Vorfreude: Ulrike Frech, Svenja Schwarz und Marianne Kühnhold-Greißel (von links) stehen hinter dem Lions-Benefizlauf, der aufgrund der Pandemie erstmals virtuell stattfindet.
+
Vorfreude: Ulrike Frech, Svenja Schwarz und Marianne Kühnhold-Greißel (von links) stehen hinter dem Lions-Benefizlauf, der aufgrund der Pandemie erstmals virtuell stattfindet.

Leichtathletik

Großer Run auf virtuellen Benefizlauf in Königstein

  • vonEsther Fuchs
    schließen

Die Frauen des Lions-Club Königstein-Burg freuen sich über schon mehr als 700 Anmeldungen für ihren virtuellen Lauf. Zeitpunkt und Strecke wählen die Teilnehmer selbst. Die Einnahmen gehen an behinderte Sportler.

Königstein – „Drei, zwei, eins – go!“ – so oder so ähnlich werden sich in der Zeit vom 8. bis einschließlich 16. Mai etliche Hobbyjogger und professionelle Athleten anfeuern. Jedenfalls im Geiste. Der Lions-Club Königstein-Burg wagt das, was andere Vereine in Zeiten von Covid-19 scheuen. Mit Mut und Durchhaltevermögen organisiert der reine Damen-Club unter dem Motto „Wir laufen… nur anders!“ erstmals einen virtuellen Benefizlauf.

Dieser folgt zwar dem Grundgedanken der Läufe früherer Jahre. Aber mit einer wesentlichen Änderung: Während sich normalerweise Hunderte von Teilnehmern der verschiedenen Altersklassen gemeinsam zum Start einfinden, um sich dann auf einer Strecke im Taunus zu tummeln, können diesmal die Teilnehmer den Kurs selbst festlegen und mit dem Laufen beginnen, wann sie wollen. Nur die zu absolvierenden Kilometer sind vorgegeben (siehe auch Extra-Text). Die Zeiten und die Route werden dann per Lauf-Applikation digital dem Lionsclub zugesandt.

Die Königsteiner Organisatorinnen halten den virtuellen Lauf für ein sportliches und soziales Leuchtturmprojekt im Rhein-Main-Gebiet. Das scheinen viele Läufer ähnlich zu sehen. Jedenfalls sprechen die Anmeldezahlen eine eindeutige Sprache. „Die Menschen wollen sich bewegen, und sie möchten dabei an unserem Lauf für die gute Sache teilnehmen“, erzählt Clubpräsidentin Marianne Kühnhold-Greißel. 

Auch World-Games-Siegerin Svenja Schwarz (links) trainiert für den Königsteiner Benefizlauf.

Seit Monaten passen die Clubmitglieder ihre Vorbereitungen den ständig variierenden Pandemieauflagen an. Ihr Tatendrang überzeugt auch Geldgeber und Schirmherren. Bürgermeister Leonhard Helm, Sportdezernent Jörg Pöschl und die bewährten Sponsoren überreichen den Organisatorinnen auch bei der achten Durchführung den Staffelstab.

Nicht nur Marianne Kühnhold-Greißel, selbst aktive Sportlerin mit einigen Marathonkilometern in den Beinen, freut sich, dass schon mehr als 700 Menschen registriert worden sind. „Täglich melden sich mehr Menschen an, die in diesem Jahr zwar getrennt voneinander und doch solidarisch vereint für den guten Zweck laufen“, erklärt Ulrike Frech, Activity-Beauftragte des Damenclubs. Ihre Devise: „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.“

Für wen die Lions-Frauen schon alles gespendet haben

Der Club habe sich trotz des enormen organisatorischen Aufwands entschieden, das unter Hobbyläufern und professioneller trainierenden Athleten gleichermaßen angesehene Event stattfinden zu lassen. Neben der sportlichen Komponente ist bei den Veranstalterinnen auch immer der Wohltätigkeitsgedanke präsent. Startgelder und Spenden kommen stets sozialen Organisationen zugute, wie beispielsweise dem Verein für krebskranke Kinder Frankfurt, der Lebenshilfe oder dem Kinderschutzbund.

In diesem Jahr laufen die Teilnehmer zugunsten von Special Olympics in Hessen, kurz SOHE. Seit 2019 ist Constanze Angermann Geschäftsführerin des Vereins, der sich als Landesverband der weltweit größten vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und Mehrfach-Behinderung einsetzt. „Wir möchten allen Menschen mit geistiger oder Mehrfach-Behinderung ein Sportangebot machen können. Sport stärkt. Nicht nur den Körper“, sagt Angermann. Sie ist dem Engagement der Königsteinerinnen dankbar. Auch am Lions-Benefizlauf beteiligen sich alljährlich Menschen mit Behinderung.

World-Games-Siegerin Svenja Schwarz ist am Start

Dass der Club die SOHE unterstützt, findet Ausnahmeathletin Svenja Schwarz „einfach großartig“. Sie möchte ein Zeichen setzten und geht selbst an den Start. Schwarz ist zweifache Goldmedaillengewinnerin der World Games und räumte 2019 in Abu Dhabi kräftig ab. Dafür wurde sie von den Lesern der Taunus Zeitung zur „Sportlerin des Jahres“ gewählt. Die Spitzenathletin lebt in Oberursel. 

„Klar, laufe ich mit“, sagt die 30-Jährige, die den Lauf auch zu Trainingszwecken nutzen wird. „Ich merke schon, dass Corona auch meine Muskeln beeinträchtigt hat. Es ist Zeit, wieder fit zu werden. Ich möchte demnächst meine Bestzeit toppen“, sagt Schwarz. Sie wird Mitte Mai ihre Runden für den guten Zweck drehen. Nebenbei rührt sie auf ihrer Internetseite und in den sozialen Netzwerken die Werbetrommel.

Für Marianne Kühnhold-Greißel setzen die Organisatorinnen schon jetzt ein Zeichen: „Alle ziehen an einem Strang. Wenn alle zusammenhalten, läuft es einfach. Da kann auch die stärkste Krise nichts ausrichten.“

So läuft der Benefizlauf ab

Der achte Königsteiner Benefizlauf findet von Samstag 8. bis einschließlich Sonntag, 16. Mai 2021 virtuell statt. Jeder läuft für sich und doch im Geiste vereint für die gute Sache. Die Strecke wählen die Teilnehmer entsprechend ihres persönlichen Fitnesslevels. Erwachsene sollten zumindest 2,5 Kilometer, besser sogar 5 oder 10 Kilometer schaffen. Kinder und Jugendliche können sich für eine Route von 2,5 oder 5 Kilometer entscheiden. Kindergartenkinder und Grundschüler haben die Möglichkeit, zwischen 700 Meter und 1,4 Kilometer zu wählen. Einzel- und Gruppenanmeldungen sind möglich. Gruppen müssen jedoch den Hygieneabstand wahren und die für Gruppen gültigen Covid-Auflagen. Etliche Teilnehmer kommen aus dem Rhein-Main Gebiet, aber auch aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem europäischen Ausland. Spanische Läufer, Portugiesen, Schweizer und Engländer laufen für SOHE. Auch eine Inklusionsgruppe hat bereits zugesagt. Die Anmeldegebühr beträgt für Erwachsene 15 Euro. Jugendliche zahlen 7 Euro, Kinder sind mit 5 Euro dabei. Betreuer für Menschen mit Einschränkungen können kostenfrei teilnehmen.

Die Anmeldung erfolgt über www.benefizlauf-königstein.de. Dort finden sich auch weitere Informationen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare