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Foto @ Tom Klein.

Fußball-Verbandsliga

Germania Ober-Roden und FV BaD Bilbel: Wiedersehen eine Klasse tiefer

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Von heute an wird in der Verbandsliga Süd weiter an der Begradigung der durch die vielen Spielausfälle doch arg verzerrten Tabelle gearbeitet.

Der FV Bad Vilbel wird noch eine Weile hinterherhinken – also was die Anzahl der Spiel angeht, sonst ja eher nicht. Punktemäßig hat das Team von Trainer Amir Mustafic die Konkurrenz in der Fußball-Verbandsliga Süd bisher jedenfalls hinter sich gelassen. Am heutigen Mittwoch soll der Vorsprung im Heimspiel gegen Germania Ober-Roden (20 Uhr) möglichst wieder auf vier Zähler ausgebaut werden. Am Donnerstag ist dann Verfolger Türk Gücü Friedberg beim Tabellendritten Hanau 93 dran (20.30 Uhr). Eine halbe Stunde früher empfängt der SV FC Sandzak den TSV Vatanspor Bad Homburg.

Bis zum 1. Mai wird der FV Bad Vilbel das Nachholspiel in Urberach in der Hinterhand haben, außerdem muss das Team von Amir Mustafic am Ostermontag in Bruchköbel schon zum Nachholtermin. Doch zu allererst steht heute Germania Ober-Roden auf dem Plan. Ein Gegner also, mit dem man eine gemeinsame Hessenliga-Vergangenheit hat. Von 2003 bis 2006 spielten beide Vereine in der höchsten Spielklasse des Landes, dann stieg Ober-Roden ab. Zwar gelang ein Jahr später noch einmal der Aufstieg, doch gleichzeitig endete damals die 15-jährige Ligazugehörigkeit der Wetterauer. Die Germania hielt sich wieder drei Jahre, ehe sie in die Verbandsliga zurück musste und dann sogar in die Gruppenliga. Erst letzten Sommer stieg Ober-Roden von dort wieder auf.

Die Bilanz der Rödermarker in Bad Vilbel ist mehr als vorzeigbar: Spiel eins (2:1) und Spiel zwei (4:1) wurden gewonnen und erst in der Abstiegssaison der Germania behielt der FV einen Punkt am Niddasportfeld. Amir Mustafic, der als Spieler bereits 2002 von Bad Vilbel zum Nachbarn Klein-Karben gewechselt war, erging es damals auch nicht viel besser: In den drei Jahren, in denen alle drei Vereine gemeinsam in der Oberliga spielten, gelang ihm mit Klein-Karben nur Sieg gegen Ober-Roden (zwei Unentschieden, drei Niederlagen). Seine Trainerbilanz gegen die Rödermarker ist dagegen makellos, denn das Hinspiel wurde 2:1 gewonnen.

Historische Betrachtungen zum Spiel zwischen dem SV FC Sandzak und Vatanspor Bad Homburg sind schnell abgeschlossen: Die Frankfurter gewannen das Hinspiel im Sportzentrum Nord-West 2:1. Die Tore erzielten der inzwischen bei den Sportfreunden Schwäbisch Hall in der Verbandsliga Württemberg wieder aufgetauchte US-Amerikaner mit haitianischen Wurzeln Shelby Printemps und der Japanaer Itaru Umeda. Printemps hatte Sandzak im Winter angeblich verlassen, um in die karibische Heimat seiner Eltern zu gehen.

Bad Homburg, im Herbst noch auf dem Weg in Richtung Spitzengruppe, stolperte über die „internationale Äffäre“ um Emin Yalin, der kurz als Profi in der Türkei bei einem kurdisch geprägten Verein gespielt hatte, das aus politischen Gründen verschwieg und dann in zwei Spielen vier Tore für Vatanspor erzielte – beide Spiele wurden nachträglich als verloren gewertet. Und davon hat sich der Club bisher noch nicht erholt: Alle drei Spiele in 2018 gingen verloren.

Tradition und Internationalität, das passt natürlich zum Spiel zwischen dem FC Hanau 93 und Türk Gücü Friedberg . Auf der einen Seite steht mit Hanau der älteste hessische Fußballverein mit seinen ehemaligen Bundesligaspielen Daniyel Cimen, Michael Fink und Erwin Skela (die zuletzt allerdings selten alle drei gleichzeitig im Einsatz waren), auf der anderen die „Multi-Kulti“-Truppe des 95 Jahre später gegründeten Vereins aus Friedberg mit ihren vielen Spielern aus Frankfurt. Von denen der vielleicht phantasievollste Fußballer im Verfolgerduell wohl fehlen wird: Spielmacher Florian Decise wurde am Sonntag beim 5:0 gegen Rot-Weiß Darmstadt am Knöchel verletzt.

(rst)

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