Leichtathletik

Gianluca Puglisi, der Gold-Mann

  • vonJens Priedemuth
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Nicht ein, nicht zwei – nein, sogar gleich drei Versuche hätten dem Königsteiner den DM-Titel im Weitsprung beschert. Letztlich aber setzt er mit dem ersten Satz das dickste Ausrufezeichen.

Dass er gut drauf ist, hatte Gianluca Puglisi bereits Anfang des Monats beim Leichtathletik-Meeting in Oberteuringen unter Beweis gestellt. Mit der Kreisrekordweite von 7,82 Metern hatte sich der Weitspringer vom Königsteiner LV einmal mehr in die nationale Spitze katapultiert und seine Ambitionen auf eine Medaille bei der Junioren-DM eindrucksvoll untermauert.

Jetzt machte der Bundeskaderathlet ernst. Bei den „Deutschen“ (U23) in Heilbronn legte der KLVler gleich im ersten Versuch stramme 7,75 Meter vor, schockte damit die Konkurrenz und kam damit bis auf sieben Zentimeter an seine Bestmarke heran. Seinen Spitzenplatz gab der Schützling von Erfolgscoach Jürgen Sammert (er trainiert auch die Top-Siebenkämpferin Caro Schäfer) dann auch nicht mehr ab und holte sich in seinem letzten Jahr in der Juniorenklasse verdient den DM-Titel.

Puglisi hatte noch zwei weitere gute Sprünge auf Lager (7,61 und 7,65 Meter), die beide auch sicher zum Sieg gereicht hätten. Im letzten Durchgang konnte sich Hauptkonkurrent Alexander Fuchs (SC Charlottenburg Berlin) zwar noch auf 7,48 Meter verbessern, den Königsteiner Weitenjäger jedoch nicht gefährden.

Für Puglisis Teamkollegin Vanessa Grimm war die Junioren-DM ein Test-Wettkampf für ihre Premiere im Nationaltrikot beim Thorpe-Cup Ende des Monats in den USA. Die Siebenkämpferin schnürte über 100 Meter ihre Spikes und verbesserte ihren „Hausrekord“ auf flotte 12,13 Sekunden. Vom Winde verweht war dann Grimms Auftritt über die 200 Meter. Bei einem strammen Gegenwind von – 1,7 m/sec. war eine Zeit unter 25 Sekunden nicht drin. Am Ende standen für sie auf der halben Stadionrunde solide 25,17 Sekunden zu Buche.

Rachel Wittich (ebenfalls KLV), die noch der jüngeren Jugend-Klasse A angehört, ging über die 100 Meter Hürden in den Startblock. In ihrem Vorlauf kam der Schützling von Melanie Zecha mit 14,36 Sekunden bis auf eine Hundertstelsekunde an ihre Bestzeit heran. In einem starken Feld mit bis zu vier Jahre älteren Athletinnen reichte das aber erwartungsgemäß nicht zum Finaleinzug. Dafür wäre ein Zeit von 14,16 Sekunden nötig gewesen. Kleiner Trost: Rachel war mit ihrer Leistung schnellste A-Jugendliche in allen vier Vorläufen.

Kein Vergnügen waren bei hochsommerlichen Temperaturen die 3000 Meter Hindernis der Frauen. Der Wassergraben ist ja schließlich kein „Erholungsbad“ und sorgte nur kurzfristig für etwas Erfrischung an den Beinen. Ein gutes Resultat lieferte die Bad Homburgerin Amelie Svensson ab, die studienbedingt im Trikot der LG Region Karlsruhe unterwegs ist. In 10:49,74 Minuten belegte die Kurstädterin Platz sieben und unterbot dabei sicher die DM-Norm in der Frauen-Hauptklasse für Nürnberg (21./22. Juli), die bei 11:05,00 Minuten liegt. Amelie gehört aktuell bundesweit zu den Top 20 auf dieser kräftezehrenden Strecke.

Auf Rang acht der Meldeliste (3:20,54 Minuten) stand die Staffel der Startgemeinschaft TSG Wehrheim/TG Camberg. Nach dem Startverzicht der schneller gemeldeten LG Region Karlsruhe (3:17,03) und TSG Bergedorf (3:19,07) schien für das Taunus-Team in der Besetzung Eric Helfesrieder, Leon Rudolph (beide TSGW), Jonas Eufinger (TGC) und Marvin Kappes (TSGW) dann von der Papierform her eine einstellige Platzierung machbar. Es kam jedoch anders. Diverse Staffeln konnten sich gegenüber ihrer Meldeleistung erheblich steigern und machten der heimischen Startgemeinschaft das Leben schwer.

Die vier heimischen Langsprinter blieben insgesamt knapp fünf Sekunden über ihrer Bestzeit aus dem Vorjahr und fanden sich nach einem harten Rennen in 3:25,25 Minuten auf Position 14 wieder. Der Staffelsieg ging an die Startgemeinschaft Schlüchtern/Flieden/Obertshausen, die in starken 3:12,57 Minuten die von der LG Stadtwerke München (3:15,85) angeführte Konkurrenz abhängte.

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