Fußball

Größter Erfolg des FC Rubin

Im nächsten Teil unserer Serie „Meister im NNP-Land“ geht es heute um den FC Rubin Limburg-Weilburg. Der seit neun Jahren überwiegend aus russlanddeutschen Spielern bestehende Verein wurde in der Kreisliga B Süd hauchdünn Meister und kickt ab Sommer in der Kreisliga A. Für den Club ist es der bisher größte Erfolg in der noch jungen Vereinsgeschichte.

Anatoli Riemer, torgefährlicher Spielertrainer des FC Rubin, erklärt im Gespräch mit der Nassauischen Neuen Presse, warum es in diesem Jahr zur Meisterschaft gereicht hat, wen er als größten Konkurrenten gesehen hat und dass es in der A-Liga erst einmal nur ums Etablieren gehen kann.

Im Lager der „Rubine“ hegten die Verantwortlichen schon nach der Klasseneinteilung in Nord und Süd durchaus berechtigte Ambitionen, ganz oben mitzuspielen. Daraus macht auch Trainer Anatoli Riemer kein Geheimnis: „Wir wussten von Anfang an, dass wir auch aufgrund der Klasseneinteilung um die Spitzenplätze mitspielen können. Die Nord-Gruppe war meiner Ansicht nach stärker besetzt, deswegen hatten wir schon Hoffnung.“

Der Saisonstart jedenfalls glückte: Gegen den FCA Niederbrechen 2 gab es ein glasklares 5:0, ehe der Motor ein wenig zu stottern begann. Beim SV Elz 2 setzte es eine Niederlage (1:2), und nach einem knappen 1:0 gegen die Reserve der SG Kirberg/Ohren/Nauheim reichte es beim TuS Linter 2 „nur“ zu einem Unentschieden (1:1).

Erst am 10. Spieltag kletterte die Elf von Anatoli Riemer nach fünf beeindruckenden Siegen am Stück mit 32:3 Toren erstmals wieder auf den Platz an der Sonne. Bis zur Winterpause war es dem in Nauheim beheimateten Verein gelungen, die Tabellenführung zu halten, obwohl vor allem im Herbst zwei Niederlagen gegen den SC Dombach (1:2) und bei der SG Selters 2 (2:4) die Stimmung ein wenig trübten. Apropos SG Selters 2: Die „Wassermänner“, am Saisonende Zweiter, scheiterten schließlich in der A-Liga-Aufstiegsrunde, sie waren für Riemer aber dennoch der stärkste Konkurrent: „Wir haben schon sehr oft gegen sie gespielt und hatten vor allem auswärts immer Probleme. Für mich waren sie der ärgste Widersacher, was sich in der Tabelle auch widerspiegelt.“

Das Jahr 2018 verlief zwar beinahe ganz nach dem Geschmack des Tabellenführers, doch die Konkurrenz präsentierte sich ähnlich stark. Trotz insgesamt elf Siegen aus 14 Spielen hechelte der FC Rubin der Selterser Reserve hinterher, die sich nur zwei Remis leistete und plötzlich Platz eins versuchte zu verteidigen. Am 6. Mai kam es dann zum Wechsel: Rubin besiegte Selters 2 mit 4:0 und war wieder Tabellenführer. Grund dafür waren jedoch nicht etwa die mehr erzielten Punkte, sondern der gewonnene direkte Vergleich.

Es blieb spannend bis zum Schluss, doch der Spitzenreiter zeigte sich konstant und konnte sich vor allem auf seine Defensive verlassen. Als Rubin am letzten Spieltag mit 3:0 beim SV Arfurt gewonnen hatte, gab es am Titel keinen Zweifel mehr – und der Jubel war grenzenlos. Für Anatoli Riemer, der nach der Hinrunde das Ziel „Meisterschaft“ ausgegeben hatte, ist auch die Eingespieltheit seiner Truppe mitverantwortlich für den großen Erfolg: „Die Saison verlief insgesamt super für uns. Wir hatten im Vergleich zu den Vorjahren keine großen Verletzungssorgen und haben natürlich den Vorteil, dass wir schon lange in dieser Formation zusammenspielen.“

Am Ende war der Grundstein für den Aufstieg zweifelsfrei auch die Defensivstärke. Nur 26 Gegentreffer in 28 Spielen beeindrucken, da konnte die Konkurrenz bei 40 beziehungsweise 41 Gegentoren nicht mithalten. Mit Anatoli Riemer (25 Tore) und Andrej Schlej (22 Tore) verfügte der FC Rubin zudem über zwei treffsichere Angreifer, die zusammen über die Hälfte der Treffer beisteuerten.

Das „Abenteuer“ Kreisliga A dürfte für den sympathischen Verein, der sowohl im Sommer als auch im Winter Turniere ausrichtet, ohne Zweifel ein schwieriges Unterfangen werden. Das weiß auch der spielende Coach: „Das Ziel für uns kann nur Klassenerhalt lauten. Wir wollen versuchen, uns zu etablieren, müssen dafür aber auch eine bessere Trainingsbeteiligung an den Tag legen.“ Erfreulich für die „Rubine“ ist dabei die Tatsache, dass es vermutlich Kontinuität im Kader geben wird. Kein Spieler hat den Verein nach der Saison verlassen, über Neuzugänge wollen sich die Verantwortlichen erst im Laufe des Julis äußern.

Der FC Rubin steht sicherlich vor keiner einfachen Saison, mit mannschaftlicher Geschlossenheit soll es am Ende allerdings erneut einen Grund zum Feiern geben. Der Ligaerhalt wäre hoch anzurechnen, zumal mit mehr Absteigern als in der abgelaufenen Runde zu rechnen ist. Zum dann 10-jährigen Bestehen könnte der FC Rubin das nächste Kapitel seines ganz eigenen „Erfolgsbuchs“ schreiben.

Die Nassauische Neue Presse gratuliert zur Meisterschaft in der Kreisliga B Süd und wünscht in der neuen Umgebung viel Erfolg!

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