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Ab durch die Mitte: der Friedrichsdorfer Patrick Albert gegen die Königsteiner Philip Bizimis (li.) und Finn Patrick Döhla (re.).

Fußball Hochtaunus

Gruppenliga: Die Sportfreunde Friedrichsdorf knacken auch Königstein

  • vonRobin Kunze
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Den sechsten Sieg in Serie feiern die Sportfreunde Friedrichsdorf in der Fußball-Gruppenliga. Dem ambitionierten und erfahrenen Tabellendritten setzen die Youngster des 1. FC-TSG Königstein aber ganz schön zu.

Königstein – In der Gruppenliga musste sich der 1. FC-TSG Königstein den Sportfreunden Friedrichsdorf mit 0:2 (0:1) geschlagen geben. Der Underdog verkaufte sich gut, doch die individuelle Klasse und Erfahrung der Gäste machte den Unterschied aus.

Die Anfangsphase ging jedoch an die jungen Gastgeber, die vom Anpfiff weg extrem hochtourig über den Kunstrasen fegten. Am eigenen Strafraum wurden die Räume geschickt eng gehalten, vorne ließ man den Sportfreunden wenig Zeit und Platz für den Aufbau. „Königstein hat es uns sehr schwer gemacht, und auch nach Standardsituationen waren sie stets gefährlich“, fasste SF-Coach Alexandros Theodosiadis später zusammen. Einen dieser gefährlichen Standards gab es bereits in der 7. Minute: Nach einer scharfen Freistoßflanke kam Abwehrchef Jun Sub Byun an den Ball, konnte die Kugel aber aus sechs Metern nur knapp neben das Tor köpfen.

Nach zehn Minuten setzten sich die Hausherren mit einer schnellen Kombination über den linken Flügel durch. Die anschließende Flanke erreichte den zum richtigen Zeitpunkt eingelaufenen Ali Osman. Doch der Flügelspieler konnte den Ball nicht sauber stoppen, sein Abschluss dadurch von SF-Keeper Fabio Milicia pariert werden.

Nach einer knappen Viertelstunde war es erneut Milicia, der die Gäste vor dem Rückstand bewahrte. Eine weitere gefährliche Freistoßflanke konnten die Sportfreunde zwar abwehren, doch der zweite Ball landete am langen Pfosten bei Philip Bizimis, der aus spitzem Winkel am Schlussmann scheiterte. Nach fast 20 Minuten war es dann – kaum überraschend – eine Freistoßflanke, die Jonas Löffler am Fünfmeterraum an den Pfosten köpfte. „Zu diesem Zeitpunkt hätten wir eigentlich 2:0 führen müssen, doch wir haben uns nicht belohnt. Ab der 25. Minute ist das Spiel dann in die andere Richtung gekippt“, betonte Königsteins Sportchef Till Sommerfeld, der das Team diesmal als Interimstrainer coachte (siehe auch Extra-Text).

Mit etwas Glück und einem starken Torwart rissen die Sportfreunde Mitte der ersten Halbzeit die Spielkontrolle an sich. Umgehend führte dies zum Führungstreffer, den Jonatan Tesfaldet per Kopfball nach einer Ecke besorgte (25.). Noch bevor Königstein den Anstoß ausführte, ließ Friedrichsdorfs Kapitän Markus Hofmeier seine Teamkollegen wissen, dass es 0:0 stehen würde. Das stimmte zwar nicht, er wollte damit aber einen Kritikpunkt aufgreifen, den Trainer Theodosiadis schon mehrmals in dieser Saison geäußert hatte: Die spielstarken Sportfreunde neigen dazu, nach eigener Führung in den Verwaltungsmodus zu schalten.

Diesmal arbeitete man weiter, doch die trotzigen Königsteiner wehrten sich bis in die Nachspielzeit der Partie, ehe der zweite Treffer für die Gäste fiel. Der eingewechselte Raffaele Banchetto bewies im Sechzehner eine feine Ballbehandlung, ließ auf ganz engem Raum zwei Verteidiger stehen und war dann kurz vor dem Torabschluss nur mit einem Foulspiel zu stoppen. Den Elfmeter versenkte der eingewechselte René Krieg souverän rechts unten.

