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Hart wie Westerwälder Basalt: FC Dorndorf - ein Erfolgsmodell

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Der Gruppenliga-Meister und Kreispokalsieger FC Dorndorf präsentiert sein erfolgreiches Team. Hinten, von links: Junmoon Park, Kerim Hindic, Florian Kröner, Samim Mansur, Fabio Dahlem und Thomas Wilhelmy; Mitte, von links: Trainer Florian Hammel, Co.-Trainer David Koca, Mo Zouaoui, Taha Erol, Ajmir Koochi, Leon Blech, Mario Schneider und Jonas Lahnstein (1. Vorsitzender); vorne, von links: Max Kunz, Luca Krugel, Maximilian Vogt, Maximilian Münster, Lukas Krahnefeld, Mikael Koyun, Marcel Jede und Niclas Schneider. Es fehlen: Franjo Tuzlak, Oli Cano Cifuentes, Agron Dervishaj und Daniele Parisi.
Der Gruppenliga-Meister und Kreispokalsieger FC Dorndorf präsentiert sein erfolgreiches Team. Hinten, von links: Junmoon Park, Kerim Hindic, Florian Kröner, Samim Mansur, Fabio Dahlem und Thomas Wilhelmy; Mitte, von links: Trainer Florian Hammel, Co.-Trainer David Koca, Mo Zouaoui, Taha Erol, Ajmir Koochi, Leon Blech, Mario Schneider und Jonas Lahnstein (1. Vorsitzender); vorne, von links: Max Kunz, Luca Krugel, Maximilian Vogt, Maximilian Münster, Lukas Krahnefeld, Mikael Koyun, Marcel Jede und Niclas Schneider. Es fehlen: Franjo Tuzlak, Oli Cano Cifuentes, Agron Dervishaj und Daniele Parisi.  © Verein

Zum Start unserer Serie „Meister im NNP-Land“ geht es heute um den FC Dorndorf, der in der abgelaufenen Saison Großartiges geleistet hat. Mit nur zwei Niederlagen auf dem Konto wurde die Mannschaft von Spielertrainer Florian Hammel Meister der Fußball-Gruppenliga Wiesbaden und holte zudem den Kreispokal. Für das „Abenteuer Verbandsliga“, das die Schwarz-Weißen schon aus der Vergangenheit kennen, gibt sich der Coach ebenso selbstbewusst wie mutig.

VON PATRICK JAHN

Gefühlt war es für die Dorndorfer ein „Start-Ziel-Sieg“ in der Gruppenliga Wiesbaden. Zwar hatte sich mit der TuS Hornau über weite Teile der Saison ein einziger Konkurrent als hartnäckig erwiesen, doch alleine der Saisonstart der Truppe von Spielertrainer Florian Hammel war schon einzigartig gut. Zehn Siege zum Auftakt, darunter am 5. Spieltag der wichtige Last-Minute-2:1-Erfolg gegen Hornau, sorgten dafür, dass der FCD schon früh zum Maß aller Dinge avanciert war.

Was vor allem in dieser Frühphase der Saison auffallen sollte, war die Tatsache, dass die Schwarz-Weißen gleich fünf ihrer zehn Spiele mit nur einem Tor Differenz gewannen - oftmals sogar erst in den Schlussminuten. Vor allem in puncto Fitness und Willensstärke sicherlich ein Zeichen, wie sehr die Mannschaft zu jeder Zeit des Spiels an sich glaubt - gepaart mit dem nötigen Quäntchen Glück.

Dann aber sollte ein Kontrahent kommen, der den Westerwäldern die erste kleine „Delle“ verpasste: Dem FC Eddersheim 2 war es gelungen, beim 1:1 im „Oiwernpark“ die weiße Weste zu beflecken. Die zweite Mannschaft des Hessenligisten war es im Übrigen auch, die einige Monate später dafür sorgte, dass der FC Dorndorf beim 1:3 im Rückspiel seine erste Niederlage quittieren musste. Zu diesem Zeitpunkt (30. März) aber war die Pleite absolut zu verschmerzen. Nach vier weiteren Erfolgen im Herbst folgten beim FC Bierstadt (1:1) und gegen die SG Oberliederbach (0:0) zwei Remis, ehe der FCD bei der TSG Wörsdorf mit einem krachenden 6:0 das Fußballjahr 2021 erfolgreich beendete.

