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Handballer der TSG Oberursel ziehen am Wochenende nach Königstein um

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Von: Thorsten Remsperger

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Yanik Scheich (rechts) nimmt beim Strafwurf Maß. Der Linksaußen empfängt am Samstagabend im Topspiel der Bezirksoberliga die TSG Eddersheim. Die Partie wird in der Sporthalle des Königsteiner Taunusgymnasiums durchgeführt.
Yanik Scheich (rechts) nimmt beim Strafwurf Maß. Der Linksaußen empfängt am Samstagabend im Topspiel der Bezirksoberliga die TSG Eddersheim. Die Partie wird in der Sporthalle des Königsteiner Taunusgymnasiums durchgeführt. © Heiko Rhode

Weil die Hochtaunushalle belegt ist, muss der Verein ausweichen. Unter anderem wird das Topspiel der Bezirksoberliga in der Sporthalle des Taunusgymnasiums angepfiffen. Die Sanierungen der Kreissporthallen kostet noch viel Zeit.

Oberursel – Irgendetwas muss in der Kommunikation schiefgelaufen sein. Das aufzudröseln ist müßig, und die TSG Oberursel möchte laut ihrer Geschäftsführerin Jutta Stahl auch gar nicht so weit gehen, einen Schuldigen auszumachen. „Wir sind alle nur Menschen“, sagt sie. Fakt ist, dass am Wochenende elf Mannschaften der Handballabteilung für ihr jeweils nächstes Heimspiel in ein neues Ausweichquartier umziehen müssen: in die Sporthalle des Taunusgymnasiums nach Königstein. Und Fakt ist, dass den Abteilungsverantwortlichen der Umzug erst seit ein paar Tagen bewusst ist.

Aus der Hockeyabteilung des MTV Kronberg hatte sich jemand bei der TSGO wegen der Nutzung der Hochtaunushalle erkundigt. Dort ist für Samstag und Sonntag (5./6. November) der Taunus-Cup, ein großes Turnier für die Altersklasse U14, angesetzt, zu dem Mannschaften aus ganz Deutschland nach Bad Homburg anreisen und dort teilweise in Hotels übernachten. Im Frühjahr war das bereits ausgemacht, die TSGO-Handballer erfuhren aber erst durch den Anruf des MTV, dass sie die Hochtaunushalle für die kommenden Heimspiele gar nicht nutzen können. Immerhin wurde mit der Sporthalle des Taunusgymnasiums recht schnell eine neuerliche Ausweichmöglichkeit gefunden. Das führte wiederum zu erhöhtem Planungsaufwand bei Königsteiner Vereinen wie dem SC, die dadurch ebenfalls umziehen müssen. Von den angesetzten Heimspielen der TSGO-Handballer ist nur das Spiel der A-Jugend-Mädchen nicht betroffen, die am Sonntag um 18 Uhr in der Hochtaunushalle spielen können. Auch für das nächste Wochenende müssen Lösungen gefunden werden. Dann steht Teil 2 des Hockeyturniers an.

Eigentlich sind die mehr als 500 Handballer des größten Vereins im Hochtaunuskreis ja in der Sporthalle der Erich-Kästner-Schule (EKS) beheimatet. Doch als am 9. Juni des vergangenen Jahres nach einem Starkregen das Flachdach der IGS-Sporthalle in Stierstadt teilweise eingestürzt war, sperrte der Hochtaunuskreis auch seine baugleichen Hallen der EKS und Gesamtschule am Gluckenstein in Bad Homburg. Um Alternativen für die Vereine zu schaffen, ließ der Kreis in der Nähe der Schulen in Stierstadt und Oberursel Traglufthallen aufstellen, die pro Jahr 700 000 Euro an Miete kosten. Dort können diverse Mannschaften zwar trainieren, aber keine Wettkämpfe durchführen. So wurde beispielsweise für TSG Oberursels Handballer die Hochtaunushalle zur alternativen Heimspielstätte, womit sich wiederum andere Vereine aus Bad Homburg arrangieren müssen.

