3:11, 7:11), Fegerl - Katsman 3:2 (11:8, 11:5, 6:11, 6:11, 11:9), Duda - Tsuboi 3:1 (11:8, 5:11, 11:6, 11:5).

Grebnev feiert im Oberliga-Team Einstand nach Maß

Der 18-jährige Russe Maksim Grebnev hat am Samstagabend in der Mehrzweckhalle des TSV Besse sein Debüt im Trikot des TTC OE Bad Homburg gegeben. Er führte die 2. Mannschaft in der Tischtennis-Oberliga Hessen zu einem 8:4-Erfolg beim Aufsteiger aus dem Schwalm-Eder-Kreis.

Mit makellosen 6:0 Punkten steht die Reserve des Bundesligisten an der Tabellenspitze und kann den weiteren Aufgaben gelassen entgegenblicken. Die nächste wartet am 11. Oktober um 12 Uhr beim TTC Rot-Weiß Biebrich. "Nach einer langen Anreise aus St. Petersburg und seiner Ankunft nur wenige Stunden vor der Weiterfahrt nach Besse hat er seine Sache sehr gut gemacht", war TTC-Mannschaftsführer Björn Hampl begeistert von Grebnevs Auftritt, der seinen Gegnern Sebastian Pfaff (11:7, 11:8, 11:6) und Krysztof Kaczmarek (11:6, 11:4, 11:5) nicht den Hauch einer Chance ließ.

Ebenfalls bärenstark präsentierte sich im hinteren Paarkreuz Tayler Fox, der seine Bilanz durch die Siege gegen Dirk Mayer (11:3, 11:3, 11:5) und Peter Beck (11:5, 11:9, 11:5) auf 5:1 ausbaute. Komplettiert wurde das Quartett der "Doppel-Punkter" durch Dennis Haberle (Saisonbilanz: 6:0 Siege) und Andreas Gehm (5:1), während Hampl mit seiner eigenen Leistung überhaupt nicht zufrieden war: "Ich habe zu keinem Zeitpunkt zu meinem normalen Spielrhythmus gefunden", ärgerte sich der Kapitän über seine Niederlagen gegen Kaczmarek (0:3) und Pfaff (1:3). (sp)

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