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Möchte im Frühjahr 2020 als Manager beim FC Neu-Anspach aufhören: Michael Caspari (links)

Fußball Hochtaunus

Großer Umbruch beim FC Neu-Anspach

Ein Kommen und ein Gehen beim FC Neu-Anspach: Nach einer enttäuschenden Saison mit einem personellen Umbruch im Schlepptau blickt der Gruppenligist wieder nach vorne. Heute um 19 Uhr ist Trainingsauftakt. Sportchef Caspari wird nach der nächsten Saison aufhören.

Jener FC Neu-Anspach, der in der kommenden Spielzeit in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt/West zum Kampf um Punkte und Tore antritt, wird nicht mehr viel mit jener Mannschaft gemein haben, die in der vergangenen Saison am Ende auf dem neunten Platz gelandet war. Zumindest personell, denn der Kader unterlief in den vergangenen Wochen ein ungewohnt großer Umbruch.

Gleich zehn Spieler haben den Verein verlassen, darunter auch bis dato etablierte Leistungsträger, wie etwa Rechtsverteidiger Vladislav Fomin, Torjäger Christian Kaus (beide wechselten zur Usinger TSG) und Kapitän Oliver Pauls (zum FC Kalbach). „In den zurückliegenden zehn Jahren war es bei uns fast schon Tradition, dass wir drei Abgänge und drei Zugänge hatten“, sagt Michael Caspari. Doch in Absprache mit seinem Trainer Jörg Loutchan kam der FCNA-Manager zu der Überzeugung, dass dieses Mal mehr getan werden musste.

Ebenfalls nicht mehr Teil des Teams sind künftig Achraf Gara Ali, Faruk Cirak, Alexander Clark, Siyar Mohabat, Julian Paul, Steffen Paul und Nikolas Pauly. Bei allen ist die sportliche Zukunft, will heißen: der künftige Klub, noch vollkommen offen. Aus emotionaler Sicht überraschte Caspari nur der Abgang von Fomin sowie das Sabbatjahr von Manuel Müller, der zwar weiterhin angemeldet bleibt, sich aber eine Auszeit vom Sport nehmen wird. „Es sind beides menschlich supertolle Jungs, die zudem aus unserem Nachwuchs kamen“, so der Sportchef.

34-Tore-Duo nicht mehr da

Die restlichen Abgänge seien dagegen vom Verein gewollt und hatten sich seit längerem auch abgezeichnet. Besonders interessant wird sein, wie in der Offensive der Verlust von Gara Ali und Kaus kompensiert wird. Zusammen kam das Duo in der vergangenen Spielzeit auf 34 Tore. Die meisten davon fielen allerdings bereits während der Hinrunde, als es im Team noch generell gut gelaufen war.

Neu verpflichtet wurden erfahrene und bewährte Kräfte wie Patrick Berschick, Robin Hartmann, Dennis Fliess (alle TuS Merzhausen), Sabit Zejnullahu (FSV Friedrichsdorf), Erik Langlitz (SC Dortelweil) und Fuad Salihovic (SG Westend Frankfurt). Dazu gesellt sich eine Reihe von Talenten: Najmaddin Abuhoureyah, Ricky Coleman, Lennard Klopstock, Henrik Nagel, Jan Schliesche (alle eigene A-Jungend) sowie Naoufal Akhi (TSG Wieseck, A-Jugend) und Emre Ertem (Makkabi Frankfurt A-Jugend). Mit diesem Mix aus Erfahrung und jugendlichem Elan möchte der FCNA künftig ehrgeiziger auftreten und noch schneller spielen lassen. Zudem erhofft sich Caspari auch mehr Mut zur Gegenwehr in Phasen, in denen es mal nicht wie am Schnürchen läuft.

Zur Erinnerung: In der Saison 2018/19 stand Neu-Anspach nach dem 13. Spieltag auf dem zweiten Platz der Gruppenliga. In den Wochen zuvor hatte man teils überragenden Offensivfußball geboten. Dann aber folgte eine Talfahrt, die das Team am Ende auf Rang neun landen ließ. Diese Platzierung täuscht sogar, denn der Vorsprung auf TuS Merzhausen als erstem Absteiger betrug am Ende nur schmale drei Punkte. In der nächsten Spielzeit möchte man möglichst nicht um den Klassenerhalt kämpfen müssen, doch ob das neuformierte Team wie erhofft funktioniert, bleibt abzuwarten.

„Ich bin nicht so überheblich, dass ich sage, es wird zu hundert Prozent klappen“, gesteht Caspari. Sicher ist dagegen, dass er sein Amt als Sportlicher Leiter in einem Jahr an Jerome Lehmann übergeben wird. „Als Leiter unseres Nachwuchszentrums macht Jerome bereits einen super Job, weswegen er elementar wichtig für den Verein ist“, sagt Caspari und fügt schmunzelnd an: „Die A-Jugendlichen, die jetzt hochkommen, sind komplett sein Werk. Die Jungs kennen mich gar nicht.“

„Das ist schon verrückt“

Die Jugend soll auch in Zukunft eine wichtige Rolle im Vereinskonzept spielen. „Was Neuzugänge angeht, gab es noch den einen oder anderen, den wir gerne gehabt hätten“, gesteht der starke Mann des FCNA ein, „aber mittlerweile gibt es im Hochtaunus extrem finanzstarke Konkurrenz. Was momentan abgeht, ist schon verrückt.“ An diesem Wettrüsten möchte sich Michael Caspari nicht beteiligen. Er wünscht sich bloß, dass er seinem Nachfolger einen stabilen Gruppenligisten übergeben kann.

ROBIN KUNZE

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