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Manfred Meudt

TSG Ober-Eschbach

Handball-Ass Meudt: "Ich war nirgends richtig gut"

Der frühere Führungsspieler der TSG Ober-Eschbach blickt auf seine Karriere mit Bällen und Bärten zurück.

Glashütten – Eigentlich wollte er gar nicht, dass in unserer Zeitung über ihn geschrieben wird. Schon gar nicht als Einzelperson. Er bezeichnet sich nach wie vor als "Teamplayer", so wie es früher bei der TSG Ober-Eschbach und noch prominenteren Vereinen schon war. "Wir Handballer fühlen uns als Einheit, da sind wir alle gleich. Das galt in unserer aktiven Zeit, das gilt aber auch heute noch - egal, was in den langen Jahren aus dem einen oder anderen geworden ist", stellt Manfred Meudt heraus, inzwischen 69 Jahre alt.

Er hat uns dann aber doch Interessantes aus seiner Laufbahn preisgegeben: "Im Fußball war ich nicht gut genug, besonders mit Techniken wie Ballstoppen hatte ich so meine Probleme", flachst er. Im Westerwald aufgewachsen, wechselte Meudt die Sportart und begann im Alter von 16 Jahren in der Jugendmannschaft des TuS Bannbeerscheid (bei Montabaur). Diese Sportart muss ihm gelegen haben, denn er schaffte es später bis in die 1. Bundesliga. Der TV Großwallstadt heuerte ihn an, damals war er Student der Sporthochschule in Mainz. Er spielte dort in einem Team mit Handball-Legenden wie Nationaltorwart Manfred Hoffmann, Kurt Klühspies (104-facher Nationalspieler) und Seppl Karrer. Trotzdem bewertet Meudt auch heute noch seine Leistungen sehr kritisch: "Ich spielte praktisch auf allen Positionen, war nirgends richtig gut, halt ein typischer Allrounder."

Der Schnauzbart war damals in Mode. Viele Spieler ähnelten sich daher. Meudt erinnert sich an ein Ereignis nach einem Spiel mit Großwallstadt bei den Reinickendorfer Füchsen in Berlin: "Nach der Begegnung bat mich beim Verlassen der Halle ein junger Mann um ein Autogramm. Ich gab es ihm mit gewissem Stolz. Der Handball-Fan bedankte sich mit den Worten "vielen Dank, Herr Klühspies".

Sehenswerte Wurfvariante: Manfred Meudt beim Knickfallwurf.

Nach einem weiteren Jahr in der 1. Liga bei Eintracht Wiesbaden holte ihn Spielertrainer Peter Kuss Anfang der 70er Jahre nach Ober-Eschbach zur TSG. Der Ort, bis dahin selbstständig, war gerade nach Bad Homburg eingemeindet worden. Man machte Meudt den Wechsel schmackhaft mit einem Arbeitsplatz in der Wicker Klinik. Als Diplom-Sportlehrer war er dort für Krankengymnastik und Sport zuständig.

Meudt erlebte dann die großen Jahre der TSG-Handballer mit dem Aufstieg in die Regionalliga (nach der Saison 1978/79) mit. Es war die damals zweithöchste deutsche Spielklasse. Ein weiterer Höhepunkt dieses besonders erfolgreichen Jahres war die relativ knappe 14:19-Niederlage im Pokal gegen den vielfachen Deutschen Meister THW Kiel. Die Halle platzte bei diesem Spiel aus allen Nähten. Meudt warf fünf Tore, bis zum 11:11 war das Spiel ausgeglichen.

Bei der SG Wallau/Massenheim beendete der gebürtige Westerwälder seine aktive Laufbahn. Dort war er Assistent und Co-Spielertrainer des jugoslawischen Nationalspielers und Trainers Zeljko Zovko. Er erzählt: "Wir galten als ideales Paar auf dem Spielfeld. Zovko als Filigrantechniker und ich als eisenharter Hund."

Meudt coachte danach mit viel Freude mehrere Jugendmannschaften. Auch das Frauenteam von Schwarz-Weiß Wiesbaden, damals in der Bundesliga. "Das war nicht ganz einfach für mich, denn nach Niederlagen haben die Spielerinnen heftig geweint, dagegen konnte ich wenig tun", erinnert er sich an die Zeit in der Landeshauptstadt. Heute baut Manfred Meudt in seinem Wohnort Glashütten für den dortigen SC eine Jugendabteilung auf. Dabei kooperiert er mit der Grundschule, die Handball im Programm hat. Mit der Resonanz ist er sehr zufrieden.

Von Wolfgang Kullmann 

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