Da passt einfach alles: Oliver Koletzko landet bei der "DM" in Heilbronn bei 7,46 Meter im Sand - die Goldmedaille.	Foto: priedemuth
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Da passt einfach alles: Oliver Koletzko landet bei der "DM" in Heilbronn bei 7,46 Meter im Sand - die Goldmedaille.

Leichtathletik, Hochtaunus

Große Sprünge zum Titel: Oliver Koletzko und Max Lehl sind deutsche Jugendmeister

  • vonJens Priedemuth
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Weitspringer Koletzko (Schmitten) und Stabhochspringer Lehl (Wehrheim) kehren als Deutsche Meister aus Heilbronn in den Taunus zurück. Nur einer musste bis zum Schluss um Gold kämpfen.

Heilbronn- Er kam, sah und siegte: Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) holte nach "Gold" in der Halle nun auch den Titel im Freien. Der Schmittener war zu den deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in Heilbronn mit 7,72 Metern als souverän Führender in der Jahresbestenliste angetreten. Damit hatte er in der Meldestatistik 71 Zentimeter (!) Vorsprung auf Fynn-Henry Khoungkhakoune (Berliner SC) - das sind Welten im Weitsprung.

Da der U18er ein überaus sicherer Springer ist, musste man sich auch keine Gedanken über ein vorzeitiges Aus im Vorkampf machen. So kam es dann auch. Gleich mit dem ersten Sprung (7,38 m) ging "Oli" in Führung. Es folgten noch vier weitere Sprünge jenseits der 7,30 Meter. Im fünften Durchgang steigerte sich Koletzko dann noch auf 7,46 Meter. Robin Eibner (LG Gäu Athletics) lag als Zweiter mit 6,94 Meter schon deutlich zurück.

Für den Springer aus dem Taunus war der zweite DM-Titel ein kleiner Trost für die wegen der Corona-Krise abgesagte U18-Europameisterschaft in Italien. Dort hätte Koletzko zum Aufgebot der deutschen Mannschaft gehört.

Mit der Favoritenrolle ist es immer so eine Sache. Für manchen ist sie Ansporn, den Titelanwärter zu stürzen. Aber auch der Favorit selbst verspürt Druck, seiner Rolle gerecht zu werden. Keinerlei Probleme mit Gedankenspielen dieser Art schien Max Lehl (TSG Wehrheim) zu haben. Der Stabhochspringer hatte im Vorfeld der Titelkämpfe seinen "Hausrekord" auf starke 4,91 Meter geschraubt und führte damit die Meldeliste an. Doch der Abstand zu Titelverteidiger Finn Jakob Torbohm (TSV Bayer 04 Leverkusen) betrug "nur" sechs Zentimeter - etwa eine Höhe im Wettkampf.

Im Frankenstadion stieg Max bei 4,55 Metern ein und meisterte seine Anfangshöhe problemlos. Die dann aufgelegten 4,70 Meter klappten zwar erst im zweiten Versuch, doch die Konkurrenz behielt auch keine "weiße Weste". Mit 4,80 und 4,90 Metern hatte der Stabartist aus dem Taunus keine Mühe - jeweils im ersten Versuch ging es über die Latte. Damit war klar, dass Lehl mit Edelmetall im Gepäck die Heimreise antreten würde. Nur die Farbe der Medaille war noch nicht sicher. Titelverteidiger Torbohm blieb auf der Strecke und teilte sich die Bronzemedaille mit Ole Perske (SC Potsdam). Im Kampf um "Gold" war nur noch Louis Pröbstle (MTG Mannheim) mit im Rennen, allerdings durch zwei Fehlversuche bei 4,90 Metern im Nachteil. Beide Springer entschieden dann nach kurzer Absprache, auf die 4,95 Meter zu verzichten und nahmen die 5,00 Meter in Angriff - jeweils ohne Erfolg. Nach je drei vergeblichen Versuchen war klar: Der DM-Titel geht in den Taunus. Der vergoldete Lehl: "Wenn es gleich von Anfang an so gut läuft, gibt das einem Sicherheit für den gesamten Wettkampf." Wieder zurück in Wehrheim, wurde Lehls Coup mit einer kleinen Garten-Party gefeiert.

Im 400-Meter-Vorlauf wiederholte Okai Charles (Königsteiner LV) seine Zeit vom Gewinn des Hessentitels (49,73 Sekunden) auf die Hundertstel und zog damit ins Finale ein. Nicht in die Spur fand Sven Müller (MTV Kronberg), der 51,14 Sekunden (4.) unterwegs war und damit keine Chance hatte, über die Zeitregel weiterzukommen. Hierfür wären 50,62 nötig gewesen. Im Finale lief Okai Charles dann flott an. Die 200-Meter-Zwischenmarke wurde deutlich zu schnell passiert, so dass in der Zielkurve die Beine schwer wurden. Die letzten 100 Meter waren dann ein harter Kampf gegen den Laktat-Einschuss, der nach eher langsamen 51,07 Sekunden auf Rang acht endete.

Conrad Heinemann hatte sich auf den letzten Drücker für die DM qualifiziert. Der KLV-Neuzugang überraschte über 1500 Meter der U18 nach taktisch gestaltetem Vorlauf (4:11,58 min.) mit dem Finaleinzug. Auch hier wurde nicht auf Zeit, eher auf Taktik gelaufen. Zwischenzeitlich sogar so langsam, dass Heinemann kurzfristig auch mal die Führungsarbeit übernahm. Am Ende bedeuteten 4:19,53 Minuten Platz neun.

Eigentlich wollte Max Grabosch (KLV) über die 5000 Meter eine Medaille holen. Doch daraus wurde für den U20er nichts. Als in der entscheidenden Phase 1600 Meter vor Rennende ein Ruck durchs Feld ging, konnte der Bundeskaderathlet nicht mitgehen - und rätselt noch immer über das "Warum". Mit Rang sieben in 15:22,14 Minuten war er wahrlich nicht zufrieden. 

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