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Vor dem Tor der SG BW Schneidhain wurde es in der vergangenen Saison öfters gefährlich.

Fußball Hochtaunus

Wie geht’s bei der SG Blau-Weiß Schneidhain weiter?

Null Punkte aus 28 Spielen in der Kreisoberliga hat Schneidhains Fußballer Spott, aber auch Respekt eingebracht. Beim Absteiger gibt es nun eine neue Baustelle. Nach dem Rücktritt Abteilungsleiter Dietmar Möser befindet sich der Verein noch auf der Suche nach einem Nachfolger.

Dass er nicht mehr Abteilungsleiter der SG Blau-Weiß Schneidhain ist, hat Dietmar Möser einigen Fußballfunktionären in der vergangenen Woche per E-Mail mitgeteilt. Mehr wurde seitdem nicht offiziell bekannt. Der Mann, dem die Blau-Weißen viel zu verdanken haben, ist sei Tagen telefonisch nicht erreichbar.

Seit 2009 hatte Möser die Ausrichtung der Fußballabteilung maßgeblich bestimmt. Er hatte großen Anteil an der Gestaltung der neuen Sportanlage mit dem Kunstrasenplatz. Angesichts der vielen positiven Erfahrungen in den vergangenen Jahren liegt es nahe, dass ihm der Abschied nicht leicht fällt.

Wie die Taunus Zeitung erfahren hat, soll Möser die Entscheidung nicht aus freien Stücken getroffen, sondern András Károlyi, Vorsitzender des Gesamtvereins, ihn zum Rücktritt aufgefordert haben. Auf Nachfrage schildert Károlyi den Sachverhalt wie folgt: „Ich habe ihn in einem Gespräch gebeten, er möge ernsthaft und dringend darüber nachdenken, ob er in seinem Amt noch weitermachen sollte.“ Daraufhin habe man sich einvernehmlich und ohne Diskussionen geeinigt.

Die Personalie hat jedoch ein „Geschmäckle“. Károlyi möchte im Jahr 2020 den Vereinsvorsitz niederlegen, und es ist bis dato völlig unklar, wie es im Vorstand des Königsteiner Stadtteilvereins weitergeht. Dass der Vereinboss im nächsten Jahr von seinem Amt zurücktreten wird, bestätigt er. „Das habe ich zuletzt offiziell auf der Mitgliederversammlung verkündet“, sagt Károlyi. Mehr möchte er dazu nicht sagen. Jedoch gibt es Vereinsmitglieder, die es kritisch sehen, dass gerade vor einer solchen Veränderung auf einen langjährigen Helfer wie Möser verzichtet wir.

Im Gespräch mit der TZ wird schnell deutlich, wie wichtig es Károlyi ist, die Verdienste von Möser zu würdigen: „Er war hier sehr, sehr lange dem Fußball verbunden und hat für den Sport sehr viel geopfert. Das ist absolut unumstößlich.“ Mit seiner im positiven Sinne „Sturheit und Energie“ habe er es immer wieder geschafft, Menschen an den Verein zu binden. „Diese Energie habe er zuletzt aber nicht mehr gespürt, sagt Károlyi. Zudem stellt der Vorsitzende heraus, dass er bei einem anderen Verein und einem anderen, weniger verdienten Abteilungsleiter wohl schon die Reißleine gezogen hätte. „Ich denke, Herr Möser wird mir zustimmen, wenn ich sage, dass wir in der letzten Saison nicht kreisoberligatauglich waren“, sagt Károlyi, „bei dem Saisonverlauf wären andere Verantwortliche hochkantig rausgeflogen.“

Zur Erinnerung: Vor der Spielzeit 2018/19 ging der SG BW Schneidhain fast der gesamte Spielerkader verloren. In der Folge trat der Aufsteiger mit einer Mannschaft an, die den Anforderungen in der höchsten Liga des Hochtaunuskreises nicht gewachsen war. Mit null Punkten aus 28 Spielen und einem Torverhältnis von 12:258 Treffern stiegen die Blau-Weißen sang- und klanglos ab.

„Die Mannschaft hat sich trotz der teils verheerenden Niederlagen nie aufgeben, und wir haben überraschenderweise sehr viel positive Presse bekommen“, erklärt András Károlyi, „was uns solch eine Saison aber nicht bringt, sind neue Spieler. Die schreckt eine solche Situation eher ab.“ An der Misere habe er auch seinen Anteil, sagt der Vorsitzende noch, der bisher keinen neuen Abteilungsleiter präsentieren konnte. Auch die Zukunft der A-Liga-Mannschaft scheint deshalb fraglich zu sein. (rk/rem)

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