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Vier Punkte bis Platz 1: Die Beienheimer um Leon Hirzmann (Mi.) träumen vom Sprung in die Verbandsliga.

Fußball

Gruppenliga: Höhenflüge sollen weitergehen

Zwei müssen nach hinten schauen, zwei dürfen die Blicke dagegen kühn nach vorne richten: Das „Friedberger“ Gruppenliga-Quartett ist kurz vor der Winterpause zweigleisig unterwegs.

Überzeugend aufgespielt, unglücklich verloren: Auf diesen Nenner ließ sich die jüngste 3:4-Niederlage des FC Olympia Fauerbach in der Fußball-Gruppenliga Frankfurt West bei Titelaspirant Spvgg. Oberrad bringen. Die Olympianer rutschten dadurch wieder auf Rang 13 – aus Sicht von Trainer Lars Osadnik völlig zu Unrecht: „Wir wurden in Oberrad gnadenlos verpfiffen, so wie ich es bislang noch nie erlebt habe.“

Nach Osadniks Privatrechnung seien seinem Team in dieser Runde schon acht Punkte durch „extrem krasse Fehlentscheidungen abhandengekommen“. Was das Oberrad-Spiel angeht: ein 3:3 als Endergebnis sei allemal hochverdient gewesen. So hätte man es dem Fauerbacher Coach auch von Seiten der Spvgg. Oberrad nach dem Schlusspfiff bestätigt. Sei’s drum, die Olympianer hoffen im morgigen Heimspiel gegen den FC Kalbach (14.45 Uhr) laut Coach „wieder auf vernünftige Schiedsrichter“.

Die seit nunmehr 13 Spielen sieglosen Kalbacher sind in der Tabelle mittlerweile auf Abstiegsplatz 14 gesegelt. „Ein Gegner, den wir unbedingt schlagen müssen“, fordert Lars Osadnik, auch vor dem Hintergrund der 0:5-Packung seiner Mannschaft im Hinspiel. „Wenn wir das Selbstbewusstsein, das wir uns aus dem 4:0-Sieg gegen den Türk. SV Bad Nauheim und der starken Leistung in Oberrad geholt haben, morgen abrufen können, sollten wir einen Dreier schaffen“, sagt Osadnik. Zu ersetzen hat er neben den Langzeitverletzten Michael Walther und Lennart Retzloff auch den am Knie verletzten Dominik Mosler. Die noch leicht angeschlagenen Andreas Baufeldt und Ugur Ürün sollten dagegen morgen dennoch im Kader stehen.

Der SC Dortelweil – punktgleich mit Olympia Fauerbach – muss die Blicke unverändert nach hinten richten und steht morgen beim FSV Friedrichsdorf (sechs Siege aus den letzten sieben Spielen) vor einer extrem schweren Aufgabe, Bis auf den gezerrten Leon Günther komplett, wollen die Dortelweiler auf die Siegerstraße zurückkehren. Die mussten sie zuletzt nach acht Spielen erstmals wieder verlassen: durch die 1:2-Niederlage im Wetterauduell mit dem SKV Beienheim. Für den privat verhinderten Chefcoach Markus Beierle wird Co-Trainer Julian Mistetzky die Mannschaft betreuen.

Bäume können einem Sprichwort gemäß nicht in den Himmel wachsen. Vielleicht können sie es aber doch. Dafür nämlich könnten die beiden Liganeulinge SKV Beienheim (3.) und Türk. SV Bad Nauheim (4.) sorgen, die ursprünglich mit dem Ziel „Sicherung der Klasse“ angetreten waren. Jetzt sind die beiden aber nur vier (SKV) beziehungsweise fünf Punkte (Türk. SV) von den ersten zwei Tabellenplätzen entfernt. Ein Durchmarsch in die Verbandsliga ist für beide durchaus ein Thema.

„Die Harmonie in unserer Mannschaft stimmt, es läuft super – warum sollte uns nicht der erstmalige Aufstieg in die Verbandsliga gelingen?“, stellt Bad Nauheims Pressesprecher Bugra Yilmaz in den Raum. Einer Fortsetzung der Zusammenarbeit mit Spielertrainer Tufan Tosunoglu stehe laut Yilmaz nichts im Wege, und da auch der zu Saisonbeginn verpflichtete Torjäger Salih Yasaroglu sich als würdiger Nachfolger des zu Regionalligist Kickers Offenbach gewechselten Jake Hirst erweise, spreche nichts für ein Ende des Nauheimer Höhenfluges. Bis auf den gesperrten Arif Karakoc können die Badestädter morgen Bestbesetzung bei Schlusslicht TSG Nieder-Erlenbach aufbieten.

Der SKV Beienheim gastiert morgen beim heimstarken FC Neu-Anspach. „Dorthin fahre ich immer wieder gerne“, versichert SKV-Spielertrainer Sebastian Spisla, „das ist ein sehr gut geführter Verein mit einem sehr guten Trainer – ich tausche mich mit Rico Henrici Woche für Woche aus.“ Das Positive überwiegt also bei Spisla, was das morgige Spiel angeht, wenn er auch als Spieler „zu meiner Zeit in Kalbach und in Nieder-Erlenbach in Anspach stets schlecht ausgesehen habe“. Das soll sich morgen ändern: „Ein Punkt wäre was Feines. Dann noch ein Heimsieg nächste Woche gegen Fauerbach – und dann kann die Winterpause kommen.“

Wie weit der Erfolg den SKV, für den es laut Spisla „ja viel besser als gedacht läuft“, in dieser Runde noch tragen wird – abwarten. „Es ist meine allererste Trainerstation. Und wir haben hier einen Riesenspaß und Erfolg. Mal schauen, wo wir am Ende landen“, schmunzelt Spisla. Verzichten muss er morgen auf Spielführer Admir Pllana (Muskelfaserriss in der Wade), so dass Timon Wolf die Kapitänsbinde überstreifen wird. Auch Angreifer Mike Michalak muss passen – die Grippe. Letzterer wird von Leon Hirzmann vertreten, der zuletzt die Bank drückte. Advan Cakiqi trägt sich derweil mit Abwanderungsgedanken und erwägt in der Winterpause, aus beruflichen Gründen tieferklassig zu wechseln. gg

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