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Großartige Hadamarer bremsen den Spitzenreiter aus

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Jann Bangert (SV RW Hadamar, vorn) schirmt den Ball vor Maximilian Wiessner (Eintracht Stadtallendorf, rechts) ab.
Jann Bangert (SV RW Hadamar, vorn) schirmt den Ball vor Maximilian Wiessner (Eintracht Stadtallendorf, rechts) ab. © Patrick Jahn

In der Aufstiegsrunde der Fußball-Hessenliga hat der SV Rot-Weiß Hadamar nach der schwachen Leistung beim FSV Fernwald eine gewaltige Reaktion gezeigt. Gegen Tabellenführer und Top-Favorit Eintracht Stadtallendorf präsentierte sich die Elf von Trainer Stefan Kühne trotz nur zwei Akteuren auf der Ersatzbank in bestechender Verfassung und gewann verdient mit 3:2. Dadurch könnte auch der Titelkampf neue Spannung erfahren.

VON PATRICK JAHN

SV Rot-Weiß Hadamar – Eintracht Stadtallendorf 3:2 (1:0). Die Partie begann ohne jegliches Abtasten. Beide Teams legten gleich ein gewaltiges Tempo vor und zeigten auch fußballerisch, zu was sie im Stande sein können. Zwar hatte die Eintracht ein leichtes Plus an gewonnenen Zweikämpfen zu verzeichnen, doch die Hadamarer zeigten auch dann Mut, wenn sie von ihren Widersachern früh gestört wurden, und befreiten sich spielerisch ansehnlich.

Die Truppe von Trainerfuchs Dragan Sicaja hatte mehr vom Spiel und wirkte zunächst gefährlicher. Bei zwei Distanzschüssen von Kevin Bartheld (5.) und Timo Cecen (12.) war SVH-Torhüter Leon Hasselbach jeweils auf der Hut. Doch auch die Fürstenstädter wurden vor des Gegners Tor aktiv: Zunächst köpfte Tristan Burggraf über das Ziel (10.), dann unterlief der Eintracht beinahe ein Eigentor aus dem Gewühl heraus, doch der ansonsten vor allem mit Ball am Fuß unsichere Keeper Tolga Sahin war zur Stelle (16.).

Erstmals richtig brenzlig wurde es nach einer knappen Stunde, als Timo Cecen seinen Kollegen Del Angelo Williams bediente, dieser sehenswert aus der Drehung abgezogen hatte, Leon Hasselbach die Kugel aber mit einem fantastischen Reflex über die Latte lenkte (28.). Dann aber zeigten die Rot-Weißen, wie der „Hase“ läuft: Jerome Zey leitete einen starken Seitenwechsel ein, Jann Bangert setzte Marco Koch in Szene, der noch einen Gegenspieler abschüttelte und aus der Drehung kompromisslos ins lange Eck abschloss – 1:0 (40.). Und es hätte noch besser kommen können, als Malcolm Phillips eine Hereingabe von Luca Teller fast in die eigenen Maschen klärte (45.+1).

Stadtallendorf kam wütend aus der Kabine und durfte nach nicht einmal 180 Sekunden jubeln: Nach einer Flanke von Del Angelo Williams war der soeben eingewechselte Leon Lindenthal völlig freistehend per Kopf zur Stelle und setzte das Spielgerät unter die Latte – 1:1 (48.). Es ging ohne Verschnaufpause weiter. Und genau eine solche hätte TSV-Keeper Tolga Sahin vermutlich nach 54 Minuten gebraucht: Nachdem er bei einem Rückpass von Malcolm Phlipps ein Luftloch getreten hatte, war Jann Bangert Nutznießer und schob ins leere Tor ein – Hadamar war wieder vorne, 2:1.

In der Folge präsentierte sich die Kühne-Truppe vor allem taktisch clever. Stadtallendorf hatte zwar viel Ballbesitz, biss sich aber oftmals die Zähne aus und wurde kaum gefährlich. Anders Rot-Weiß, das – als Tolga Sahin auch noch mit den Händen danebengegriffen hatte – durch Mirko Dimter zu überrascht war und den Ausbau verpasste (71.). Fünf Zeigerumdrehungen danach war dann aber wieder das geniale Duo Bangert/Koch am Zug: Der Kubacher setzte sich über außen durch, schlug eine maßgenaue und ebenso überlegte Flanke in den Rücken der Abwehr, und der Niederzeuzheimer Marco Koch vollendete per Direktabnahme zum 3:1 (76.). Zwar kam der Tabellenführer nach einer nicht gut geklärten Flanke durch Del Angelo Williams‘ trockenen Abschluss noch einmal heran (81.), doch die Fürstenstädter brachten den insgesamt verdienten Sieg über die Ziellinie.

„Ich bin sehr zufrieden, weil wir gegen eine absolute Top-Mannschaft verdient gewonnen haben. Wir wussten, dass wir nicht alles würden verhindern können. Wenn wir aber einen Fehler gemacht haben, war sofort jemand da, um ihn auszubügeln. Die Jungs sollten genauso mutig sein, wie sie es letztlich auch gemacht haben“, war Coach Stefan Kühne nach Abpfiff allerbester Laune.

Hadamar: Hasselbach, Paul, Dimter, Teller, Schäfer, Zey (90. Kittel), Dillmann, Burggraf, Bangert (90.+3 Moldsen), Neugebauer, Koch – Stadtallendorf: Sahin, Williams, Heuser, Geisler, Phillips, Ofori, Bartheld (73. Sattorov), Schadeberg, Zildzovic, Wiessner (46. Lindenthal), Cecen – SR: Reisert (Ober-Roden) – Tore: 1:0 Marco Koch (40.), 1:1 Leon Lindenthal (48.), 2:1 Jann Bangert (54.), 3:1 Marco Koch (76.), 3:2 Del Angelo Williams (81.) – Zuschauer: 250.

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