Der Hadamarer Patrick Kuczok (links) kann nicht verhindern, dass der Gießener Markus Müller den Ball akrobatisch aus der Luft nimmt. Rot-Weiß-Keeper Christopher Strauch befindet sich bereits im Flugmodus. Foto: Peter Froese

Fußball-Hessenliga

Hadamar keine drei Tore schlechter

Hat der SV Rot-Weiß Hadamar mit 0:3 beim künftigen Regionalligisten verloren? Es sieht ganz danach aus, denn der FC Gießen baute seine makellose Heimbilanz mit nunmehr zehn Siegen in Folge aus und bleibt mit sechs Punkten Vorsprung vor dem FC Bayern Alzenau auf Titelkurs in der Fußball-Hessenliga.

VON PETER FROESE

FC Gießen – SV Rot-Weiß Hadamar 3:0 (2:0). Gießen hatte die erste Gelegenheit, als Markus Müller nach einer Flanke von Barbaros Koyuncu knapp neben das SV-Tor köpfte (10.). Markus Neugebauer blockte einen Koyuncu-Schuss über das Tor (12.), Cem Kara verfehlte das Ziel mit einem Distanzschuss (13.). Die Fürstenstädter fanden nach dieser ersten Druckphase des Tabellenführers besser ins Spiel. Bei einem Schuss von Jann Bangert offenbarte FC-Keeper Tolga Sahin eine leichte Unsicherheit (14.). Nach einem Fehlpass von Routinier Michael Fink bot sich der Kierdorf-Elf die Möglichkeit zur Führung, als Bangert frei auf das FC-Tor zustrebte. Sahin wehrte den Flachschuss des SV-Stürmers mit einer Glanzparade ab (22.). „Wenn du aus Gießen einen Punkt entführen möchtest, dann musst du solche Chancen aus dem Nichts heraus verwerten“, ärgerte sich Trainer Torsten Kierdorf über die ausgelassene Gelegenheit. 

In dieser Phase lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch und geizten nicht mit Torchancen hüben wie drüben. Die Daniyel-Cimen-Elf war der Führung näher, doch Cem Kara, dessen Schlenzer knapp am Pfosten vorbeistrich (25.), Timo Cecen, dessen Volleyabnahme über die Latte flog (27.), und Barbaros Koyuncu, der freistehend am glänzend reagierenden Keeper Christopher Strauch scheiterte (29.), wussten das Leder nicht im Hadamarer Tor unterzubringen.

Den „Dosenöffner“ aus Sicht des Tabellenführers hatte Routinier Michael Fink zur Hand: Der Ex-Profi nahm das Leder nach Kara-Eckstoß außerhalb des Strafraums volley und ließ Strauch mit seinem strammen Schuss zum 1:0 keine Abwehrchance (30.). Der SV Rot-Weiß wirkte geschockt – und so schloss Christopher Spang nur zwei Zeigerumdrehungen später ein Solo mit einem vom Innenpfosten zum 2:0 ins Tor springenden Ball erfolgreich ab (32.). Kurz darauf scheiterte Timo Cecen an Torwart Strauch (34.). Der FC kam nun langsam ins Rollen, und Torsten Kierdorf reagierte noch vor der Pause mit einem Doppelwechsel. „Nach der Umstellung hatten wir einen besseren Zugriff auf das Spiel, wenngleich der FC mit seinem Tempo und seinen ständigen Positionswechseln in dieser Liga eine Klasse für sich ist“, erkannte Kierdorf an. 

Eine letzte Chance durch Bangert vereitelte erneut Sahin (42.). Nach einem verhaltenen Start in die zweite Halbzeit sorgte ein mutiger Direktschuss aus 25 Metern von Christopher Spang für Szenenapplaus (59.). Auf der Gegenseite verpasste SV-Torjäger Yves Böttler, der nach einer Flanke von Markus Neugebauer per Kopfball an Tolga Sahin scheiterte, den möglichen Anschlusstreffer (60.). FC-Trainer Cimen konnte sich auf das gute Stellungsspiel der beiden Innenverteidiger Vaclav Koutny und Kevin Nennhuber verlassen. Nennhuber zeichnete sich zudem als Vorbereiter aus. Im Anschluss an einen Eckstoß konnte SV-Keeper Christopher Strauch einen Distanzschuss von Cem Kara nicht festhalten; Nennhuber legte den Abpraller quer, so dass Michael Fink locker zum 3:0 ins leere Tor einschieben konnte (66.). Kurz darauf machte ein Wechsel auf beiden Seiten den Unterschied deutlich: Während Gießens Taktgeber Cem Kara unter dem Applaus der FC-Anhänger vom Feld ging, wurde der glücklose SV-Torjäger Yves Böttler, der es bislang auf 16 Saisontreffer gebracht hatte, durch Jerome Zey ersetzt (69.). Die hochklassige Partie war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Schiedsrichter Carsten Dücker, der in einer fairen Partie ohne Gelbe Karten auskam, pfiff am Ende pünktlich ab. „Das war ein verdienter Sieg des FC. Während die Gießener unter Profibedingungen arbeiten, stand ein Spieler von uns heute Morgen bereits um drei Uhr in der Backstube. Ich kann meiner Elf keinen Vorwurf machen. Wir haben auch nach dem Rückstand mutig nach vorne gespielt. Nun steht für uns die wichtige Partie gegen den KSV Baunatal im Fokus“, sagte SV-Coach Torsten Kierdorf. 

Gießen: Sahin; Antonaci, Koutny, Nennhuber, Lekaj, Fink, Spang, Cecen, Koyuncu (79. Mukasa), Cem Kara (69. Mirkan Kara), Müller (75. Michel) – Hadamar: Strauch, Matthias Neugebauer, Markus Neugebauer, Dimter, Rücker, Löbig, Kröner (38. Zouaoui), Kretschmer (38. Kuczok), Herdering, Bangert, Böttler (69. Zey). – SR: Dücker (Burghaun) – Zuschauer: 1213 – Tore: 1:0 Fink (30.), 2:0 Spang (32.), 3:0 Fink (66.).

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