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Kopfballduell zwischen den "Mittelfeldmannschaften" SF Friedrichsdorf und DJK Bad Homburg.

Kolumne "Nachspielzeit"

Gruppenligisten aus dem Taunus schalten in den Graue-Maus-Modus

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Von wegen Spannung: Mehrere Gruppenligisten aus dem Hochtaunus haben sich im Mittelfeld der Tabelle eingereiht. Zwei Mannschaften müssen um den Klassenerhalt bangen.

Hochtaunus.Die Hoffnung, sie stirbt bekanntlich zuletzt. Wenn sie auch nicht sonderlich groß ist - sie existiert. Und an jenes Prinzip Hoffnung klammert man sich auch bei der Usinger TSG.Nach dem Abstieg aus der Fußball-Verbandsliga Süd im zurückliegenden Mai reichte Spielertrainer Marcel Kopp den Taktstock an Marius Walz weiter und beschränkte sich fortan aufs Spielen.

Vor Saisonbeginn wurden die Männer von den Muckenäckern als heißester Tipp auf den (direkten Wieder-)Aufstieg gehandelt. Zu Recht. Aber nur, was die Auftritte daheim angeht, die mit 2,33 Punkten und 3,92 Treffern pro Partie nahezu optimal gestaltet wurden. Dagegen läuft es trotz überragender Vollstrecker à la Kopp und Marco Weber in der Fremde bislang nur im Graue-Maus-Modus: Entscheidende Gastspiele wurden verloren (1:5 bei SC Dortelweil, 3:4 bei DJK Bad Homburg, 3:4 in Oberrad, 3:5 in Fechenheim) und das 2:2 bei Schlusslicht FC Karben schmeckte ebenfalls nach Niederlage. Noch ist der Rückstand zum Aufstiegsrundenplatz zwei überschaubar - die Hoffnung, dass der Hochtaunus in der Verbandsliga Süd 2020/21 kein weißer Fleck in den Fußballatlanten bleibt, lebt.

Auf einstelligen Plätzen wechseln DJK Bad Homburg,FC Neu-Anspach und FSV Friedrichsdorf ins neue Jahr. Die Zufriedenheit hält sich dabei aus DJK-Sicht in Grenzen, sind doch die Hoffnungen, vielleicht ja noch einmal ganz vorne eingreifen zu können, ausgerechnet im letzten Spiel des Jahres mit dem 1:3 gegen den SC Dortelweil geplatzt. Wiederholt mussten Trainer Enis Dzihic und Sportchef Goran Skeledzic erkennen: Die junge Mannschaft ist zwar hochtalentiert und hat einen Platz im ersten Drittel drin - doch geht ihr jener Schuss Erfahrung, der einen Verfolger zum echten Spitzenteam reifen lässt, noch ab.

Sportredakteur Wolfgang Bardong

Beim FC Neu-Anspachist man nach einer Zittersaison froh, dem Abstiegsgespenst diesmal erst gar nicht Zutritt zum Sportgelände gewährt zu haben. Für Jörg Loutchans Mannen wäre aber noch mehr als ein artiges Anklopfen ans Verfolgerfeld möglich gewesen - wenn sie denn nicht gleich fünf von zehn Auswärtspartien vergeigt hätten. Und so scheint denn auch nicht mehr als "nur" ein guter Mittelplatz möglich. Was auch für den FSV Friedrichsdorfgilt. Der vormalige Abschlussfünfte schien in der Vorrunde sogar Gefahr zu laufen, zum Kellerkind zu mutieren. Bis Mitte Oktober fünf Serie am Stück gelangen und dadurch die vermutlich fünf Plätze umfassende Abstiegszone verlassen werden konnte. Das Highlight hoben sich die Jungs von Metin Yildiz für das Jahresfinale auf - einen 2:1-Sieg gegen den schier unbesiegbar wirkenden Halbzeitmeister aus Oberrad.

Die weiteren Taunus-Teams müssen mehr oder weniger stark um ihre Gruppenliga-Zukunft bangen. Aufsteiger Sportfreunde Friedrichsdorfdurch ein gerüttelt Maß Eigenverschulden. Da man sich im Hessenpokal als schlechter Verlierer erwies und im Schiedsrichter einen Blitzableiter sah, setzte es vier Zähler Abzug - die das Schiff noch auf Schlingerkurs bringen könnten.

Für Verbandsliga-Absteiger TSV Vatansporgalt es früh in der Saison, die Geschicke - vor allem aber die Mannschaft - ohne den langjährigen Macher Hüseyin Güven zu lenken. Wenn auch Trainer Necip Incesu mangels Kaderstärke immer wieder selbst als Spieler ran musste/durfte: Reichen würde es bislang ebenso wenig wie für den 1. FC-TSG Königstein.Ob unter Bayram Mechmet oder dessen Nachfolger Cagakan Kiran: Die Probleme der Burgstädter sind akut. Nach starkem Saisonstart ereilte das Team viele Ausfälle - zu viele für den ohnehin (vor allem offensiv) schmalbrüstigen Kader.

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