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Spielertrainer Sebastian Linder hat bei der HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten aufgehört.

Handball, Hochtaunus

Großer Umbruch bei der HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten

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Seit einigen Jahren spielt die Dreier-HSG aus dem Taunus in der Bezirksoberliga eine gute Rolle. Nach dem Karriereende von Sebastian Linder muss sich die Mannschaft unter Rückkehrer Jens Petry und Daniel Sailler neu (er)finden.

Jens Petry steht in der Mitte seines Lebens, da vergeht die Zeit manchmal wie im Flug. Was sind da schon sechs Jahre? Für einen Handballtrainer dann doch eine lange Zeit. So lange ist es her, dass der 43-Jährige zuletzt aktiv mitwirkte, bei der HSG Schwalbach/Niederhöchstadt, seinem Heimatverein, war das.

Für diese Saison hat die HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten den Übungsleiter aus dem Ruhestand geholt. Die HSG hält den früheren Spielertrainer des Trägervereins MTV Kronberg gemeinsam mit Daniel Sailler, der auch mitspielt, für die richtigen Moderatoren des wohl größten Umbruchs seit Bestehen der Dreier-Spielgemeinschaft aus dem Taunus.

Zurück als Trainer: Jens Petry (HSG Steinbach/Kronberg/Glashütten)

Als Petry wieder in der Halle stand und seinen Spielern die Anweisungen erteilte, fühlte es sich für ihn noch nicht so an, als sei er so lange weggewesen. Spätestens beim ersten Testspiel jedoch nahm er seine Pause voll wahr. Bei seinem Amtsantritt habe er sich gewünscht, verschiedene organisatorische Aufgaben abgenommen zu bekommen. Spielberichtsbögen auszufüllen, sei vor den Spielen beispielsweise immer so eine lästige Pflicht gewesen, womit Petry der Meinung vieler Handballtrainer sein dürfte. „Läuft jetzt alles digital“, lächelt der Rückkehrer, „auch über die Trainingsbeteiligung führe ich kein Buch mehr. Das wird über eine App geregelt.“ Die ersten Jahre dieses Jahrzehnts verliefen dann doch noch deutlich analoger.

Handball spielen muss seine Mannschaft selbstverständlich noch selbst, und das wird sie vermutlich ganz anders tun als im Frühjahr, als die HSG wieder einmal einen sicheren Mittelfeldplatz in der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt belegt hatte. Spielertrainer Sebastian Linder, der frühere Profi von Wallau und Dormagen, hat eine Handball-Pause eingelegt. Er war nicht nur wegen seiner vielen Tore über Jahre die prägende Figur der HSG.

Trainer Petry: "Wir brauchen Zeit"

Weiterhin haben sich mit Torwart Salvatore Salomone und Rückraumspieler Max Unterharnscheidt zwei absolute Leistungsträger aus familiären Gründen zurückgezogen, ebenso möchte der frühere Spielertrainer Patrick Heidl nicht mehr in der 1. Mannschaft mitwirken. Dazu kommen die Abgänge von Niklas Haupt (zurück zur TSG Oberursel) und Raphael Elfu (zurück zur HSG Neuenhain/Altenhain). Weshalb man Trainer Petry glaubt, wenn er sagt: „Ein neuer Stil für die Mannschaft muss sich erst noch herausbilden. Wir brauchen Zeit, um uns zu finden. Wir lassen die Saison erst einmal auf uns zukommen.“

Ärgerlich für Petry und Sailler, dass sich Torwart Robert Eichelberg gleich im ersten Training einen Kreuzbandriss im Knie zugezogen hat. Ein Glück hat sich mit Philipp Uhl ein Schlussmann für diese Saison angeschlossen. Er kommt aus Schwalbach, ebenso wie Tobias Helbig, Paul Beetz und Sascha Reuß, mit denen Petry teilweise noch zusammengespielt hat. Zuletzt liefen die Neuzugänge allerdings nur in der Bezirksliga B auf.

Talent, sagt Petry dennoch, sei auf jeden Fall ausreichend in seiner Mannschaft vorhanden, in der Spieler wie Thomas Mollath, Jens Weigand und Maron Hofmann jetzt mehr Verantwortung übernehmen würden. In der Vorbereitung – zuletzt wurde die HSG MainHandball mit 41:31 geschlagen – habe man einige Schritte nach vorne gemacht. Ziel sei es in erster Linie, aus der Mannschaft einen Stamm für die nächsten Jahre herauszubilden. „Und wieder für mehr Begeisterung auf den Rängen zu sorgen“, schrieb Petry hinterher.

Das sei ihm aufgefallen, als er in sich der vergangenen Runde Spiele anschaute. Die Bezirksoberliga habe ein gutes Spielniveau, aber die Stimmung in der Halle habe nachgelassen. So soll das bitteschön nicht bleiben. Dann wird das Handy weggelegt und in die Hände geklatscht. Dafür möchte Jens Petrys HSG mit ihrem Handball sorgen.

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