Auch von zwei Gegenspielern nur schwer zu bremsen: Usingens zweifacher Torschütze Max Miot Paschke (Bildmitte) bekommt es in dieser Szene mit den Stierstädtern Murid Escandar (links) und Sebastien Vidalenche zu tun. Foto: HEIKO RHODE
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Auch von zwei Gegenspielern nur schwer zu bremsen: Usingens zweifacher Torschütze Max Miot Paschke (Bildmitte) bekommt es in dieser Szene mit den Stierstädtern Murid Escandar (links) und Sebastien Vidalenche zu tun.

Fußball Hochtaunus

Gruppenliga: Miot Paschke führt Usinger TSG zum nächsten Kantersieg

Gegen überforderte Stierstädter gelingen dem jungen Offensivspieler der UTSG drei Tore, ehe er verletzt ausgewechselt wird. Ebenfalls zum dritten Mal erfolgreich ist am Mittwochabend der FC Neu-Anspach.

Usingen -Am 1. August hatte Marcel Kopp nicht schlecht gestaunt. Vor dem Testspiel seines FC Kaichen gegen seine ehemalige Fußballmannschaft, die Usinger TSG, verabschiedete Olaf Best den Torjäger in einer emotionalen Rede. Als Dankeschön für neun Jahre im Usinger Dress überreichte der UTSG-Spielausschuss-Boss dem groß gewachsenen Stürmer eine Fotocollage.

Noch beeindruckender war Kopps Bilanz im roten Trikot: In 250 Pflichtspielen für die Usinger erzielte er sagenhafte 168 Tore. Weil mit Marco Weber auch der Gruppenliga-Torschützenkönig (22 Treffer) wechselte, fragten sich bei der UTSG nicht wenige, ob diese beiden Abgänge nicht gravierende Auswirkungen haben werden. Nach dem 6:0-Sieg gestern Abend gegen denFV Stierstadt darf die Prognose gewagt werden, dass dem nicht so ist.

Wenn auch bisher gegen keine Gegner, die ganz vorne in der Tabelle der Gruppenliga Frankfurt West erwartet werden, feierte die UTSG den dritten "Dreier" im dritten Spiel - und sie hat dabei schon 17 Tore erzielt.

Zum neuen Torjäger könnte beim ehemaligen Verbandsligisten Max Miot Paschke aufsteigen. Nach je zwei Treffern beim 5:2 gegen Steinfurth und 6:0 in Fauerbach gelangen dem 21-jährigen offensiven Mittelfeldspieler gestern Abend gegen den überforderten Aufsteiger Stierstadt sogar deren drei.

Schon in der ersten Minute hatte Pierre Hübsch auf dem Usinger Kunstrasen den Ball erobert und auf Miot Paschke quer gelegt, der sich die frühe Chance zum 1:0 nicht entgehen ließ. Der Aufsteiger aus dem Vordertaunus versuchte, durch viel Einsatz und eine robuste Gangart ins Spiel zu finden und hätte nach 24 Minuten durch Nico Matticoli zum Ausgleich kommen können. Pascal Bretschneider rettete auf der Linie. So konnte Miot Paschke acht Minuten später auf 2:0 erhöhen: Vorlagengeber Vinzent Schell, der hinter Christian Kaus als "hängende Spitze" agierte, hatte drei Stierstädter aussteigen lassen. Als Miot Paschke nach einer guten Stunden abermals zuschlug (Flanke: Hübsch), war das Derby vorzeitig entschieden.

"Er ist momentan einfach in einer Bombenform", lobte Olaf Best den dreifachen Torschützen. Sagte es und musste die verletzungsbedingte Auswechslung von Miot Paschke mitansehen. Auch Nicolai Doerntes Adduktorenverletzung war wieder aufgebrochen.

Die Gastgeber hatten aber noch nicht genug: Schell schoss nach einem "Sahnepass" von Bretschneider das 4:0. Nach der Gelb-Roten Karte für FV-Verteidiger Sebastien Vidalenche (wiederholtes Foulspiel innerhalb von fünf Minuten) machten Kaus (72.) und der eingewechselte Gzim Berisha (75.) das halbe Dutzend voll.

"Es war wie in den ersten beiden Spielen auch: Wir haben uns in der zweiten Halbzeit in einen Rausch gespielt", freute sich Best.

