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Kreisschiedsrichterobmann Ralf Schuchardt bei der Simulation von Abseits-Situatione n im Rahmen des Meetings mit seinen virtuell zugeschalteten Unprarteiischen.

Kreisschiedsrichtervereinigung Limburg-Weilburg

"Das hätte ich nicht gepfiffen!"

Der Amateurfußball liegt landauf, landab nach wie vor auf Eis – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die Sportplätze: verwaist und verriegelt. Die Prognosen: schwierig. Das heißt aber nicht, dass man sich nicht um das „Personal“ kümmert. Etwa so wie bei den Schiedsrichtern, die durch die Kreisschiedsrichtervereinigung Limburg-Weilburg jährlich zu mindestens zehn Schulungen eingeladen werden.

VON KLAUS-DIETER HÄRING

„Pflichtveranstaltungen“ heißt das Zauberwort. Und die bietet Kreisschiedsrichterobmann Ralf Schuchardt seinen 230 Unparteiischen im Fußballkreis Limburg-Weilburg auch in Corona-Zeiten an. In dieser Woche war es wieder so weit, und „erstmals in diesem Jahr“ hatten die Mitglieder die Möglichkeit, via Videokonferenz teilzunehmen. Alle aktiven und passiven Schiedsrichter waren über diesen Termin informiert und eingeladen worden. Der entsprechende Link zur Veranstaltung kam per E-Mail. Das Thema dieses Mal: „Abseits“.

Als Referent fungierte Kreislehrwart Jakob Kufert, der sich hervorragend vorbereitet hatte. Bei diesen Schulungen, die zu „normalen Zeiten“ als Pflichtveranstaltungen in Schupbach über die Bühne gehen, drücken die Veranstaltungen dieser Tage schon mal ein Auge zu; nicht alle Schiedsrichter waren per Videoschalte „on air“. Dennoch zeigte sich Ralf Schuchardt mit den 80 teilnehmenden Schiedsrichtern durchaus zufrieden, stellt doch diese Form der Schulung Ansprüche an die Schiedsrichter, die nicht von jedem einzuhalten sind. Dem einen fehlt die notwendige Hardware, dem anderen die stabile Internetverbindung.

Die Begrüßung oblag Ralf Schuchardt, der sich zuversichtlich zeigte, was den möglichen Termin für den „normalen“ Spielbetrieb zeigte: „Wann es losgeht, liegt an der Politik. Ich glaube aber, an Ostern.“ Dann schlug die Stunde für Jakob Kufert, der zunächst über Neuerungen und Empfehlungen für die Schiedsrichter sprach. So sollen Sonderberichte „nicht auf einem einfachen DIN-A4-Blatt“ geschrieben, sondern Sonderformulare verwendet werden. Bei der Androhung eines Spielabbruchs müsse die Eskalationskette eingehalten werden, die vom HFV vorgeschrieben wird. „Wenn Probleme beim Spiel entstehen“, so Jakob Kufert, „soll der Schiedsrichter verstärkt auf die Spielführer zugehen“.

Schließlich ging es um das große Abend-Thema: Abseits. Dazu hielt Jakob Kufert Videosequenzen bereit, anhand derer die notwendigen Entscheidungen des Schiedsrichters ersichtlich waren – aber es wurde auch munter diskutiert. Wie schwierig die „Materie“ ist, zeigten die beiden heiß debattierten Tore in den jüngsten Bundesliga-Spielen des 1. FC Köln und von Borussia Dortmund. Oft war aus der virtuellen Runde zu hören: „Hätte ich nicht gepfiffen.“ Obwohl Jakob Kufert versuchte, regelkonform zu antworten, war deutlich zu erkennen: Die Abseitsregel lässt einen immensen Ermessensspielraum.

Diskutiert wurde auch die Frage, warum die Schiedsrichter im Profibereich bei Abseits immer sehr, sehr spät pfeifen. „Dies“, so Jakob Kufert, „liegt am Videoschiedsrichter. Liegt eine Abseitssituation vor, kann ein Tor zurückgepfiffen werden.“ Hätte der Schiedsrichter schon vorher gepfiffen, und es sei kein Abseits gewesen, werde dem Spieler die Chance eines Tores genommen. „Daher wird oft erst nach dem Tor und nach der Videokontrolle entschieden, ob das Tor gewertet oder auf Abseits entschieden wird“, sagte Jakob Kufert.

Um einige Informationen und Neuigkeiten reicher, durften die Video-Gäste nach einer kurzweilige Veranstaltung die Rechner wieder runterfahren.

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