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Für den FSV Friedrichsdorf am Ball und vor dem Tor nicht selten erfolgreich: Francesco Marino.

Fußball

Interview mit Francesco Marino: „Geht ab wie Schmidts Katze“

Torjäger Francesco Marino traut seinem FSV Friedrichsdorf in dieser Gruppenliga-Saison viel zu. Was seinen Lieblingsverein in der Bundesliga betrifft, zögert er noch.

Mit dem FSV Friedrichsdorf steht Francesco Marino aktuell auf dem starken sechsten Platz der Gruppenliga Frankfurt West. Dass der Vorjahresaufsteiger den Klassenverbleib schaffte und in dieser Saison so weit vorpreschen kann, hat auch mit dem 26-jährigen Angreifer mit italienischen Wurzeln zu tun. 21 Treffer erzielte Marino in der Vorsaison und holte sich mit den torgleichen Achraf Gara Ali (FC Neu-Anspach) und Daniel Wolf (damals FC Oberstedten) in der vergangenen Spielzeit die Torjäger-Trophäe der Taunus Zeitung.

Als Fußball-Fan besteht für den Vollblutstürmer (bisher 5 Tore in dieser Spielzeit) momentan ebenso Grund zur Freude, denn sein Lieblingsverein steht in der Bundesliga prächtig da. Welcher Club es dem ehemaligen Spieler des FV Stierstadt und der Usinger TSG seit frühester Kindheit angetan hat, verrät der Torjäger TZ-Reporter Robin Kunze in unserer Entweder-oder-Fragerunde.

Wird der FSV Friedrichsdorf im zweiten Jahr Gruppenliga nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen oder geht der Blick doch eher nach unten?

FRANCESCO MARINO: Wir sind einen Schritt weiter (schmunzelt). Nicht, dass ich jetzt Ärger mit meinem Trainer bekomme, aber die Qualität fürs obere Mittelfeld haben wir auf jeden Fall. Selbst letztes Jahr, als wir fünf, sechsmal ordentlich auf die Mütze bekommen haben, sind wir im Endeffekt relativ sicher dringeblieben.

Was liegt Ihnen persönlich mehr – das Spiel über Ballbesitz zu bestimmen oder doch lieber aus der tiefe über Konter anzugreifen?

MARINO: Auf unserem großen Platz kommen Konter schon gut, da sich immer Lücken ergeben. Zudem haben wir schnelle Leute auf den Flügeln, die den Ball gut nach vorne bringen. Ich finde es mal so, mal so besser. Aber im Kontern geht schon deutlich mehr die Post ab.

Welche Mannschaft hat es Ihnen mehr angetan: Juventus Turin oder Borussia Dortmund?

MARINO: Ich bin von klein auf Borussen-Fan. Meine Mutter meinte mal, das habe mit der Kindergärtnerin, die ich früher so mochte, zu tun. Die war nämlich auch großer Dortmund-Fan. Ich erinnere mich noch gut an das Champions-League-Finale zwischen Turin und Dortmund im Münchner Olympiastadion im Jahr 1997. Wir haben es in großer Runde mit der Familie geguckt, und unter anderem war auch mein Kumpel Enrico La Medica (spielt beim FV Stierstadt, Anm. d. Red. ) dabei. Alle waren für Juve. Außer mir. Ich habe als Einziger gejubelt, als Lars Ricken das entscheidende 3:1 gemacht hat.

Und bei den Nationalmannschaften? Schlägt Ihr Herz für die Squadra Azzurra oder die DFB-Auswahl?

MARINO: Da bin ich dann doch durch meine Familie geprägt und drücke Italien die Daumen. Als Fan hoffe ich natürlich auf den Titel bei der EM 2020. Als Realist glaube ich jedoch, dass es in den nächsten Jahren an Frankreich und auch England kein Vorbeikommen geben wird. Diese Länder haben eine brutal gute Jugendarbeit und könnten gefühlt drei Nationalmannschaften stellen.

Und wie schaut es beim BVB aus – ist das Team unter Lucien Favre schon bereit für den Titel oder kommt das noch zu früh?

MARINO: (lacht) Also, wenn sie die Meisterschaft holen, dann werde ich drei Tage und drei Nächte nicht schlafen. Aber vielleicht kommt das noch ein Jahr zu früh. Sie haben eine super junge Truppe, die abgehen kann wie Schmidts Katze. Aber was die dreifache Belastung in dieser Saison angeht, hat der FC Bayern mit seiner großen Erfahrung im Team den Borussen wohl am Ende noch etwas voraus.

Robin Kunze

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