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Sie schenken sich nichts: Der Hadamarer Stefan Rücker sitzt Dietkirchens Marco Müller im Nacken.

Fußball-Hessenliga

Hadamar kann doch noch gegen Dietkirchen siegen

  • Marion Morello
    vonMarion Morello
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Einen Hauch von echtem Stadion-Feeling erlebten die 600 – vom Gesundheitsamt genehmigten – Fußballfans am Mittwochabend beim immer jungen Hessenliga-Derby zwischen dem SV Rot-Weiß Hadamar und dem TuS Dietkirchen. Und diesmal siegten die Fürstenstädter.

Vor Ort machte sich Daniel Stenger vom Gesundheitsamt selbst ein Bild und sogar Fotos; er soll mit den Abläufen einverstanden gewesen sein. Er und die vielen Zuschauer sahen dann tatsächlich den ersten Sieg des SV RW Hadamar über die Dietkircher seit gefühlten Ewigkeiten im fünften Versuch.

SV Rot-Weiß Hadamar – TuS Dietkirchen 2:0 (0:0). Langsames Einspielen gab es nicht an der Faulbacher Straße. Nach fünf Minuten hatte der Dietkircher Moses Nickmann seinen ersten Zweikampf gewonnen, kam aus 16 Metern zum Schuss, doch Hadamars Keeper Leon Hasselbach wehrte den Ball seitlich ab. Rot-Weiß-Coach Stefan Kühne war aufgrund der Rotsperre von Mirco Paul und der Verletzung von Christian Jindra zu Umstellungen gezwungen. Er baute Jonas Herdering – eigentlich im zentralen Mittelfeld zu Hause – mit Brooklyn Wölfinger und dem immens starken Marian Dillmann in die Dreierkette ein. Ein durchdachter Schachzug. Dennoch hatte Herdering Freiräume; einer seiner gefürchteten Freistöße touchierte die Querlatte (12.). Von Jerome Zey freigespielt, versuchte sich Jacob Pistor in einem Heber, doch TuS-Zerberus Raphael Laux war zur Stelle. Dann ein Schreck-Moment: Jerome Zey musste wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel raus (15.), für ihn kam mit Matthias Neugebauer ein absolut belebendes „Element“, das auf der rechten Seite für viel Unruhe sorgte. Die dickste Rot-Weiß-Chance hatte Jacob Pistor, dessen Kopfball exakt in den Winkel gepasst hätte – wäre Raphael Laux nicht zur Stelle gewesen (30.). Unmittelbar vor der Pause zeigte sich auch der TuS noch einmal gefährlich, doch bei Max Zuckrigls Abschluss war ein Hadamarer Bein dazwischen.

Die Luft war elektrisch geladen. Wann würde das Tor fallen? Sammy Kittel zögerte etwas zu lang (48.), der Schrägschuss Matthias Neugebauers wurde eine Beute für Laux (49.), der mit reflexartiger Fußabwehr auch anschließend gegen Pistor rettete (52.). Dietkirchen wurde erneut durch Zuckrigl gefährlich, der aber nach einer schönen Kombination knapp vorbeizirkelte. Die klare Linie ging hier wie da verloren. Doch jetzt stand ein Ex-Dietkircher im Rot-Weiß-Dress im Blickpunkt. Nachdem Pistor die Querlatte getroffen hatte, verwandelte Jason Schäfer nach einer Ecke in Pingpong-Manier im vierten Versuch zum 1:0 (75.). Der Bann war gebrochen. Die Entscheidung fiel dann auf kuriose Weise: Im Bemühen, das Offensivspiel seines Teams in Gang zu halten, spielte Keeper Raphael Laux, einer der Besten an diesem Abend, den Ball in den Lauf von Velibor Velemir, der aus 30 Metern ins verwaiste Tor traf.

Hadamar: Hasselbach, Wölfinger, Mark. Neugebauer (72. Sedy), Pistor, Zey (15. Matth. Neugebauer), Schäfer, Velemir, Rücker, Dillmann, Herdering, Kittel (82. Teller) – Dietkirchen: Laux, Nickmann, Rademacher, Hautzel, Kratz, Dankof, Zuckrigl, Müller (87. Cakir), Stahl (33. Weis), Bergs, Böcher (55. Schmitz) – SR: Meinhardt (SV Flieden) – Tore: 1:0 Jason Schäfer (75.), 2:0 Velibor Velemir (89.) – Zuschauer: 600.

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