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Mit diesen Neuzugängen peilt der SV Rot-Weiß Hadamar wieder einen vorderen Platz an (von links): Raymond Aschenkewitz, Michael Gschwender, Mirco Paul, Trainer Stefan Kühne, Denis Oriana, Waaris Bhatti und Leon Kröller. 

Fünfkampf um den Titel

SV Rot-Weiß Hadamar will in der Hessenliga wieder kräftig vorne mitmischen

Zwei intensive Vorbereitungswochen liegen bereits hinter dem Hessenligisten aus Hadamar. Die Rot-Weißen wollen an die starken Leistungen der vergangenen Saison anknüpfen. 

Hadamar - 60 Punkte und ein unangefochtener vierter Rang im Endklassement der Fußball-Hessenliga 2018/2019. "Das gilt es zu bestätigen", zeigt sich der neue Übungsleiter Stefan Kühne angriffslustig im Hinblick auf die neue Spielzeit, die auch für ihn einige Neuheiten mit sich bringen wird. Nach vier Jahren im Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des bisherigen Drittligisten SV Wehen Wiesbaden tritt der Ex-Profi von Mainz 05 bei den Fürstenstädtern seine erste hauptamtliche Trainertätigkeit im Seniorenbereich an. "Das ist auch für mich eine spannende Aufgabe, auf die ich mich sehr freue", gibt Kühne kund.

Für eben jene Aufgabe stehen dem 38-Jährigen gleich sechs Neuzugänge zur Verfügung. Neben Denis Oriana (TSG Mainz-Bretzenheim), Michael Gschwender (FC Hanau 93), Mirco Paul (TSG Wörsdorf), Raymond Aschenkewitz (FC International Leipzig) und Leon Kröller (Türkgücü Friedberg), die allesamt über Oberliga-Erfahrung verfügen und deren Transfers bereits vor der Verkündung des neuen Übungsleiters feststanden, stößt mit dem schnellen Außenbahnspieler Waaris Bhatti (TSG Pfeddersheim) auch ein echter Wunschspieler von Stefan Kühne zum Team. "Er bringt Schnelligkeit mit, wurde im NLZ des 1. FC Kaiserslautern ausgebildet und kann sowohl offensiv, als auch defensiv auf dem Flügel eingesetzt werden", freut sich Kühne auf seinen neuen Schützling.

Thema Gegenpressing steht weit oben auf der Agenda des neuen Trainers des SV Rot-Weiß Hadamar

Das Tempo über die Außenbahnen wird im neuen Kühne'schen Spielsystem ohnehin ein wichtiger Faktor sein. "Natürlich wollen wir das Spiel schnell machen und mit wenigen Kontakten agieren", sagt er. Aus der Mainzer "Kloppo-Schule" stammend, steht das Thema Gegenpressing für die restliche Vorbereitung ebenfalls weit oben auf der Agenda des gebürtigen Wiesbadeners. Um dies zu verwirklichen, sollen bis spätestens Ende August noch "zwei oder drei Neue" zur Mannschaft stoßen.

Das macht Sinn, denn den bisher sechs Neuzugängen stehen acht Spieler gegenüber, die den Verein verlassen haben. Vor allem im offensiven Bereich drückt nach den Abgängen der Top-Torjäger Jann Bangert (FC Gießen) und Yves Böttler (SG Barockstadt Fulda-Lehnerz) der Schuh. "Diese beiden eins zu eins ersetzen zu können wird natürlich schwer", weiß auch der neue Trainer. Die Anforderungen an die potenziellen Kandidaten sind aber dennoch klar definiert. "Schnell sollten sie sein und wissen, wo das Tor steht", sagt Kühne recht gelassen und ist optimistisch, dass die gewünschten Verstärkungen bald vorgestellt werden können.

Erst einmal den körperlichen Grundstein für die lange Saison legen

Nichtsdestotrotz zeigt sich der neue Mann an der Seitenlinie bereits "sehr zufrieden" mit seinem Kader und hat bei den bisherigen Tests vielversprechende Erkenntnisse gewonnen. Die Ergebnisse standen dabei freilich nicht so sehr im Fokus. Vielmehr ging es in den ersten Wochen vor allem darum, im körperlichen Bereich den Grundstein für die lange Saison zu legen, bevor es nun um den taktischen Feinschliff geht.

Pünktlich zu den ersten Pflichtspielen sollen schließlich alle Zahnräder ineinandergreifen, damit die hochgesteckten Ziele erreicht werden können. Im Kampf um die Top-Plätze in der Hessenliga möchten die Hadamarer in diesem Jahr nämlich wieder mitmischen. Als größte Kontrahenten um die vorderen Ränge nennt Stefan Kühne die beiden Regionalliga-Absteiger Hessen Dreieich und Eintracht Stadtallendorf sowie Hessen Kassel und die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz. "Und auch wir wollen da natürlich ein Wörtchen mitreden", sieht der Ex-Bundesliga-Profi sein Team durchaus in Schlagdistanz. Wenn es auch im Pokal bestens laufen sollte, wäre dies das i-Tüpfelchen.

Von Yannick Wenig

Info: Der Wunsch: Regen im Derby gegen Dietkirchen

Die erste Gelegenheit, die große Qualität im Kader unter Beweis zu stellen, gibt es für die Hadamarer bereits am Freitag, 26. Juli, zum Saisonstart. Dann nämlich kommt es zu einem echten Novum: Das erste Hessenliga-Lokalderby des Fußballkreises Limburg-Weilburg steht auf dem Spielplan. Die Rot-Weißen empfangen den TuS Dietkirchen; bei dem Match gibt es für die Hadamarer ein Wiedersehen mit den langjährigen Defensivstrategen Robin Böcher und Patrick Kuczok - beide wechselten ja zum TuS Dietkirchen.

Ein Auftakt nach Maß gegen den euphorisierten Aufsteiger vom Reckenforst wäre für die Rot-Weißen auf dem heimischen Rasen an der Faulbacher Straße ein erster Fingerzeig, um die ambitionierten Ziele des Vereins zu untermauern. "Das wird ein schweres Spiel. Oft gibt es am ersten Spieltag ja ein Abtasten. Das kann man vergessen. Wir werden direkt da sein", gibt der neue Trainer Stefan Kühne die Marschroute vor und freut sich auf ein packendes Spiel vor einer ganz besonderen Kulisse zum Auftakt: "Es müsste noch leicht regnen, dann passt wirklich alles."

Die Wahrscheinlichkeit ist aber nicht gerade hoch. Dies trifft auch auf das zweite Nachbarschaftsduell zu: Es findet bereits am 17. August in Dietkirchen statt. Für Spannung ist aber allemal gesorgt.

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