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BayramTrainer des 1. FC-TSG Königstein

Taunus-Sport

Ohne Galgenhumor geht es nicht

Die Kreiselstädter legen vor – wer kann morgen nachziehen? Im Derby auf vermutlich tiefem Geläuf spricht morgen einiges für die Besucher.

Genau 100 Tore in 30 Kreisoberliga-Begegnungen hatte der 1.FC-TSG Königstein in der vergangenen Saison erzielt. Auch dank dieser Treffsicherheit konnte das Aufstiegsticket gelöst und die Meisterschaft errungen werden. Nur 24 Treffer aus den ersten 18 Partien in der nächsthöheren Spielklasse ließen allerdings ein schweres Jahr in der Gruppenliga vermuten. Am Donnerstagabend kam im 19. Spiel zwar nur ein weiterer Treffer hinzu, doch dieser reichte aus, um den Tabellenzweiten Spvgg. 05 Oberrad zu schlagen. In der 69. Minute war Wayne Schäfer zur Stelle, um dem Favoriten die vierte Saisonniederlage beizubringen.

Dank des Überraschungserfolgs klettert das Team von Trainer Bayram Mechmet vorübergehend aus der Abstiegszone, überholt dabei die DJK Bad Homburg (22 Punkte) und zieht mit dem TuS Merzhausen (23) gleich. Königsteins Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt treffen am morgigen Sonntag in Merzhausen aufeinander (Anstoß: 14.45 Uhr). Dass in den vergangenen Tagen beim TuS nicht besonders gut trainiert wurde, sieht Trainer Slobodan Turjacanin mit einer gehörigen Portion Galgenhumor als „gutes Omen“. In der Vorwoche trainierte man nämlich stark, fing sich dann aber im Spiel gegen die FG Seckbach ein 1:7 ein. „Sie haben uns auseinandergenommen, das muss man ganz klar sagen“, so Turjacanin.

Die Ernüchterung war umso größer, da die Vorzeichen eigentlich gut waren. Neben den guten Übungseinheiten hatte man sich in der Mannschaftssitzung ausgesprochen. Spieler wie auch Trainer und Vorstand seien daraufhin guter Dinge gewesen, in Frankfurt „etwas zu reißen“. Der Schuss ging nach hinten los. Verzichten musste Turjacanin vor einer Woche auf Leistungsträger Perica Zrakic, der auch jetzt noch angeschlagen ist. Auf der Kippe steht zudem der Einsatz von Routinier Antonio Castellino, und schließlich meldeten sich am Donnerstag noch Kyle Howie, Younes Idrissi und Kai Hohmann krankheitsbedingt ab. Mit dem Quintett würde dem TuS einiges an fußballerischer Qualität verloren gehen.

Aktuell seien aber ohnehin andere Tugenden gefragt, wie der Coach erklärt. Und zwar aus zweierlei Hinsicht. „Wenn du da unten drin stehst, musst du in erster Linie kämpfen, beißen, ackern“, betont Turjacanin, „und auf unserem Rasenplatz kann man zurzeit sowieso keinen richtigen Fußball spielen.“ Das Geläuf, das auch bei gutem Wetter nur geradeso akzeptabel ist, dürfte unter dem für heute und morgen vorausgesagten Regen zusätzlich leiden. Darüber hinaus spielt auch Merzhausens Reserve noch am frühen Mittag, ehe das Gruppenliga-Derby steigen kann. „Es verspricht ein lustiges Spiel zu werden“, sagt Turjacanin, erneut mit einer Extraprise Galgenhumor.

Stephan Bodenröder und Jürgen Bornschein, das Trainerduo der DJK Bad Homburg, können der Partie dagegen mit einer gewissen Entspannung entgegenblicken. Ihr Team gewann zuletzt gegen zwei direkte Kontrahenten im Abstiegskampf: Erst wurde Königstein mit 2:0 besiegt, zuletzt Tabellenschlusslicht TSG Nieder-Erlenbach mit 5:1 überrollt. Dass die Teams trotz der unterschiedlichen Formverläufe so dicht in der Tabelle beisammen stehen, spricht für spannende letzte Wochen im Fußballjahr 2018. rk

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