„Es war der sechste Sieg in Folge, das achte Mal, dass wir zu Null gespielt haben, und genau so wollen wir weitermarschieren, um früher oder später die Tabellenführung zu übernehmen“, erklärte Theodosiadis zufrieden.

FC Neu-Anspach verteidigt Tabellenführung, Usinger TSG zahlt Lehrgeld

SG Westend – FC Neu-Anspach 1:3 (1:2): Nach einer aus Anspacher Sicht ernüchternden Leistung im Nachbarschaftsduell gab es in Frankfurt für Jörg Loutchan kaum etwas zu beanstanden. „Es war ein dominanter Auftritt, bei dem wir sogar noch höher hätten gewinnen müssen“, sagte der Trainer des FCNA. Dabei begann die Partie denkbar schlecht für die Gäste. Kaum war eine Minute gespielt, da rasselte während eines Eckballs einer der Hausherren mit Niklas Kraus zusammen. Kraus blieb auf der eigenen Torlinie liegen, der Frankfurter lag daneben und blutete stark. Das Spiel ging jedoch weiter und im Getümmel drückte Victor Gonta den Ball zum 1:0 für die SG über die Linie. „Das hätten die meisten Schiedsrichter wohl abgepfiffen, aber die Jungs sind gut mit der Situation umgegangen“, meinte Loutchan. Nach einer Ecke war just der angeschlagene Kraus per Kopf zur Stelle (1:1, 24.), und kurz vor der Pause drehte Marco Weber die Partie vom Elfmeterpunkt aus (2:1, 39.). Eine gute Viertelstunde vor Schluss stellte Tobias Hagen, der sein Saisondebüt nach langwieriger Verletzung gab, das Endergebnis her. Nach Zuarbeit von Weber schoss er aus rund 16 Metern an den Innenpfosten, und von dort prallte der Ball ins Netz zum 3:1 (74.). Loutchan war von der gesamten Mannschaft überzeugt, doch ein Sonderlob gab es für ein Brüderpaar: Philipp und Niklas Kraus bildeten die Mittelfeldzentrale und gewannen „gefühlte 80 Prozent ihrer Zweikämpfe“.

TSG Niederrad – Usinger TSG 1:0 (0:0): Nach einer relativ ereignisarmen ersten Halbzeit bediente sich Marius Walz in der Kabine einer alten Fußballer-Prophezeiung. „Wer hier den ersten Fehler macht, der verliert das Spiel“, hatte der Usinger Coach seiner Elf mit auf den Weg in die zweite Hälfte gegeben. Genau so kam es dann auch. In der 76. Minute konnte die UTSG eine Flanke von Muhamed Sabic nicht unterbinden, zusätzlich war man im Sechzehner zu weit weg von Robert Kohns, der unbedrängt am zweiten Pfosten zum Siegtreffer einköpfen konnte. Zuvor hätten die Gäste ein komfortables Polster erspielen können, doch die Chancenverwertung stimmte nicht. Ob Perica Zrakic nach Freistoßflanke (55.), Sefa Usta nach Querpass von Pascal Bretschneider (71.) oder Max Miot Paschke nach Zuspiel von Nils Jandausch (74.) – das Runde wollte einfach nicht ins Eckige. Nach dem 1:0 hatten dann auch die Gastgeber noch einige gute Gelegenheiten, doch UTSG-Keeper Dominik Roos hielt mit guten Paraden seine Mannschaft im Spiel. Am Endresultat änderte sich nichts mehr. „Die Niederlage war absolut überflüssig, wir haben richtig viel Lehrgeld zahlen müssen“, ärgerte sich Walz.

