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Gleich zwei Handschuhsheimer haben sich den Frankfurter Erste-Reihe-Stürmer Mthunzi Moloi gepackt, der davon aber nicht sonderlich beeindruckt scheint. Teamkollege Jens Listmann schaut gespannt zu.

Rugby

Ein großer Kraftakt

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Auch in seinem letzten Hinrundenmatch gingen die Frankfurter als Sieger vom Platz. Der SC 80 behauptete sich knapp im Spitzenspiel gegen die „Löwen“ aus dem Norden Heidelbergs.

In der intensiven wie spannenden Schlussphase schlug der Lärmpegel an der sonst so ruhigen Feldgerichtstraße in ungeahnte Höhen aus. „Achtzehnachtzig, Achtzehnachtzig“ skandierte die Mehrzahl der engagierteren Zuschauer unter den 400, die Gästefans hielten mit „Löwen, Löwen“-Rufen dagegen. Aber diese verstummten, als Schiedsrichter Daniel O’Connell das Gipfeltreffen der Rugby-Bundesliga Süd/West beendete: Mit 13:10 (0:3) bezwang der SC 80 Frankfurt den bis dato ebenfalls immer mit Bonuspunkt erfolgreichen TSV Handschuhsheim und festigte somit Tabellenrang eins.

„Das ist genau das, was das deutsche Rugby braucht“, betonte der Zweite Club-Vorsitzende Ulrich Byszio, ehe er sich im großen Kreis des siegreichen Teams auf dem Rasen einreihte. „Harte Arbeit lohnt sich“ war der Tenor bei den Schwarz-Roten. „Unser Kampfgeist“, sagte Kapitän Hassan Rayan, sei der entscheidende Faktor für den siebten Sieg im siebten und letzten Hinrundenspiel der Ersten Liga gewesen. „Handschuhsheim war vom Anfang bis zum Ende ein ebenbürtiger Gegner. Es war ein großer Kraftakt.“

Dabei deutete zunächst wenig darauf hin, dass es auch ein richtiges Spitzenspiel werden würde. Beide Mannschaften traten ohne ihre aktuellen Nationalspieler an (siehe Extra). Und in der Anfangsphase leisteten sich vor allem die Frankfurter jede Menge Fehler, auch recht einfache, so konnte kein Spielfluss aufkommen. Nervosität, meinte Byszio, sei der Hauptgrund dafür gewesen.

Jedenfalls konnten die Gastgeber zufrieden sein, lediglich mit einem 0:3-Rückstand in die Pause gegangen zu sein; Zweite-Reihe-Stürmer Jens Listmann hatte sich zudem noch eine Zehnminutenstrafe eingehandelt.

Nach dem Seitenwechsel steigerte sich die 15 von Trainer Byron Schmidt spürbar. Besonders Hakler Marcel Becker personifizierte den extremen Kampfgeist, der nötig war, um die Kurpfälzer noch zu bezwingen. Mit zwei Strafkicks sorgte Edoardo Stella für das 6:3 der „80er“, dann unterlief dem Italiener allerdings ein fataler Fehlpass, so brachte Außenspieler Atu Katoa mit einem Sprint über dreiviertel des Spielfeldes die „Hendsemer“ wieder nach vorne.

Doch die Frankfurter bauten wieder Druck auf. Und Max Grimm vollendete ein Mehrphasenspiel mit dem einzigen Versuch der Gastgeber. Anschließend gelang es ihnen, das Geschehen in die Hälfte des TSV zu verlagern, erst in der Schlussminute geriet das eigene Malfeld noch einmal in Gefahr.

„Wir müssen die gleiche Leistung auch in der Rückrunde zeigen“, hegt Rayan große Ambitionen, in dieser Saison den siebten DM-Titel für den SC 80 zu gewinnen. Das erste Spiel des zweiten Saisonteils findet bereits am Samstag (14 Uhr), gegen den TV Pforzheim, statt. Diese Aufgabe sollte recht einfach zu lösen sein, denn zum Auftakt hatten die „80er“ bei den Badenern locker fünf Punkte geholt (43:0). Verzichten muss Frankfurt laut Byszio weiter auf Ian Minjire, der wegen seiner Roten Karte in der Partie gegen die RG Heidelberg (29:22) noch gesperrt sei.

Ausgezeichneter Kapitän

Eine Auszeichnung hat Zweite-Reihe-Stürmer Hassan Rayan jedenfalls schon eingeheimst: Unlängst bekam er die traditionsreiche Ehrenmütze des SC 1880 für ein Jahr verliehen. Er habe sich als Kapitän auf und neben dem Platz jederzeit für den Club und seine Kameraden einsetzt, hob Abteilungsleiter Todd Kearns in seiner Laudatio hervor.

SC 80: Losada, Becker, Moloi – Rayan, Listmann – Haase, Rupf, Du Plessis – Ketels – Deichmann – Holmes, Sztyndera, Stella (8), Lange – Ewald (Philipp Grimm, Faleiva, Ghiglione, Max Grimm/5, Schröter, Mazare, Beringer).

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