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Trainerin Carola Schröder (SV Seulberg) im Kreise ihrer Mannschaft.

Aufstiegsspiele zur Bezirksliga B Wiesbaden/Frankfurt

Das Handball-Wunder von Seulberg

21:31 am Freitag verloren, 31:19 am Sonntag gewonnen: Der SV Seulberg schafft im Handball Ähnliches wie Liverpools Fußballer gegen Barcelona.

„Einst gab es mal das Wunder von Bern. Jetzt gibt es auch das Wunder von Seulberg.“ Mit diesen Worten beschreibt Carola Schröder sehr treffend, was sich am Sonntagabend in der Sporthalle an der Landwehrstraße zugetragen hat. Die Handballer des SV Seulberg um Trainerin Schröder schlugen die TG Eltville II mit 31:19 (15:6). Es war das Rückspiel im Duell der Tabellenzweiten der beiden C-Liga-Gruppen um den Aufstieg in die Bezirksliga B Wiesbaden/Frankfurt. Das Hinspiel im Rheingau hatte der SVS am Freitag mit 21:31 verloren.

Verrückter geht es wohl kaum: Erst -10 Tore, nun +12 und unterm Strich steht der Aufstieg. Den hatte Seulberg nach einer starken Hauptrunde als Tabellenzweiter um nur einen Zähler hinter Bad Vilbel/Dortelweil verpasst und eigentlich auch gar nicht erwartet. Und nach der Schlappe im ersten Aufstiegsspiel wohl erst recht nicht mehr.

Obwohl – so ganz abgeschlossen hatten die Seulberger mit der Saison wohl noch nicht. „Viele Spieler hatten sich für den Montag Urlaub genommen“, berichtet Schröder schmunzelnd, „ich übrigens auch, weil ich nicht wusste, wie ich das Spiel verkraften würde.“ Ehe aber bis in die Nacht gefeiert werden konnte, galt es die „schwere Hypothek“ abzuarbeiten. Und das tat ihr Team exakt so, wie es sich die Trainerin erhofft hatte. „Wir haben toll gekämpft und eine überragende ,erste Welle‘ gespielt“, berichtet sie. Es klappte fast all das, was am Freitag zuvor schiefging.

„Im ersten Spiel ist Eltville noch mit sechs Spielern der 1. Mannschaft angetreten, was immer ein bisschen wettbewerbsverzerrend ist“, erzählte Schröder, „nichtsdestotrotz hätten wir nicht mit zehn Toren verlieren dürfen.“ Pit Hegebart, der am Freitag neun Tore für Eltville erzielte, war im Rückspiel nicht mehr dabei. Dafür lief Matthias Witzke (5 Tore) für Seulberg auf, der zuvor hatte passen müssen.

Doch an Einzelnen mochte es die Trainerin nicht festmachen. „Es war eine kämpferisch starke Mannschaftsleistung“, lobte sie am Sonntag gegen 21 Uhr. Für das Gespräch mit der Taunus Zeitung ist sie vor die Halle gegangen, denn im Inneren steppte der Bär. Bereits seit 11 Uhr war sie in der Halle, denn vor dem „Wunderspiel“ der Herren fand noch ein Jugend-Qualifikationsturnier statt. Was für ein Tag. Gut, dass Carola Schröder heute frei hat.

ROBIN KUNZE

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