+
Vor toller Kulisse deckt der Hadamarer Jerome Zey das Spielgerät vor Moses Nickmann ab. Dietkirchens Marco Müller eilt zu Hilfe.

Fußball-Hessenliga

Jason Schäfer köpft Dietkirchen in den siebten Himmel

Vor prächtiger Kulisse von gut 1000 Zuschauern fiel am Freitagabend der Startschuss zur Fußball-Hessenliga-Saison 2019/2020 mit dem historischen Kreisderby zwischen dem SV Rot-Weiß Hadamar und Aufsteiger TuS Dietkirchen an der Faulbacher Straße. Und der Sieger hieß: TuS Dietkirchen.

VON PATRICK JAHN

Nach 94 Minuten war die kleine Sensation perfekt: Aufsteiger TuS Dietkirchen hatte den etablierten SV Rot-Weiß Hadamar im mit großer Spannung erwarteten Auftaktderby zur neuen Saison in der Fußball-Hessenliga mit 1:0 bezwungen. Jason Schäfer war der gefeierte Kopfball-Torschütze für den Liga-Neuling. 

SV Rot-Weiß Hadamar – TuS Dietkirchen 0:1 (0:0). Wer mag es den Dietkirchern verdenken, dass ihnen in den ersten Minuten der Partie ganz schön die „Pumpe“ ging. Die Hadamarer spielten ihre in vielen Jahren der Klassenzugehörigkeit erarbeitete Routine aus, störten früh und zwangen den TuS zu Fehlern. Die Reckenforstler standen erwartungsgemäß massiert tief. Nach zehn Minuten erstmals Gefahr für den Aufsteiger, als Niklas Schmitt unglücklich in den Lauf von Raymond Aschenkewitz verteidigte und dieser den Dickericher Keeper Raphael Laux zu einer Fußabwehr nötigte. 

Die Rot-Weißen gewannen jetzt deutlich Oberwasser, aber als die Neugebauer-Brüder einmal nicht konsequent genug zur Sache gingen, kam Max Zuckrigl halblinks aus 14 Metern zum Abschluss und touchierte das Außennetz (21.) – es sollte der einzige Torschuss der Dietkircher in der ersten Halbzeit bleiben. Dreimal war anschließend das Team des neuen SVH-Cheftrainers Stefan Kühne noch am Zug. Steffen Rücker zog den Ball fast von der Torauslinie in die Gefahrenzone, wo Jonas Herdering zum Schlenzer ansetzte, aber verzog (42.). Fast die Doublette, bloß spiegelverkehrt, als Noguchi von rechts Jerome Zey im Strafraum fand, der stramm, aber zu zentral abzog und an Raphael Laux scheiterte. Jerome Zey war es auch, der fünf Minuten vor der Pause eine Ecke auf Mirco Dimter zirkelte, der aber etwas überrascht das Tor nicht traf. 

Ein geflügeltes Wort sagt, dass es meistens anders kommt als man denkt. So auch an der Faulbacher Straße: Vier Minuten nach der Pause gab es Freistoß für Dietkirchen. Kevin Kratz zog den Ball hoch ins Strafraumzentrum, Jason Schäfer stand goldrichtig, stieg am höchsten und köpfte zum 0:1 ein (49.). Und nun? Hadamar wirkte geschockt, zumal Raymond Aschenkewitz Sekunden nach Wiederanpfiff der Führung ganz nah gewesen, aber an Zerberus Raphael Laux gescheitert war. 

Die Reckenforstler blieben auch nach dem Führungstreffer ihrer taktischen Marschrichtung treu, vermieden möglichst jedes Risiko. Und die Kühne-Elf versuchte alles. Ein Pass zentral in die Tiefe landete bei Jerome Zey, der überlief Freund und Feind und auch Raphael Laux, hatte dann aber mit seinem Torschuss Pech (61.). Dann wehrte die TuS-Defensive eine Noguchi-Flanke zu kurz ab, und Steffen Rücker verpasste aus 14 Metern das Tor (64.). 

Den Rot-Weißen lief die Zeit davon. Noch einmal bot sich dem auffälligsten Spieler der Fürstenstädter, Jerome Zey, die Möglichkeit zum Ausgleich, aber sein Freistoß landete nur fast im Ziel (82.). Spätestens jetzt wurde deutlich: Den Hadamarern fehlt ein echter Stürmer. Und noch eine Monster-Chance für die Gastgeber: Einen langen Einwurf von Sembene versemmelte Markus Neugebauer aus drei Metern. 

Während die Dietkircher nach dem Schlusspfiff dachten, sie seien im falschen Film, wird bei den Hadamarern jetzt wohl die Fehler-Analyse auf Hochtouren ins Laufen kommen. 

Hadamar: Strauch, Jindra, Dimter, Markus Neugebauer, Noguchi (85. Sembene), Zey, Aschenkewitz (60. Oriana), Rücker, Kröner (73. Kern), Herdering, Matthias Neugebauer – Dietkirchen: Laux, Nickmann (89. Dietrich), Niklas Schmitt, Hautzel, Kratz, Müller (80. Patrick Schmitt), Zuckrigl, Schäfer, Mink (66. Heibel), Bergs, Kuczok – SR: Christoffer Reimund (SV Eintracht Zwingenberg) –Tore: 0:1 Jason Schäfer (49.) – Zuschauer: 1020.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare