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Marvin Wagner (VfB) versetzt Jörn Kohl (3) und Tino Lagator (re, beide SC Hessen Dreieich).

Fußball Hessenliga

Ginsheim erteilt dem Meister eine Lektion

Zum Abschluss einer imponierenden Saison besiegt der VfB Ginsheim Meister SC Hessen Dreieich mit 3:1.

Der Mannschaftskreis der Freudigen löste sich auf in Humba und Pogo. Dafür reichte die Kraft noch am Ende einer phänomenalen Saison. Eine Runde, die die Hessenliga-Fußballer des VfB Ginsheim am Samstag mit einem 3:1-(1:0)-Sieg gegen Meister SC Hessen Dreieich gekrönt hatten. Damit kletterte das Team vom Altrhein auf den achten Platz. Kapitän Jörg Finger sprach von einer „rundum gelungenen Saison“ des Aufsteigers: „Wer hätte denn gedacht, dass wir einen einstelligen Tabellenplatz belegen?“ Und das als absoluter Neuling in Hessens höchster Liga.

„Aber wir wissen auch, wo wir herkommen“, betont der ehemalige VfB-Vorsitzende Hanno Janz mit Blick auf eine Schar von Ehrengästen: Eigens zum Saisonfinale geladen hatte der VfB seine Meister von 1968, 1979 und ’93. Damals feierte der Klub jeweils den B-Liga-Titel.

In die Feier- mischte sich aber auch Abschiedsstimmung: Vor dem Spiel wurden Ilyasse Attia, Giuseppe Carbone, Jan Finger, Berat Karabey, Eduardo Landu Mateus, Mahdi Mehnatgir und aus dem erweiterten Kader Kyujin Choung verabschiedet. Alle verlassen den Verein.

Dass der SC Hessen auch in Ginsheim, wie bei seinen beiden Niederlagen zuvor, nicht in Bestform spielte – geschenkt. Außerdem: „Wir haben ja auch unseren Teil dazu beigetragen“, sagt VfB-Trainer Artur Lemm. Er lobt besonders die Manier, wie seine Mannschaft den Meister bis Mitte der ersten Halbzeit unter Druck setzte – mit „super Pressing und super Balleroberung“, so Lemm. Mittelfeldspieler Eray Eren sagte: „Wir wollten unbedingt gewinnen.“ Nach Vorarbeit von Carbone und Mehnatgir schoss Nils Fischer den VfB in Führung (16.). Eine Minute später versuchte es Eren mit einem an der Latte endenden Heber, statt weiter zu laufen und Torhüter Mike Wroblewski auszuspielen.

Danach gaben die VfB-Fußballer ihrem Trainer einige Male Grund, sich mächtig aufzuregen, ließen sie sich doch tief in die eigene Hälfte drängen. Ehe SC-Torjäger Tino Lagator einschießen konnte, wurde er von Marvin Wagner im letzten Moment abgeblockt (37.).

Auf der Gegenseite schlug der im Strafraum freistehende Mehnatgir einen Haken zu viel, statt sofort zu schießen (42.). Den Abpraller schoss Fischer ein, aber der stand im Abseits. Irritationen löste Schiedsrichterassistent Sebastian Krieger aus, weil er die Fahne nicht gehoben hatte. Erst nach Rücksprache mit ihm und vehementen Protesten der Gäste entschied Schiedsrichterin Sabine Stadler auf Freistoß für den SC Hessen.

Ohnehin hatte das Schiedsrichtergespann so seine Probleme, Abseits zu erkennen. In solch regelwidriger Position stand Mehnatgir, ehe ihn Ljubisa Gavric elfmeterreif legte. Den trotzdem gegebenen Strafstoß nutzte der Gefoulte (3:1/65.). Mehnatgir hatte nach dem Ausgleich von Carlos McCrary (58.) auch das 2:1 erzielt, vorbereitet von Balleroberer Hyungjoon Lee und letztlich von Fischer (63.). Nun fand der VfB wieder zu dem zurück, was ihn in der ersten Hälfte stark gemacht hatte.

VfB Ginsheim: Langenstein – Wagner, Carbone (63. Fukuhara), Bednarz, Manneck, Jan Finger (59. Lee), Fischer, Mehnatgir, Kwiaton (81. Schmitt), Eren, Jörg Finger.

Tore: 1:0 Fischer (16.), 1:1 McCrary (58.), 2:1/3:1 Mehnatgir (63., 65./FE).

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