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Erst im Halbfinale gestoppt: Neo Niedner (15 ) vom SC SAFO Frankfurt. Foto: Temizer

Jugendtennis

Gelungene Turnier-Premiere am Riederwald

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Guter Sport und eine sehr gute Organisation: Das Jugendweltranglisten-Turnier in Frankfurt erfuhr bei seiner Premiere auf dem Eintracht-Gelände viel Lob.

Eine Woche lang gab es auf drei Hartplätzen der Anlage von Eintracht Frankfurt am Riederwald wirklich gutes Tennis zu sehen. Am Ende dominierten, wie es oft bei Jugendweltranglisten-Turnieren der Fall ist, Spieler aus der Tschechischen Republik, die drei der vier Wettbewerbe für sich entschieden. Für die positivste Überraschung sorgte aber ein Frankfurter: Neo Niedner vom SC SAFO erreichte in der Einzelkonkurrenz unerwartet das Halbfinale.

Das von der Eintracht zum ersten Mal veranstaltete Turnier war vom Niveau her natürlich nicht mit dem Freiluftturnier in Offenbach vergleichbar. Dort ist es Kategorie eins, das Eintracht-Turnier wurde vom Weltverband ITF (International Tennis Federation) in die niedrigste Kategorie fünf eingestuft. „Es waren schon absolute Spitzenspieler da, allerdings jüngere“, unterstreicht Turnierleiter Carsten Müller. Während in Offenbach 17- bis 18-jährige Junioren spielten, die auch schon bei Grand Slam-Turnieren aktiv waren, versammelte sich am Riederwald weitgehend die Spitze der 15- bis 16-Jährigen. Und diese boten vor allem ab dem Halbfinale „hervorragende Leistungen“, fügte der Sportdirektor der Tennis-Abteilung der Eintracht hinzu.

So wie Adam Jurajda. Der 16-Jährige Tscheche war schon vor einem Jahr auf dem Weg unter die besten 200 Jugendspieler der Welt, doch eine langwierige Verletzung zwang ihn zu einer Pause. In Frankfurt deutete er sein Potenzial an. Mit hervorragender Beinarbeit, guten Grundschlägen, sicheren Volleys und viel Power siegte er im Einzel und mit seinem Landsmann Mathias Musil auch im Doppel.

Aus regionaler Sicht beeindruckte Neo Niedner. Mit einer Wildcard vom Hessischen Tennis-Verband (HTV) ins Hauptfeld gekommen schlug er souverän seine ersten drei Gegner, darunter den an Position zwei gesetzten Niederländer Jesse Den Hartog. Das SAFO-Talent machte kaum Eigenfehler und konterte auch die härtesten Schläge seiner Gegner sehr gut. Im Halbfinale war der erst 15-Jährige dem robusten Italiener Alessio Tramontin allerdings körperlich deutlich unterlegen. Dennoch lieferte er sich mit ihm ein starkes Match. Im dritten Satz lag Niedner bereits mit 2:5 zurück, wendete das Blatt aber noch zum 6:5. Als er zum Matchgewinn aufschlug, zeigte sich, dass sein Widersacher routinierter war. Während der Frankfurter plötzlich nervös wurde, gewann der Italiener kaltblütig die nächsten drei Spiele. Die Spieldauer von 3:15 Stunden steckte aber auch Tramontin in den Knochen. Im Finale gegen Jurajda wirkte er müde und verlor 2:6, 4:6.

Gute Arbeit der Eintracht

Dieses Finale wurde, ebenso wie das Endspiel der Mädchen, am Stuhl vom international renommierten Offenbacher Schiedsrichter Hans-Dieter Werner geleitet. Die Doppel-Endspiele „schiedste“ Michelle Fetzner vom TC Bad Vilbel. Zwischen den beiden Plätzen wurde auf dem mittlere Court eine Zuschauer-Tribüne aufgebaut, so dass die Spiele sehr gut besucht waren. Anwesend waren auch zahlreiche Vertreter des Deutschen Tennis-Bundes sowie des HTV. Auch von der ITF gab es viel Lob für die Durchführung. Die in Deutschland seltene Veranstaltung – Jugendweltranglistenturniere gibt es sonst nur noch in den Hallen von Hamburg und Nürnberg – sei in jeglicher Hinsicht positiv aufgefallen. „Uns wurde gesagt, dass man so etwas gar nicht gewöhnt sei. In vielen Ländern werde auf hartem Beton und in kalten Hallen gespielt“, erklärte Carsten Müller.

Französin gewinnt

Die Eintracht wurde bei den Juniorinnen durch Luise Reisel vertreten, die auch vom HTV eine Wildcard fürs Hauptfeld erhalten hatte. Nach dem klaren 6:1, 6:1-Auftaktsieg über Jade Psonga aus Frankreich traf sie auf die topgesetzte Tschechin Karolina Novakova. Diese zeigte sich nicht so stark wie erwartet, spielte aber clever und viele Slicebälle. Die 15-Jährige agierte gegen die Favoritin zu nervös und verlor 1:6, 2:6. Novakova schied im Halbfinale gegen die spätere Turniersiegerin Helena Mohamed (Frankreich) aus, gewann aber mit ihrer Landsmännin Julie Zytova die Doppel-Konkurrenz. Im Einzel-Finale schlug die Französin mit einem gutem Aufschlag und einer starken beidhändigen Rückhand die Qualifikantin Tiziana Marie Schomburg aus Hannover 6:3, 7:6.

Die Finalspiele wurden übrigens mit Ballkindern ausgetragen. 20 Eintracht-Jugendliche übten dabei für das Davis-Cup-Duell Deutschland gegen Ungarn, das am 2./3. Februar in der Frankfurter Fraport Arena ausgetragen wird.

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