Dagegen schlug Stierstadts Sportlicher Leiter Marco Hentsch die Hände über dem Kopf zusammen. "Viele, viele Fehler" habe der Neuling gemacht. Jetzt gelte es aber den Kopf hochzunehmen, denn am Sonntag käme mit Fauerbach ein schlagbarer Gegner. Mit Tim Pelka hatte übrigens ein weiterer ehemaliger UTSG-Stürmer wegen einer Zerrung auf der Bank Platz nehmen müssen. Der 40-Tore-Mann aus der Vorsaison ist für den FV Stierstadt nicht zu ersetzen. (rem)

SG Anspach - TSG Niederrad 3:0 (0:0): Mit zwei Siegen und 10:1 Toren ging der FC Neu-Anspach als klarer Favorit in die Gruppenliga-Partie gegen die TSG Niederrad. Doch die Gastgeber taten sich gegen defensiv gut sortierte und hochmotivierte Gäste lange schwer, ehe sie noch einen 3:0-Sieg bejubelten. Eine nennenswerte Chance sprang in den ersten 45 Minuten nicht heraus, dafür hatte man Glück. „In der 37. Minute haben sie die Latte getroffen, das hätte das 1:0 sein können. Dann wäre das Spiel vielleicht anders verlaufen“, berichtet FCNA-Sprecher Christian Scheuermann. Anspach rettete das 0:0 in die Kabine. 

Später änderte sich das Bild, da die Kräfte der Gäste allmählich nachließen. „Sie haben wahnsinnig aggressiv und laufintensiv begonnen“, so Scheuermann, „doch in der zweiten Hälfte war die Luft irgendwann weg. So haben sich Räume für uns ergeben.“ Als „Dosenöffner“ wirkte Mitte der zweiten Hälfte Marco Weber. Bei der ersten großen Möglichkeit für die Hausherren scheiterte der Angreifer noch an Keeper Mert Aydin (65.), doch kurz darauf klappte es: Nach feiner Kombination kam Weber aus rund sieben Meter zum Abschluss – 1:0 (67.). Das 2:0 markierte Niklas Kraus eine Viertelstunde vor Spielschluss nach einer weiten Flanke. Endgültig entschieden wurde die Partie nach einem erneuten Konter. Diesmal war es Kraus, der auf der Außenbahn durchbrach und auf Weber zum 3:0 (80.) ablegte.

„Es war am Ende auch in der Höhe ein verdienter Sieg“, sagte Scheuermann. Einziger Wermutstropfen: Marvin Akkus Rodriguez musste mit Verdacht auf Muskelfaserriss früh vom Feld (26.). (rk)

SF Friedrichsdorf - DJK Bad Homburg 0:0: Das Torfestival, das man angesichts der Einzelkönner in den Reihen der Sportfreunde Friedrichsdorf und von DJK Bad Homburg hätte erwarten können, blieb aus. „Es war aber alles andere als ein klassisches, unspektakuläres 0:0“, betonte Nino Berndroth nach der torlosen Gruppenliga-Partie im Sportpark. Der Co-Trainer der Sportfreunde sah den einen oder anderen Ball bereits drin, doch am Ende fehlte das Quäntchen Glück oder die nötige Präzision oder beides. In der Anfangsphase tauchte beispielsweise Okan Koyun frei vor dem Tor auf, scheiterte aber an DJK-Keeper Marco Kapias. Auf der anderen Seite zeigte Schlussmann Fabio Milicia einen starken Reflex gegen den freistehenden Salih Yasaroglu (70.). 

Die wohl größte Gelegenheit ergab sich in der Schlussviertelstunde. DJK-Zugang Kenam Zejnelovic fasste sich aus der Distanz ein Herz, scheiterte jedoch an der Latte. „Kurz danach hätte es aus unserer Sicht einen Elfmeter geben müssen“, meinte Berndroth, „es sah nach einem klaren Handspiel aus.“ Doch die Pfeife von Schiedsrichter Julian Spies blieb stumm. Bei der DJK schwanden die Kräfte. Die letzten Minuten mussten die Gäste aufgrund einer Verletzung von Innenverteidiger Florian Dreyer zu zehnt durchhalten, da Trainer Ibrahim Cigdem schon dreimal gewechselt hatte.

