Ein Erfolgs-Duo: Olivia Gürth vom Diezer TSK Oranien und ihr Trainer Lutz Preußner nach dem Titelgewinn über 1500 Meter Hindernis in Ulm. Foto: privat

Deutsche Leichtathletik-Jugendmeisterschaften

Der Geniestreich der Olivia Gürth

Leichtathletik Deutsche U18-Meisterin des Diezer TSK über 1500 Meter Hindernis - Schock für Maximilian KlinkDer Titelgewinn von Olivia Gürth vom Diezer TSK Oranien über 1500 Meter Hindernis der U18 waren das Highlight der Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Ulm.

Diez/Limburg/Ulm.Das Ziel ist erreicht: Olivia Gürth vom Diezer TSK Oranien hat in Ulm den deutschen Meistertitel im 1500-Meter-Hindernislauf der weiblichen Jugend U18 gewonnen. "Einen großen Verdienst daran hat auch ihr Trainer Lutz Preußner, mit dem sie zuvor die Renntaktik genau abgesprochen hatte", war es vom freudetrunkenen Diezer TSK zu hören.

Am Start des Hindernislaufs hatte ein sehr großes Feld von 18 Läuferinnen gestanden; klar, dass alle möglichst weit vorne landen wollten. Deshalb ging es gleich zu Beginn darum, durch ein schnelles Renntempo das Feld auseinanderzureißen und gleichzeitig der schärfsten Konkurrentin von Olivia Gürth, Alisia Freitag von der TSG Esslingen, etwas von ihrer gefürchteten Spurtkraft zu nehmen. Dementsprechend übernahm Olivia Gürth vom Startschuss an das Kommando, das sie bis ins Ziel nicht mehr abgab. Um allen Eventualitäten aus dem Weg zu gehen, verschärfte die TSK-Athletin das Tempo noch einmal vor jeder Überquerung des Wassergrabens. Diese Taktik ging am Ende auf.

Olivia Gürth lief als Erste ins Ziel und verbesserte noch dazu ihre Bestleistung und den vor zwei Wochen in Stuttgart aufgestellten Rheinland-Pfalz-Rekord noch einmal um fast sieben Sekunden auf glänzende 4:48,14 Minuten.

Kein Athlet im Finale

Ganz anders die Nachwuchsathleten aus dem Kreis Limburg-Weilburg, für die die Meisterschaften ein teilweise unerklärlicher Tiefpunkt wurden. Mit großen Ambitionen war etwa Maximilian Klink (LG Dornburg) als Bundeskaderathlet angereist, und auch die Hammerwerferinnen Laura Siegel (TuS Weilmünster) und Darleen Kronsfoth (TV Eschhofen) hatten bei der Generalprobe beim Werfertag der LSG Goldener Grund mächtig für Furore gesorgt.

Für Madleen Manneschmidt (LSG Goldener Grund) war sicherlich alleine die Teilnahme an diesen Meisterschaften schon ein herausragender Erfolg. Mit ihren Trainern Sven Medenbach und Martin Böhm hatte sie sich durch konzentrierte Arbeit für die anspruchsvollen 400 m Hürden qualifiziert. Mit 65,16 Sekunden war ihr das bei den Hessenmeisterschaften in Gelnhausen gelungen. Im vierten und letzten Vorlauf wurde Madleen Manneschmidt die Bahn sieben zugelost. An jeder der zehn Hürden geriet sie in Rücklage mit schlechter Hürden-Überquerung und ließ jede Menge Zeit liegen. Die Uhr blieb für die junge Athletin aus Münster bei 69,64 Sekunden stehen - eine wichtige Erfahrung für die Läuferin des jüngeren Jahrgangs.

Über 800 Meter der männlichen Jugend U20 war Bundeskaderathlet Maximilian Klink im Trikot der LG Dornburg am Start; vom Meldeergebnis her der Sechstschnellste mit 1:52,51 Minuten. Gleich im ersten Vorlauf - einem verbummelten Rennen - musste er als Fünfter in 1:59,43 Minuten zittern, denn nur die ersten Vier und weitere zwei Zeitschnellste aus den zwei Vorläufen qualifizierten sich für den Endlauf. Der zweite Vorlauf war schneller, weil alle wussten, wie sie laufen mussten, um das Finale zu erreichen. Die Fünften und Sechsten liefen eine 1:57. Damit war Maximilian Klink raus - ein ernüchternder Schock für alle.

Noch schlimmer erwischte es die beiden Hammerwerferinnen Laura Siegel (TuS Weilmünster) und Darleen Kronsfoth (TV Eschhofen). Selbst zum Ergebnis gefragt, erklärte die Eschhöferin: "Gute Frage. Es hat nicht so funktioniert wie erhofft." Die Trainerin der beiden, Landestrainerin Regine Isele, meinte allerdings einfach nur: "Keine Ahnung, es lief nicht." Daraus kann man ein großes Maß an Ratlosigkeit heraushören.

Im ersten Versuch hatte Laura Siegel 45,42 m vorgelegt und blieb damit Welten hinter ihrem Ergebnis aus Selters. Darleen Kronsfoth erzielte 44,89 m und war damit noch im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Der zweite Versuch war für beide ungültig. Laura Siegel ließ auch im dritten einen "Ungültigen" folgen, während Darleen Kronsfoth 41,06 m warf. Das bedeutete in der Endabrechnung die Plätze 13 und 14. Für den Endkampf der besten Acht hätte man 49,22 m werfen müssen, mit etwas mehr als 55 Metern gab es eine Medaille. Große Ratlosigkeit im "Team Hammerwurf".

DM ohne Rumpf & Co.

Am Wochenende stehen in Berlin die Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen - seit 1999 erstmals ohne Beteiligung aus dem Kreis Limburg-Weilburg am. Um das ganze fernsehgerecht aufzupeppen, wurden die Teilnehmerfelder rigoros gekürzt und die Qualifikationsleistungen extrem angehoben. Für Sabine Rumpf (LSG) zum Beispiel von 51,50 auf 54 Meter im Diskuswurf. Die hat sie in 2019 noch nicht geschafft. mru/ws

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