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Auch Tobias Baum konnte die Niederlage seines TuS Holzheim nicht verhindern.

Handball-Landesliga Mitte

TuS mit Harakiri statt Strategie

Nur eine Woche nach dem überzeugenden Auftritt in Linden haben die Landesliga-Handballer des TuS Holzheim beim TSV Griedel wieder ihr anderes Gesicht gezeigt.

Die knappe Niederlage im letzten Spiel des Jahres beim TSV Griedel macht den TuS Holzheim mittlerweile schon zum Lieblingsgegner der Butzbacher Vorstädter in der Handball-Landesliga Mitte.

TSV Griedel – TuS Holzheim 28:27 (17:12). TuS-Trainer Christian Bittkau zeigte sich beinahe fassungslos ob der Leistung seiner Schützlinge. In einem von der Atmosphäre her über weite Phasen fast schon heimelig anmutenden Umfeld wollte die eine, weil nur mit neun Feldspielern angetretene Mannschaft (Griedel), nicht viel mehr, als den Gegner einlullen, und die andere (Holzheim) präsentierte sich gegen das langatmige Ballgeschiebe in gönnerhafter, vorweihnachtlicher Geberlaune. „Wir haben auswärts ja schon einiges liegen gelassen, aber diese Leistung heute hat im negativen Sinne alles getoppt. Hier darfst du nicht verlieren.“ Das sollte nicht despektierlich gegenüber den Einheimischen klingen, sondern war das Ergebnis einer Analyse der eigenen Leistung.

Die behäbige Spielweise der Griedeler kam Holzheim zwar nicht entgegen, aber anstatt die unzähligen durchaus gut ins Zeitspiel gezwungenen Angriffe auch bis zuletzt konsequent zu verteidigen, schlief meistens irgendwo dann doch einer, und es setzte Gegentore. Bittkau agierte mit einer 5:1-Deckung gegen TSV-Spielmacher Nils Siek, aber ein Festhalten an der gleichen Abwehrstrategie, als sich Griedels Haupttorschütze an den Kreis fallen ließ und Steffen Strasheim im mittleren Rückraum auflief, erwies sich nicht als die glücklichste Ausrichtung. Denn irgendwie kam die Kugel dann doch immer wieder an den Kreis oder zu den Außen.

Aber auch ohne Tempospiel hätte es reichen müssen, die Wetterauer mit spielerischem Geschick zu bezwingen. Was der TuS-Angriff jedoch an hundertprozentigen Gelegenheiten (drei verworfene Siebenmeter, rund ein halbes Dutzend ausgelassener Gegenstöße) verballerte, ging auf keine Kuhhaut. Zu Beginn der zweiten Hälfte schien die Begegnung zu kippen. Die Aar-Handballer, bei denen in der Summe Dominik Lazzaro und Davin Nink die einzigen Lichtblicke waren, schlossen von 12:17 zum 16:17 auf. Aber wann immer sich die Gelegenheit bot, die konditionell immer mehr nachlassenden Hausherren ins Schwitzen zu bringen, ging die Kaltschnäuzigkeit wieder verloren: Maximilian Schenk und David Schwarz verwarfen zwei Strafwürfe, Tobias Baum und Marco Becker vergeigten zwei Tempogegenstöße. „Wir haben viel zu viel Harakiri gespielt“, schüttelte Bittkau auch über einen absurden Gegenstoßpass von Marco Becker beim Stand von 26:26 fassungslos den Kopf.

Holzheim: Linke, Marcel Schenk, Nink (4), Rompel (2),Becker (2/1), Giebenhain (1), Lazzaro (4), Wolfgram (2/1), Dettling, Grandpierre (1), Max Schenk (6/3), Hien (2), Baum (2), Schwarz (1/1) – SR: Rudert/Glaab (TV Großwallstadt/TV Hösbach) – Zuschauer: 100 – 7 m: 4/3 – 9/6 – Zeitstrafen: 8 Minuten – 4 Minuten.

(cfr)

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