„Was in unserer Hand liegt, tun wir, aber leider liegt manches nicht in unserer Hand, weshalb wir immer wieder um Verständnis bitten müssen“, sagt Alexander Wächtershäuser, Pressesprecher des Hochtaunuskreises. „Wir möchten uns ausdrücklich für die bisher aufgebrachte Geduld bedanken und versichern, dass wir unser Möglichstes tun, um so schnell wie möglich einen ,normalen‘ Sportbetrieb in den Hallen zu ermöglichen.“ Es dürfte freilich noch dauern, bis die kreiseigenen Sporthallen an der EKS, der IGS Stierstadt und der Gesamtschule am Gluckenstein wieder genutzt werden können.

Eine Sanierung dieser Hallen, die ähnlich betroffen sind, könne nicht isoliert betrachtet werden, erläutert Wächtershäuser. Es lägen Planungsverträge für Architektur, Tragwerk, technische Gebäudeausrüstung und Elektronik vor. Ingenieurverträge seien mit dem Sicherheits- und Gesundheitsschutz-Koordinator und für die Brandschutzplanung abgeschlossen. Nun hätten Planungsbüros mit der Grundlagenermittlung und einer Bestandsaufnahme begonnen. Dazu müssten die abgehängten Decken entfernt werden, um die Tragkonstruktion begutachten zu können. Wände müssten an einigen Stellen geöffnet werden, um Anschlüsse und Wandaufbauten zu sichten, ebenso die Leitungen geprüft werden. „Erst wenn die Ergebnisse aus diesen Untersuchungen vorliegen, können wir den tatsächlichen Sanierungsumfang beurteilen“, sagt der Kreissprecher.

Eine seriöse Prognose im Hinblick auf Kosten und Dauer könne nicht gegeben werden, ergänzt Wächtershäuser, „der Hochtaunuskreis ist genau wie alle privaten Bauträger von den derzeitigen erheblichen Kostensteigerungen und den immer noch anhaltenden Lieferkettenproblemen in der Baubranche betroffen.“

TSGO-Männer empfangen Eddersheim zum Topspiel der Bezirksoberliga

Florian See nimmt’s gelassen hin, dass seine TSG Oberursel zum Topspiel die TSG Eddersheim jetzt auswärts empfängt. „Es ist so, wie es ist. Wir regen uns nicht über Dinge auf, die wir nicht ändern können“, sagt der Trainer des verlustpunktfreien Tabellenführers der Bezirksoberliga Wiesbaden/Frankfurt. Das Spiel wird am Samstag um 19.30 Uhr wegen der Doppelbelegung der Hochtaunushalle in der Sporthalle des Taunusgymnasiums in Königstein angepfiffen.

Nicht nur See hofft, dass viele Handballfans aus Oberursel den rund neun Kilometer langen Weg in die Burgstadt auf sich nehmen, um sein Team zu unterstützen. Es dürfte so sehr gefordert werden wie in noch keinem seiner bisherigen sieben Saisonspiele. Eddersheim stellt dank 235 Treffern den mit Abstand besten Angriff der BOL. „Mein Respekt, sie sind sehr ausgeglichen besetzt und machen das vorne auch besser als wir“, sagt See. Während Oberursel bis dato „nur“ 182 Tore werfen konnte, hat der Spitzenreiter aber auch nur 132 kassiert. Ebenfalls ein Spitzenwert. Demgegenüber stehen schon 206 Gegentreffer auf Eddersheimer Seite. Zuletzt war der Mitfavorit aus dem Main-Taunus-Kreis bei der TG Rüsselsheim (26:32) und gegen den TuS Holzheim II (24:24) ins Straucheln geraten.

Der am Dienstag 40 Jahre alt gewordene See kann auf seine beste Formation um Torjäger Bennet Wienand (39 Treffer) zurückgreifen und ist guter Dinge, wenn er sagt: „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften.“

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