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Torgefährlicher Mittelfeldmann: Okan Koyun (rechts) hat schon 17-mal für die TSG Niederrad getroffen.

Fußball

Die TSG Niedderad will die große Chance nutzen

Nun ist es klar formuliert: Die TSG Niederrad will in die Gruppenliga Frankfurt West.

„Die Tabellenführung zur Winterpause hat unsere Erwartungen übertroffen. Jetzt haben wir uns fest vorgenommen, diese Chance zu nutzen und auch nach dem letzten Spieltag oben zu stehen“, erklärt Claus Flick, der Sportliche Leiter der TSG Niederrad. Beim Tabellenführer der Fußball-Kreisoberliga Frankfurt bekennt man sich nun eindeutig zum Ziel: Aufstieg in die Gruppenliga Frankfurt West.

Nicht mehr zur Verfügung steht zwar Stürmer Ibrahim Cigdem, der ohnehin nur im Rahmen eines „Freundschaftsdienstes“ in drei Begegnungen aushalf und dabei drei Tore markierte. „Das war eine nette Episode, in der Cigdem seine Klasse unter Beweis gestellt hat. Nun möchte er im Notfall auch in der Verbandsliga bei Vatanspor Bad Homburg spielberechtigt sein, wo er als Trainer fungiert“, sagt Flick zum einzigen Abgang.

Um das gesteckte Ziel zu erreichen, sind die Niederräder auf dem Transfermarkt tätig geworden und haben den Kader um fünf Spieler vergrößert. Vom Ligakonkurrenten Spvgg. Griesheim kam Daniel Sousa an die Hahnstraße. Der Mittelfeldspieler kann genauso wie Kadir Kuscu (SV Zeilsheim II), Kenny Winter (VfB Unterliederbach), Marko Rimac (SGN Diedenbergen) und Abidin Pamuk (FC Serkeftin) sofort für die TSG auflaufen. Die neuen Spieler sollen im Aufstiegsrennen Spielertrainer Artug Özbakir weitere Optionen bieten.

Schon während der Runde waren mit dem bis dato vereinslosen Tony Nguyen und Patrick Hinrichsen vom Hamburger SV III zwei Spieler mit Potenzial hinzugekommen. Damit reagierten die Niederräder auch auf die Verletztenmisere, denn zahlreiche Spieler fielen im Herbst aus. „Umo schöner, dass wir trotzdem auf Platz eins stehen“, so Flick, der auf die baldige Rückkehr der beiden Rekonvaleszenten Manuel Martin und Carsten Flick hofft. „Nun haben wir einen breiten Kader und fokussieren uns auf die Vorbereitung“, sagt Flick und betont: „Die Jungs sind heiß auf den Aufstieg.“

Denn 13 Siege, drei Remis und nur drei Niederlagen ergeben 42 Punkte, die ein gutes Fundament für die angestrebte Meisterschaft bilden. Vor allem auswärts überzeugten die Grün-Weißen: Sie holten 25 Zähler in der Fremde und stellen mit nur 25 Gegentoren die beste Abwehr der Liga. Die 48 geschossenen Tore sind dagegen nur Ligadurchschnitt; hier hat Mittelfeldspieler Okan Koyun mit 17 Treffern einen großen Anteil am Höhenflug. Özbakir, selbst zehn Jahre auf Hessenliga-Ebene unterwegs, kann in seinem Kader auf so erfahrene Leute wie Max Fiege und die Sen-Brüder Oktay und Onur bauen. Letzterer hütet das Tor und ist mitverantwortlich für die geringe Anzahl an Gegentreffern.

Flick glaubt allerdings nicht an einen Alleingang der Niederräder: „Am Ende werden drei Teams um die ersten beiden Plätze kämpfen. Vor allem die SG Westend habe ich dabei im Auge.“ Griesheim Tarik liegt drei Punkte hinter den Niederrädern, Westend und der FC Croatia haben vier Zähler Rückstand, der SV Heddernheim sechs.

Richtungsweisend

Weiter geht es schon am 17. Februar mit dem Spitzenspiel gegen Griesheim Tarik, welches kurz vor Weihnachten ausgefallen war. Nur 14 Tage danach steht schon das Rückspiel an der Lärchenstraße an, dazwischen kreuzt der FC Croatia an der Hahnstraße auf. Richtungweisende Wochen für die TSG, wie Flick betont: „Der direkte Vergleich gegen Tarik ist sehr wichtig. Wir müssen gut aus den Startlöchern kommen. Dabei müssen wir mehr Tore erzielen. Wir wollen erstmals in unserer Vereinsgeschichte den Gruppenliga-Level erreichen.“ Einen großen Anteil am Aufschwung des langjährigen A-Ligisten, der 2017 in die KOL aufstieg, schreibt Flick Özbakir zu: „Artug hat die Jungs gut im Griff und hat eine überragende Mannschaftsführung.“ Unabhängig von der künftigen Klassenzugehörigkeit planen die Verantwortlichen weiter mit dem Routinier, der 310 Oberliga-Spiele absolviert.

Im Falle des Aufstieges hoffen die Niederräder, dass sie ihre Heimspiele dauerhaft auf der gegenüber liegenden Bezirkssportanlage auf dem neuen Kunstrasen austragen dürfen. Dafür müsste der Spielplan so gestaltet werden, dass man sich mit dem A-Ligisten FC Mainfeld die Anlage teilen könnte. Denn eine Sanierung der in die Jahre gekommenen alten TSG-Sportanlage hält Flick für unrealistisch: „Einen Kunstrasen bekommen wir nicht, da wir die Anlage in Eigenregie betreuen. Schon jetzt trainieren wir regelmäßig drüben, da unser Hartplatz im Herbst oft unter Wasser steht.“ Flick liegt noch etwas am Herzen: „Unser Image war sicherlich aus A-Liga-Zeiten belastet, aber mittlerweile hat sich das gebessert. Dennoch gibt es von gegnerischen Trainern immer wieder öffentliche Aussagen über unsere angeblich zu harte Spielweise. Diese Kritik kann ich teilweise nicht nachvollziehen. Wir sind nicht schlimmer oder besser als andere Vereine.“

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