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Torwart Nico Molitor (Vatanspor, links) faustet den Ball vor dem späteren Torschützen Ibrahim El Ouahiani (DJK) weg.

Fußball, Hochtaunus

Gruppenliga: DJK Bad Homburg dreht das Spiel der alten Bekannten

Rund 200 Zuschauer sehen am Mittwochabend in Kirdorf ein Derby in der Gruppenliga Frankfurt West, das einen Bad Homburger Fußball-Manager am Ende sprachlos macht. An der Tabellenspitze bleibt die Usinger TSG nach einem 5:1-Sieg im Derby beim FC Neu-Anspach.

Es hat sicher auch mit einer allgemeinen Entwicklung im Fußball der letzten Jahre zu tun, dass die beiden Kirdorfer Rivalen in der Gruppenliga, die DJK Bad Homburg und der TSV Vatanspor, ihr Torhüter-Gespann tauschten. Marco Kapias stand im Ortsduell gestern Abend am Wiesenborn zwischen den DJK-Pfosten, Rachid Döring saß auf der Bank, beide gehörten im Verbandsliga-Abstiegsjahr dem TSV-Kader an. Dagegen holte Vatanspor Torwart Nico Molitor vom Nachbarverein, ebenso dessen Ersatzmann Jan Bieker (der noch im Urlaub ist).

Rekordverdächtige neun Spieler des TSV sind insgesamt an den Wiesenborn gewechselt, nachdem die einstigen Macher wegen der vagen Zukunft des Vereins ihrer kompletten Mannschaft die Freigabe erteilt hatten. Es verwunderte am Mittwochabend deshalb nicht, dass ausschließlich ehemalige Vatan-Spieler der DJK den 3:1-Sieg gegen ihren Ex-Club bescherten. Was aber manchen verwunderte, ist der deutliche Leistungsabfall der neuformierten Elf des Vereins mit türkischen Wurzeln nach der Pause.

Auch Hüseyin Güven, Sportlicher Leiter des TSV, war sprachlos ob des Spielverlaufs, „total den Faden verloren“ habe das Team von Trainer Necip Incesu. Vor gut 200 Zuschauern, darunter einige Friedrichsdorfer Fußballer, die mit ihren Mannschaften erst heute im Einsatz sind, hatte sich im ersten Abschnitt ein gefälliges Spiel ohne großartige Torraumszenen entwickelt, in dem Vatanspor langsam das Kommando übernahm und folgerichtig durch Danyal Tekin in Führung ging. Der hatte in der 40. Minute einen Strafstoß nach einem Foul an Denilson da Silva verwandelt (beide kickten zuletzt für die Sportfreunde 04 Frankfurt).

In der Pause sah der verletzte DJK-Stürmer Ibrahim Cigdem, in der Vorsaison noch Spielertrainer von – Sie erraten es – dem TSV Vatanspor, seine neue Mannschaft, die sich erst finden müsse, „noch ganz gut bedient mit dem Ergebnis“. Doch die Wende folgte nach rund einer Stunde. Adrian Augustincic drosch einen Freistoß aus größerer Distanz an die Latte, und für den Abpraller war Soufian Chihab zur Stelle. Keine fünf Minuten später wurde Ibrahim El Ouahiani per Steilpass auf die Reise geschickt – 2:1 für die DJK. Alles klar machte dann Jeff Thielmann per Kopfball nach guter Vorarbeit von Joel Tekie in der 80 Minute.

Der eingewechselte TSV-Rückkehrer Alexander Ujma vergab per Freistoß das zwischenzeitliche 2:2, ansonsten kam nichts von den Gästen. Aber dafür von DJK-Trainer (und Ex-Vatanspor-Coach) Enis Dzihic umso mehr: Er hatte in der zweiten Halbzeit Mike Schaidreiter für den ordentlich spielenden Christopher Skoczny gebracht und auf ein 4:2:3:1-System umgestellt, was Chihab und El Ouahiani mehr Freiräume in der Offensive gab. „Das“, war sich Dzihic sicher, „war der Schlüssel zum Sieg.“

WOLFGANG KULLMANN

FC-TSG Königstein - SKV Beienheim 2:1

Nachdem der 1. FC-TSG Königstein zum Saisonauftakt bei den Sportfreunden Friedrichsdorf schon nah dran war (1:1), hat es gestern Abend für die junge Mannschaft von Trainer Bayram Mechmet mit dem ersten Sieg geklappt. Gegen den SKV Beienheim setzte sich der Taunus-Verein mit 2:1 durch. Anfangs leicht überlegen, schlugen die Königsteiner gerade in der Phase letztmals zu, in der die Gäste am Drücker waren und das Spiel auf Messers Schneide stand.

In der ersten Halbzeit wäre Mechmet mit der Leistung seines Teams wohl einverstanden gewesen, wenn da nicht der fahrlässige Umgang mit den Torchancen gewesen wäre. Aaron Schlünz vergab die Beste, als er, alleine vor dem Tor stehend, sein Ziel verfehlte. Kurz nach dem Wechsel machte es Can Cosar besser – 1:0 für Königstein. Bei der nächsten klaren Chance sah sich Yuuki Hasegawa wahrscheinlich schon als Torschütze, anders konnte man sich kaum erklären, dass der junge Japaner im FC-Trikot das leere Tor verfehlte. Das rächte sich, die Gäste aus der Wetterau kamen auf und erzielten durch Ante Paradzik den Ausgleich (77.). Yuuki Hasegawa wurde jedoch noch zum gefeierten Mann, als er in der Schlussphase eine Vorlage von Ali Osman zum 2:1-Siegtreffer verwertete. (rem)

FC Neu-Anspach - Usinger TSG 1:5

Die Usinger TSG wird im Derby der alten Rivalen in der Fußball-Gruppenliga der Favoritenrolle gerecht und gewinnt mit 5:1 beim FC Neu-Anspach. Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf nicht ganz wider, denn die Hausherren hielten phasenweise gut dagegen.

