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Erfolgreicher Moment: Claudia Salman-Rath freut sich bei der Hallen-Europameisterschaft 2017 in Belgrad über Bronze im Weitsprung.

Leichtathletik

Große Stütze in schwieriger Zeit

Was macht eigentlich Claudia Salman-Rath? Das Letzte, was wir von ihr gehört haben, war, dass die Langendernbacherin schon im März dieses Jahres die Saison 2018 beendet hatte. Operationen am Knie führten zu diesem Schritt.

Das Jahr 2013 wird Claudia Salman-Rath mit Positivem verbinden. Damals gelang der Sportlerin aus Langendernbach, die bei der LG Dornburg „groß geworden“ ist, auf internationaler Ebene der Durchbruch. Bei der Weltmeisterschaft in Moskau belegte die Siebenkämpferin den vierten Platz und sorgte vor allem im abschließenden 800-Meter-Lauf für Furore.

2017 folgte nach dem Wechsel ihres Trainers – sie arbeitete nun mit Weitsprung-Bundestrainer Uli Knapp zusammen – mit 6,94 Metern im Weitsprung der dritte Platz und damit die Bronzemedaille bei den Hallen-Europameisterschaften. Dazu kam bei den Weltmeisterschaften in London im Siebenkampf noch der achte Rang sowie der zehnte im Weitsprung.

Doch im September 2017 wurde ihr Tatendrang gebremst. Der Grund: Eine Arthroskopie am linken Knie stand an, bei der ein schon länger bestehender Knorpelschaden behoben wurde.

Claudia Salman-Rath begann schon ab Mitte Dezember wieder mit dem Lauftraining. „Ich will versuchen, schon in Götzis die Mehrkampf-Norm zu schaffen. Bis Tokio sind es dann nur noch zwei Jahre, und mit Olympia habe ich noch eine Rechnung offen“, hatte sie nach der Operation erklärt. Der Hintergrund: Sie hatte die Qualifikation zu den Olympischen Spielen 2012 als Vierte denkbar knapp verpasst, und in Rio 2016 erreichte sie den 14. Platz.

Doch schon im März 2018 kam die Erkenntnis: Es macht keinen Sinn, die Saison 2018 wird beendet, bevor sie angefangen hat. Die 32-Jährige entschied dies insbesondere vor dem Hintergrund, dass sie noch zu den Olympischen Spielen 2020 nach Tokio will. Deswegen zog sie eine zweite Operation am Knie vor – und nicht wie geplant nach der Saison 2018.

Aktuell befindet sie sich im Trainingslager in Südafrika. Dort konnte die NNP die Siebenkämpferin erreichen und sie fragen, wie es ihr und ihrem Mann Oliver Salman geht.

Claudia dazu: „Oli und mir geht’s gut. Er steckt in seiner Promotion, und ich habe auch wieder mit dem Studium angefangen. Das letzte Jahr war wegen der Verletzung nicht ganz so einfach. Oliver hat mich aber gut aufgefangen und es mit mir durchgestanden. Er war mir eine große Stütze in der schwierigen Zeit.“ Die Reha schreitet voran. Im Trainingslager in Südafrika arbeitete sie gerade sehr intensiv an ihrem Comeback. Dort hat sie auch schon ihre ersten Tempoläufe auf der Bahn absolviert. Hauptsächlich arbeitet sie derzeit an der Kraft im Oberschenkel und an ihrer Ausdauer.

Gelenkhaut entfernt

Bei der ersten Operation wurde Claudia Salman-Rath die Plica, das ist eine Falte der inneren Gelenkhaut im Kniegelenk, entfernt und ein Knorpel mit einem Chondrofiller (formstabiles Gel) aufgefüllt. Außerdem wurden ein Fettkörperchen und ein weiterer Knorpel abgeschliffen und geglättet. Bei der zweiten OP wurde ihr dann noch ein Dornfortsatz entfernt und der Knorpel an der Kniescheibe geglättet. Es ist immer wieder erstaunlich, wie sich Leistungssportler mit ihrem Körper auseinandersetzen und sich auch in medizinische Feinheiten einarbeiten.

Durch den Trainerwechsel zu Uli Knapp, der in Saarbrücken lebt, musste sich die im Rhein-Main-Gebiet wohnende Leistungssportlerin umstellen.

„Daheim trainiere ich in Frankfurt. Dort habe ich im Olympiastützpunkt und in einem Fitnessstudio in Neu-Isenburg mit der Reha begonnen und werde auch nach dem Trainingslager weiterhin dort trainieren. Mein Coach Uli war aber auch mit im Trainingslager und hat mich hier betreut. Ab Januar/Februar werde ich dann eventuell wieder vermehrt nach Saarbrücken fahren. Aber im Moment kann ich das Aufbautraining noch in der Heimat machen. “

Was uns natürlich brennend interessiert: Wie geht es in 2019 weiter? Und fällt die Entscheidung für oder gegen den Mehrkampf? Oder den Weitsprung?

Claudia Salman-Rath: „Die Vorbereitungen auf die Saison 2019 laufen. Alles ist auf die WM in Doha ausgelegt. Die Frage Weitsprung oder Mehrkampf bekomme ich natürlich oft gestellt. Meine erste Antwort darauf ist immer: Ich muss schauen, wie und ob es mit dem Knie überhaupt klappt. Im Moment gibt das Knie das Tempo vor. Weitsprung oder Mehrkampf, das  steht offen. 2017 hat ja auch beides zusammen ganz gut funktioniert. Aber mein großes Ziel 2020 Tokio habe ich fest im Blick! Eine Hallensaison 2019 wird es aber definitiv nicht geben.“

Die 32-Jährige ist derzeit noch bei der Sportfördergruppe der Bundeswehr Sportsoldatin und nebenbei auch noch Studentin.

Sehr heimatverbunden

Was bedeuten Claudia Salman-Rath  Langendernbach, die LG Dornburg und die Menschen im Kreis Limburg-Weilburg? „Ich verfolge immer noch intensiv meinen alten Verein, die LG Dornburg. Er hat mich schließlich aufgebaut! Außerdem habe ich mit vielen noch sehr guten Kontakt. Und dazu kommt, dass mein Cousin (Florian Hanz, Anm. d. Red.) auch noch im Verein selbst aktiv ist. Somit hat man immer mal ein Auge drauf, was die Sportler von der LG Dornburg so machen“, sagt sie. „Auch bin ich regelmäßig noch in meiner Heimat. Meine Eltern, meine Familie, meine Verwandtschaft und auch meine beste Freundin leben noch dort, und ich fühle mich ihnen sehr verbunden, da sie immer Rücksicht auf mich genommen hatten. Meine Wurzeln sind mir sehr wichtig!“

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