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Matthias Knossalla in Siegerpose.

Triathlon: Knossallas Blog

Von großen Träumen - und wie sie in Erfüllung gehen

Die Nassauische Neue Presse begleitet den Limburger Triathlon-Profi Matthias Knossalla durch das Jahr. In seinem „Blog“ wird der 32-Jährige Sie, liebe Leser, auf dem Laufenden halten und mitnehmen auf eine Reise um die Welt. Diesmal in seine eigene Triathlon-Welt . . .

Meine Geschichte beginnt 1997, als ich mit 13 Jahren zusammen mit meinem Vater auf der Couch bei uns in Limburg saß. Es war ein Sonntagabend, und die ARD Sportschau hat eine Zusammenfassung der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gebracht. Die spektakulären Bilder der verausgabten Athleten in der atemberaubenden Natur der größten hawaiianischen Insel blieben seit diesem Tag in meinem Kopf. Erst viele Jahre später, nämlich 2005, bin ich erneut auf den Ironman aufmerksam geworden. In diesem Jahr gewann mit Faris Al-Sultan (dem aktuellen Bundestrainer im Triathlon) wieder ein Deutscher das wichtigste Rennen des Jahres. Ich war so fasziniert, dass ich mir im Folgejahr den Ironman Frankfurt live vor Ort anschaute. Bis dato kannte ich nur die besten Sportler der Welt aus dem Fernsehen, und ich war nicht darauf vorbereitet, wie sich einige Hobby-Athleten mit Zeiten über zwölf Stunden körperlich dabei quälten. Mich hat diese Erfahrung am Streckenrand erstmal komplett abgeschreckt – von Triathlon wollte ich nichts mehr wissen.

Erst drei Jahre später war ich so weit, es selber doch mal zu probieren. Mit Platz 1122 beim Ironman Frankfurt war ich genau einer der Athleten, die sich unter großen Qualen ins Ziel schleppten. Doch an diesem Tag wurde ein Feuer in mir entfacht: Ich wollte auch unbedingt zur WM nach Hawaii! In den folgenden vier Jahren trainierte ich immer mehr und mehr. Ich wurde jedes Jahr schneller, und 2011 verpasste ich die Qualifikation nur um 41 Sekunden. Ein Gefühl der Freude sowie der Enttäuschung war kaum voneinander zu trennen. Gewonnen hat das Rennen ein gewisser Faris Al-Sultan.

Für das Folgejahr setzte ich dann alles auf eine Karte, ignorierte die Warnsignale meines Körpers, und es passierte, was passieren muss: eine Verletzung im Knie mit anschließender Operation. Das war mein persönlicher Tiefschlag! Ich habe 10 kg zugenommen und war erstmal fertig mit dem Sport. Nach ein paar Monaten voller Selbstmitleid beschloss ich, mich zumindest wieder in Form zu bringen. Und dabei sprang der Funke dann erneut über. Ich meldete mich wieder für den Ironman Frankfurt an, trainierte intelligenter, las alles, was ich über Trainingswissenschaft finden konnte, und suchte mir Trainingspartner, die schon dort waren, wo ich hinwollte.

Am 7. Juli 2013 war es so weit: Race-Day. Nach 8:52 Stunden und einem spektakulären Rennen hatte ich mein Ziel erreicht. Mit Platz drei meiner Altersklasse habe ich mich für die Ironman-WM qualifiziert. Drei Monate später lief ich auf Hawaii über die Ziellinie. Was für ein Gefühl! Im folgenden Jahr wurde ich Profi und bezwang im September 2014 erstmals mein Vorbild im Triathlon, Faris Al-Sultan, beim Ironman 70.3 auf Rügen. Unbeschreiblich!

Es zahlt sich aus, wenn man mit Mut und einer Strategie sein Ziel verfolgt und sich von Rückschlägen nicht aufhalten lässt. Dabei ist es egal, wie weit weg dieses Ziel zu sein scheint, denn kleine Zwischenziele helfen dabei, motiviert auf Kurs zu bleiben. Mittlerweile bestreite ich Rennen auf der ganzen Welt und gebe meine langjährigen Erfahrungen an Menschen in allen Lebenslagen weiter. Besonders freue ich mich, in diesem Jahr, neben meinen Triathlon-Wettkämpfen, eine kleine Tour durch mehrere Schulen machen zu dürfen und dabei junge Menschen zu inspirieren, an ihrem großen Lebenstraum festzuhalten und ihn zu verfolgen. Auch davon werde ich demnächst hier berichten.

Seid hartnäckig und verfolgt euren großen Traum, egal wie verrückt er auch klingen mag! Be Iron!

Euer Matthias

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