„Zur Halbzeit lagen wir mit 1:2 hinten, weil wir uns zwei katastrophale Fehler erlaubten“, analysierte Jörg Loutchan nach dem Spiel. In der 23. Minute sah der Trainer des FCNA wie die rund 300 Zuschauer, wie sein Abwehrchef und Kapitän Dominik Juric den Ball am eigenen Strafraum in die Füße von Torben Selzer spielte. Selzer nutzte das Geschenk zum 1:0 für Usingen. Das 2:0 resultierte aus einer Ecke, bei der die Anspacher Beteiligten unglücklich agierten, weswegen Tim Tilger am langen Pfosten einschieben konnte (32.). Die UTSG war feldüberlegen, weil die Abläufe schon fast perfekt saßen. Doch in der 43. Minute konnte Niklas Kraus, der frei aus dem Rückraum abschloss, verkürzen.

Den Schwung nahmen die Gastgeber mit in die zweite Halbzeit, in der sie in der ersten Viertelstunde spielbestimmend waren. Usingen dagegen war plötzlich überraschend passiv, setzte aber in der 60. Minute einen Nadelstich in Person des früheren Anspachers Marco Weber, der erneut Juric zu einem Fehler zwang und dann Sturmpartner Marcel Kopp zum 3:1 assistierte. „Das ist auch die Qualität von Usingen“, sagte Loutchan, „wir hatten zwei Möglichkeiten zum Konter, schaffen es aber nicht zum Torabschluss. Sie treffen hingegen eiskalt im Stile einer Spitzenmannschaft.“ So auch in der 67. Spielminute: Anspach war weit aufgerückt, und ein langer Ball ins Zentrum auf Weber führte zum 4:1 für die Gäste. In der 79. Minute verpasste Weber dann aus kurzer Distanz per Kopf, doch eine halbe Minute später traf er mit dem Fuß zum 5:1-Endstand.

„Ich habe nicht gesehen, dass wir vier Tore schlechter waren“, ärgerte sich Loutchan über das deutliche Ergebnis, „aber wir haben eben Fehler gemacht, die passieren, wenn man noch grün hinter den Ohren ist.“ Mit der Einstellung seiner Mannschaft war er wie schon am ersten Spieltag gegen Dortelweil zufrieden. Bis zum Abpfiff versuchte der FCNA das zweite Tor zu erzielen, wurde aber nicht mehr für den Aufwand belohnt. Ärgerlich aus Sicht der UTSG war einzig die Verletzung von Marc-Martin Kaul. Der Innenverteidiger blieb in der 51. Minute nach einem Zweikampf am Boden liegen und konnte nur von zwei Mitspielern gestützt das Feld verlassen.

ROBIN KUNZE

Donnerstag (20 Uhr): FSV Friedrichsdorf - SF Friedrichsdorf

Vor zwei Jahren gelang dem FSV Friedrichsdorf der Sprung in die Fußball-Gruppenliga, die Lokalrivalen der Sportfreunde Friedrichsdorf zogen in diesem Jahr nach, und so steht dem Zwiebackstadtduell auf höherer Ebene (heute, 20 Uhr, Sportpark) nichts mehr im Wege. Dass keines der beiden Teams in Bestbesetzung antreten kann, schmälert die Vorfreude nur geringfügig.

Der FSV muss auf Denis Schäfer, Francesco Marino, Benjamin Celikci (alle im Urlaub), Patrick Bussian (Kapselverletzung) und Kapitän Marc Reichert (Bluterguss) verzichten. „Marc ist mit seiner Mentalität ein echter Derby-Typ, es ist schade, dass er ausfällt“, sagt FSV-Trainer Metin Yildiz. Aufseiten der Sportfreunde wird man Torjäger Florian Kister (noch gesperrt) und Anführer René Krieg (verletzt) vermissen, zudem fehlen in Eugen Schiffmann und Deniz Pekgüzelyigit weitere Stützen. „Allerdings haben wir einen breiten Kader“, sagt Sportchef Martin Schmidt, „die Ausfälle ermöglichen es anderen, sich zu beweisen.“

Während Yildiz noch keinen Favoriten für das Derby ausmachen kann und will, sieht Schmidt ganz klar den FSV im Vorteil. „Sie haben nun zwei Jahre Gruppenliga gespielt und sich dabei stetig positiv weiterentwickelt“, betont er, „man muss sich ja nur das vergangene Wochenende anschauen.“ Da kassierte der FSV in der vorletzten Minute bei der hochgehandelten FG Seckbach das 1:1. „Wir gehen prinzipiell in jedes Spiel, um zu gewinnen“, sagt Schmidt auch, „da geht es dem FSV aber nicht anders.“

Wer das Derby live miterleben möchte, dem sei empfohlen, nach Möglichkeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß zu kommen. Wer mit dem Auto kommt, der wird gebeten, die Beschilderung rund um den Sportpark zu beachten. Entlang des Sportplatzes werden zusätzliche Parkplätze eingerichtet. (rk)

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