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Die Szene sieht gefährlicher aus als sie in Wirklichkeit war. Lukas Scholl (Waldbrunn, links) kam nicht an den Ball. Dorndorfs Keeper Niklas Kremer und Marion Schneider (zweiter von links) brauchten nicht einzugreifen.,

Fußball-Verbandsliga Mitte

Die Gnadenlosen: Granja, Schäfer, Metternich

VON MARION MORELLO

VON MARION MORELLO

Die Ausgangssituation war klar: Für beide Teams zählte am Freitagabend eigentlich nur ein Sieg, um den Fängen des Abstiegsgespenstes entkommen zu können. Entsprechend robust ging es vom Anpfiff an zur Sache. Für Freunde des gepflegten Kombinationsspiels war es sicher eher nichts. Am Ende siegte Waldbrunner Cleverness und Abgezocktheit über Dorndorfer Enttäuschung.

FC Waldbrunn – FC Dorndorf 3:0 (1:0). Kampf war Trumpf auf dem Hausener Kunstrasen. Echte Westerwälder Hausmannskost boten die beiden Lokalrivalen den zahlreich erschienen Fans. Diese sahen zunächst eine Vielzahl Gelber Karten, aber keine Tore. Die Dorndorfer – beflügelt vom jüngsten Sieg gegen den FC Gießen 2 – erarbeiteten sich ein leichtes optisches Übergewicht, und die Mannschaft des gelb-rot-gesperrten Steffen Moritz sah sich mehr und mehr in die Verteidigung gedrängt. Das tat sie aber durchaus tapfer. Auf prickelnde Torraumszenen warteten die 400 am Spielfeldrand zunächst vergebens. Doch dann die 40. Minute: Der FCW steuerte in Richtung Tor der Schwarz-Weißen, die 20 Meter vor ihrem Kasten die Reißleine zogen. Foul, Freistoß. Das war genau die Situation, auf die Routinier Miguel Granja gewartet hatte. Er legte sich den Ball zurecht, nahm Maß und zirkelte das Ding aus 35 Metern zum 1:0 in die Maschen.

Die kämpferische Note blieb auch im zweiten Durchgang erhalten. Der einheimische Torwart Tobias Keil musste musste gegen einen Dorndorfer Angreifer klären, um die Null zu halten. Es war ein echtes Derby, intensiv bis in die Haarspitzen. Die Einwechslung von David Schäfer sollte sich für die Waldbrunner als Glücksgriff herausstellen. Nach einer tollen Kombination im Mittelfeld wurde er von seinen Mitspielern allein auf die Reise geschickt und versenkte den Ball souverän im FCD-Tor. Doch auch die Jungs von Marc Schilling hatten Chancen. Dreimal musste Tobi Keil des Sieg festhalten, gegen Robin Reifenberg, Michael Schick und Soheil Mansur. 

Und dann stach auch noch Steffen Moritz’ zweiter Joker: Kaum auf dem Platz, machte Luca Metternich das 3:0. Es war vollbracht. Und wie sagt das Sprichwort passenderweise: Des einen Freud’ ist des anderen Leid . . .

Waldbrunn: Keil, Robin Scholl, Egenolf, Neuhof, Steinhauer (75. Schäfer), Mehr, Metovic, Lukas Scholl (88. Metternich), Oshima, Fürstenau, Granja (65. Eisenkopf) – Dorndorf:Kremer, Samim Mansur, Groß, Schneider, Florian Schick, Wilhelmy, Kunz, Kazerooni, Soheil Mansur, Reifenberg (65. Schmidinger), Blättel (46. Michael Schick) –SR: Heineck (Marburg) – Tore: 1:0 Miguel Granja (40./Freistoß), 2:0 David Schäfer (85.), 3:0 Luca Metternich (90.) –Zuschauer: 400.

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