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Freut sich unbändig: Michael Götz feiert Rang zwei in Zolder.

Jahresrückblick Motorsport 2

Götz: „Ich gehöre noch nicht zum alten Eisen“

Michael Götz, Motorradrennfahrer aus Niederhadamar, stand bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Zolder auf dem Podium.

Die Rennstrecke in Zolder ist aufgrund ihrer teilweise mangelnden Auslaufzonen und der damit verbundenen „Gefahr“ nicht bei allen Fahrern der Internationalen Deutschen Meisterschaft beliebt. An manchen Stellen befinden sich Betonmauern recht nahe an den Auslaufzonen. Kommt man hier zu Sturz, könnte dies fatale Folgen für Mensch und Maschine haben. Aber gerade dieser Kurs zählt zu meinen Lieblingsstrecken. Er ist eher eine Stopp-and- Go-Strecke mit harten Anbremsmanövern und einigen Mut-Kurven. Aber genau diese Art von Kurs mag ich besonders.

Im Qualifying wurde ich Fünfter in der 2018 neu ins Leben gerufenen Superstock-600-Klasse. Der Start zum ersten Rennen verlief mittelmäßig. Es bildete sich schnell eine Gruppe von fünf Fahrern; von jenem Piloten angeführt, der mich auch beim letzten Rennen in Hockenheim gerammt hatte. Dieser Pilot bremste mit seinem Fahrstil die gesamte Gruppe ein. Ich fand keinen Weg an den Gegnern vorbei und beendete das erste Rennen nur auf Platz fünf mit ganzen 25 Sekunden Rückstand auf den Sieger.

Mit diesem schlechten Ergebnis haderte ich den ganzen Tag und nahm mir fest vor, diese Fehler beim zweiten Rennen tags darauf nicht zu wiederholen. Und das sollte gelingen. Bereits der Start verlief fehlerfrei. Nach der ersten Runde war ich Dritter. Schnell konnten sich die ersten Drei vom Rest des Feldes absetzen. Drei Runden vor Renn-Ende vermochte sich der Erste dieser Gruppe leicht abzusetzen, während ich einen Weg vorbei am Zweitplatzierten suchte. Den schnappte ich mir in der letzten Runde; auch, weil er sich einen Fehler erlaubte und zu Boden ging. Ich wurde Zweiter, und dieses Mal fehlten mir auf den Sieger nur drei Sekunden.

Das war eines der geilsten Rennen seit Jahren. Dieses Mal pushte ich ab dem Start und ließ nie zu den Führenden abreißen. Hätte ich nicht zu lange um Platz zwei gekämpft, wäre eventuell sogar ein Sieg drin gewesen. Aber wie auch immer: Nach zehn Jahren endlich mal wieder aufs Podium steigen zu können, war der schönste Moment für mich seit langer Zeit. Und das in dieser neuen Klasse, in der die Gegner meistens 25 Jahre jünger sind und ich mir schon ewig anhören muss, ich sei doch zu alt für diesen Sport. Gerade deswegen geht mir dieses Ergebnis runter wie Öl und bestätigt mir, dass ich noch lange nicht zum alten Eisen gehöre.

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