Hockeyspielerinnen aus Bad Homburg mit großem Talent: Hanna Metzner (links) und Cara Roth.
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Hockeyspielerinnen aus Bad Homburg mit großem Talent: Hanna Metzner (links) und Cara Roth.

Hockey, Hochtaunus

Hanna Metzner und Cara Roth: Zwei Talente mit klaren Vorstellungen

  • Thorsten Remsperger
    VonThorsten Remsperger
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So weit wie Hanna Metzner und Cara Roth brachten es kaum Hockeyspielerinnen aus Bad Homburg. Eine der beiden hofft auf die Nominierung für ein Länderspiel.

Bad Homburg -Heute ist ein besonderer Tag im Leben von Hanna Metzner und Cara Roth. Sie gehen in die Schule. Seit der Vorweihnachtszeit waren sie nicht mehr am Kaiserin-Friedrich-Gymnasium. Jetzt lässt es das Infektionsgeschehen wieder zu. Beim täglichen Online-Schooling fiel den beiden Teenagern aus Bad Homburg irgendwann die Decke auf den Kopf, wie man so schön sagt. Die Freude über den sogenannten Restart hält sich bei ihnen dennoch in Grenzen. Aber vielleicht ist es für sie als 15- beziehungsweise 16-Jährige auch nicht unnormal, so etwas nicht gleich zu zeigen. "Ich freue mich darauf, endlich meine Mitschüler wiederzusehen", erzählt Hanna Metzner dann doch strahlend.

Wenn sie auf diese fast fünf Monate andauernde, oft triste Zeit zurückblicken sollen, fällt den beiden Mädchen vor allem auf, wie wichtig der Sport für ihr Leben ist. "Würde ich nicht Hockey spielen, wären meine sozialen Kontakte sehr eingeschränkt gewesen", meint Hanna. "Durch das Training hatte ich einen tollen Ausgleich", ergänzt Cara, sich kurz an Schultage erinnernd, an denen sie als Zehntklässlerin von 8 bis 17 Uhr die Zeit fast durchgängig vor dem PC verbrachte.

Aus England eingeflogen, Lehrgang abgesagt

Weil die beiden Eigengewächse des HC Bad Homburg vom Deutschen Hockey-Bund (DHB) gesichtet wurden, gelten sie als Leistungssportlerinnen - mit dem Privileg, in der Pandemie keine längere Pause einlegen zu müssen. Die Auswahlspielerinnen durften sich regelmäßig zum Training treffen. Und auch vor einflussreichen Menschen ihr Können unter Beweis stellen. Darauf hatten sie allerdings lange warten müssen.

Hütet erst seit drei Jahren das Hockey-Tor: Hanna Metzner.

Nach der ersten Verschiebung im Sommer war auch der zweite Termin für den DHB-Sichtungslehrgang im Oktober abgesagt worden. Wegen des zweiten Lockdowns. Einen Tag vorher. Kurzfristiger geht's nicht. Cara war extra aus Birmingham eingeflogen, wo sie ein Auslandsschuljahr verbrachte, (negative) Corona-Tests am Flughafen hatten die Mädchen schon gemacht.

Am 24. und 25. März wurde dann in Ludwigsburg endlich gesichtet. Hanna Metzner, die 2020 zum SC 1880 Frankfurt gewechselt ist, hütet seitdem auch das Tor der U16-Nationalmannschaft. Und Cara Roth, die mit den B-Jugendlichen des HCH inzwischen eine Spielgemeinschaft mit dem MTV Kronberg bildet, gehört dem C-Kader an. So weit hat es bisher kaum eine Hockeyspielerin aus Bad Homburg geschafft (und nur wenige Spieler). Beide hatten 2019 die U14 ihres Heimatvereins zur Hessenmeisterschaft in der Feldsaison geführt.

Wenn die ganze Familie im Hockey-Fieber ist

Hockey nimmt nicht nur in Hannas und Caras Leben einen großen Platz ein. Auch in deren Familien. Ein anderer Sport sei für sie gar nicht in Frage gekommen, schmunzeln die Mädchen, die beim HC Bad Homburg zudem Jugendtrainerinnen sind. Caras ältere Brüder Max, Justus und Felix waren auch schon Kaderspieler - Max Roth lief sogar für Großflottbek in der 1. Bundesliga auf - Mama Alexa ist Zweite Vorsitzende des Vereins. Hannas älterer Bruder Philipp und ihr jüngerer Bruder Jakob spielen ebenfalls Hockey, deren Eltern Günther und Kathrin Metzner wirken munter beim HCH mit.

Gekonntes Dribbling: Cara Roth.

"Abgehärtet", erzählt Hanna Metzner, die für ihre 15 Jahre schon ganz schön souverän wirkt, habe sie aber das gemeinsame Fußballspielen mit Brüdern und Cousins. Dort habe sie immer mal den Ball abbekommen. Auch deshalb machte es ihr nichts aus, als sie vor drei Jahren im Hockeytor aushelfen sollte. Und prompt als Torfrau für die Sichtung des Hessenkaders eingeladen wurde.

Als Torfrau gibt es viel zu schleppen

"Meine Eltern hatten es mir eigentlich verboten", lächelt Hanna. Nicht weil's so gefährlich ist, sondern weil die rund 20 Kilogramm wiegende Torwartausrüstung ja irgendwie zu Training und Spielen kommen muss. "Mein Papa hat dann einen Fahrradanhänger gebaut", erzählt Hanna. "Und ich habe noch keine Sekunde bereut, dass ich Torfrau geworden bin."

Inzwischen hat Hanna Metzner schon den ersten DHB-Lehrgang hinter sich und hofft auf erste Länderspieleinsätze. Diesen Status würde sie gerne halten, im Herbst im hockeyverrückten England zur Schule gehen, auch um in ihrem Sport weiter gefördert zu werden, und später in einer deutschen "Hockeystadt", wie sie sagt, studieren. Cara Roth möchte sich im Sommer nochmals für höhere Kader empfehlen und "mal in der 1. Bundesliga spielen".

Klare Ziele. Die Mädchen wissen, was sie wollen. Heute geht's aber erst einmal wieder in die Schule.

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