Corona-Test negativ: Warum das Derby FSV Friedrichsdorf - FV Stierstadt trotzdem verlegt wurde

Eigentlich sollten Vatanspor Bad Homburg und die DJK Bad Homburg im Hochtaunus-Derby den 12. Spieltag der Gruppenliga Frankfurt West eröffnen. So hatte es der Spielplan mit einer frühen Ansetzung am Sonntagvormittag ursprünglich vorgesehen. Ein medizinischer Befund am Freitagabend machte jedoch einen Strich durch die Rechnung. Ein Spieler des TSV Vatanspor wurde positiv auf das Coronavirus getestet. Über Krankheitssymptome klagte er zwar nicht, jedoch war der Spieler in der vergangenen Woche aus dem Urlaub zurückgekehrt und der obligatorische Test brachte dann den Befund. „Er hat zum Glück noch am Freitagabend Bescheid gegeben“, berichtet TSV-Präsident Mehmet Vural, „ich habe bereits damit gerechnet, dass es früher oder später auch in unserem Kreis eine Gruppenliga-Mannschaft erwischen wird. Und ich denke, wir bleiben nicht die einzige.“ Die Begegnung mit der DJK Bad Homburg wurde abgesagt, auch die Partie am kommenden Sonntag beim SV Steinfurth ist von Verbandsseite vorsorglich gestrichen worden. Noch am Samstag ließen sich mehrere Bad Homburger Spieler im Schnelltestcenter am Frankfurter Flughafen testen, die Ergebnisse waren beim Druck dieser Zeitung noch nicht bekannt.

Bekannt hingegen war der Corona-Test eines Spielers des FV Stierstadt. „Einer seiner Sitznachbarn aus der Schule wurde positiv getestet, er selbst hingegen bekam ein negatives Testergebnis zurück“, berichtet Marco Hentsch. Dennoch bat der Sportchef des FVS um eine Verlegung der Partie beim FSV Friedrichsdorf, die eigentlich am Sonntagnachmittag hätte stattfinden sollen und nun auf Donnerstagabend verschoben wurde. Die Entscheidung sei sowohl im Stierstädter Vorstand als auch im Austausch mit dem Verband ausgiebig diskutiert worden, berichtet Hentsch. Letztlich entschied man sich aber zu der Vorsichtsmaßnahme, um alle Zweifel ausräumen zu können. „Da ich beruflich zuletzt im Austausch mit dem Gesundheitsamt stand, weiß ich, dass diese Schnelltests nicht zu 100 Prozent verlässlich sind und es ohnehin vier bis sechs Tage dauern kann, bis man das Virus nachweisen kann“, erklärt Hentsch. Der Spieler soll erneut getestet und das Spiel ohne Risiko am Donnerstag ausgetragen werden. „Wir wollen uns auf gar keinen Fall vorwerfen lassen, dass wir bei einem Verdachtsfall auf das Spiel bestanden haben“, sagte Hentsch.

Die Beweggründe des FV Stierstadt kann Metin Yildiz nachvollziehen. „Niemand möchte die Last der Verantwortung auf sich nehmen, dafür habe ich volles Verständnis, und ich verurteile niemanden, dennoch hätte ich anders entschieden“, kommentierte der Coach des FSV Friedrichsdorf. Bei positivem oder offenem Testergebnis sei eine Spielverlegung logisch. Da der Test allerdings negativ ausgefallen sei, hätte Yildiz gerne spielen lassen. Für die Situation fiel dem Trainer eine Fußballmetapher ein. „Ich sage immer, dass man die Bälle so nehmen muss, wie sie kommen“, verrät Yildiz, „dieser wurde jetzt ein wenig in den Rücken gespielt, man kann ihn aber trotzdem noch verwandeln.“ Heißt: Stand jetzt wird am Donnerstag in Friedrichsdorf gekickt. Wann der Ball beim TSV Vatanspor Bad Homburg wieder rollen kann? Mal schauen. Die Fußballmannschaften auf Kreisebene haben derweil Corona-bedingt eine Pause eingelegt. Der Kreisfußballausschuss hatte am Donnerstag beschlossen, die Spiele vorerst auszusetzen, weil im Hochtaunus der Inzidenzwert von 75 überschritten worden war. Am kommenden Sonntag wollen die Fußballfunktionäre die Situation neu bewerten.

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