Cigdem lobte: „Wir gehen aktuell auf dem Zahnfleisch, aber die Spieler haben eine gute Reaktion gezeigt.“ Auf der anderen Seite wusste man das Ergebnis noch nicht ganz einzuschätzen. „Wenn man etwas Positives herausziehen möchte, dann, dass wir zu null gespielt haben“, so Berndroth.“ (rk)

1. FC-TSG Königstein - FSV Friedrichsdorf 2:2 (0:1): Der 1.FC-TSG Königstein holt im Gruppenliga-Derby gegen den FSV Friedrichsdorf den ersten Zähler der Saison. Der Schlüssel zum 2:2-Unentschieden war große Entschlossenheit und Zweikampfhärte. „Sie waren wirklich sehr aggressiv“, sagte FSV-Trainer Metin Yildiz, „es war hart, aber nicht über der Grenze.“ Eine Ausnahme bildete die Szene kurz vor der Pause, als Referee Christian Grieninger auf Foulelfmeter für die Gäste entschied. Diesen verwandelte André Stoss zum 1:0 (43.).

Sicherheit brachte die Führung bei Friedrichsdorf nicht ins Spiel. Kurz nach Wiederanpfiff ließ Torhüter Nick Voigt den Ball nach einem Schuss unglücklich nach vorne prallen, woraus Alexander Schulz Kapital schlug. Der Eingewechselte glich aus (50.). Erneut war es ein Strafstoß, der die Gäste in Führung brachte, diesmal ahndete der Offizielle allerdings ein Handspiel. Stoss war’s egal, er traf auch den zweiten Elfer souverän (55.). Zehn Minuten später wackelte der FSV. Innenverteidiger Namanja Petkovic spielte dem Gegner den Ball im Aufbau in die Füße, was zur Chance von Nico Grill führte. Der Youngster aus der eigenen A-Jugend sicherte so das Remis.

„Das Ergebnis geht unterm Strich in Ordnung, es war eine gute Partie mit viel Tempo“, resümierte Till Sommerfeld. Unzufrieden war Königsteins Sportlicher Leiter mit den Elfmetern. „Beim ersten wird ein Stoßen während eines Eckball gepfiffen, beim zweiten zeigt der Linienrichter, der viel näher an der Aktion dran stand, der Arm sei angelegt gewesen.“ Yildiz ärgerte sich indes über ein weiteres Handspiel, das ungeahndet blieb. (rk)

Gruppenliga Frankfurt West

Spvgg. Fechenheim - SV Steinfurth 3:1

SKV Beienheim - SG Westend 2:0

FC Neu-Anspach - TSG Niederrad 3:0

Usinger TSG - FV Stierstadt 6:0

SF Friedrichsdorf - DJK Bad Homburg 0:0

FSG Burg-Gräfenrode - FCO Fauerbach 1:0

SV Gronau - SC Dortelweil 1:3

1. FC-TSG Königstein - FSV Friedrichsdorf 2:2

1. Usinger TSG 3 3 0 0 17:2 9

2. FC Neu-Anspach 3 3 0 0 13:1 9

3. SC Dortelweil 3 3 0 0 11:1 9

4. Spvgg. Fechenheim 3 3 0 0 6:1 9

5. FSV Friedrichsdorf 3 2 1 0 10:7 7

6. FG Seckbach 2 2 0 0 6:2 6

7. SF Friedrichsdorf 3 1 2 0 6:4 5

8. DJK Bad Homburg 3 1 1 1 2:4 4

9. FC Karben 2 1 0 1 5:2 3

10. Türk. SV Bad Nauheim 2 1 0 1 9:7 3

11. SKV Beienheim 2 1 0 1 2:4 3

12. SV Steinfurth 3 1 0 2 6:9 3

12. TSG Niederrad 3 1 0 2 6:9 3

14. FSG Burg-Gräfenrode 3 1 0 2 1:9 3

15. SG Westend 3 0 1 2 2:5 1

16. 1. FC-TSG Königstein 3 0 1 2 3:9 1

17. Vatanspor Bad Homburg 1 0 0 1 1:5 0

18. SV Gronau 3 0 0 3 3:9 0

19. FCO Fauerbach 3 0 0 3 2:11 0

20. FV Stierstadt 3 0 0 3 1:11 0

Die nächsten Spiele:Seckbach - Vatanspor HG (Do., 20 Uhr), Bad Nauheim - Karben (Do., 20.15 Uhr)

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