Zu diesem Zeitpunkt war klar, dass mit der um vier Zähler schwächeren TuS Hornau nur ein Widersacher in der Lage war, einigermaßen Schritt zu halten. Die Kelkheimer, die mit ihrer jungen Mannschaft in der Offensive das Maß aller Dinge waren, hatten in der Winterpause durchaus die Hoffnung, den FC Dorndorf noch zu überflügeln.

„Von Anfang an vom Titel geträumt“

Ob Florian Hammel trotzdem schon nach dem starken Saisonstart auf den Titel spekuliert hatte? „Natürlich haben wir von Anfang an davon geträumt. Nach zehn Siegen hintereinander hatten wir auch die Hoffnung, das Ziel erreichen zu können. Als im Laufe des Jahres 2022 aber unser Vorsprung auf sieben, beziehungsweise zehn Punkte angewachsen war, ist es uns so langsam gedämmert, dass wir Meister werden würden“, sagt er.

Maßgebend hierfür war der perfekte Start ins laufende Jahr: Sechs „Dreier“ zum Auftakt, diesmal auch mit überwiegend klaren Resultaten, hatten auch bei der TuS Hornau Spuren hinterlassen. Der Tabellenzweite vermochte dem Druck nicht mehr standzuhalten und musste abreißen lassen. Der Weg war also frei für die Schwarz-Weißen, denen die 1:3-Pleite beim FC Eddersheim 2 und ein ärgerliches Last-Minute-Remis bei der SG Oberliederbach (1:1) nicht wirklich weh getan hatten. Fortan lief der Motor wieder, was sechs Erfolge nach Gang wieder eindrucksvoll belegten.

Fehlte nur noch der Tag, an dem es dann auch rechnerisch fix war: Am Dienstag, 17. Mai war Schlusslicht SG Selters zum Kreisderby zu Gast und verlor 0:1 - was folgte waren wunderbare Jubelszenen, Bierduschen und eine Meisterfeier bis tief in die Nacht. Dass es einige Tage danach bei der TuS Hornau eine 1:3-Niederlage setzte, hatte nur noch statistischen Wert. Die letzten beiden Spiele gewann der Gruppenliga-Meister wieder standesgemäß und hatte letztlich saftige 15 Zähler Vorsprung auf den Zweiten.

Und nicht zu vergessen: Der Kreispokalsieg gegen Hessenligist SV Rot-Weiß Hadamar an Christi Himmelfahrt (3:2), der dafür sorgte, dass die Dorndorfer aus dem Feiern gar nicht mehr richtig herauskommen sollten.

Auf die Frage, was denn der Schlüssel für eine derart erfolgreiche Saison war, meint Florian Hammel: „Wir sind als Mannschaft einfach sehr gut zusammengewachsen, hatten vor der Runde keine große Fluktuation, sondern hatten uns nur punktuell verstärkt. Es hat einfach alles gepasst - auch die Breite im Kader, durch die wir noch mehr an Qualität gewonnen haben.“ Natürlich verfügt der FCD über Ausnahmespieler in seinen Reihen, doch der Trainer und Keeper in Personalunion schwört auf sein Kollektiv. „Ein absoluter Gewinn für uns war auch David Koca, der als Co-Trainer der verlängerte Arm der Mannschaft ist und mich in allen Bereichen unterstützt - ein wichtiger Faktor.“

„Es ist gelungen, den Kader zu verstärken“

Mit dem Beginn der Vorbereitung auf die Verbandsliga Mitte, in der wieder drei Teams aus dem Fußballkreis Limburg-Weilburg an den Start gehen werden, hofft der Coach natürlich, dass es so gut weitergeht wie bisher. Wie sehen die Ziele aus? Florian Hammel: „Trotz der Abgänge von Leistungsträgern wie Mohamed Zouaoui oder Thomas Wilhelmy ist es uns gelungen, den Kader zu verstärken. Wir wollen einen einstelligen Tabellenplatz erreichen, auch wenn das primäre Ziel natürlich erst einmal der Klassenerhalt ist. Dafür wird es aber wichtig sein, von Verletzungen weitgehend verschont zu bleiben.“

Die Fakten der Dorndorfer Saison 2021/2022:

- beste Defensive (35 Gegentore)

- drittbeste Offensive (96 Tore)

- Platz 1 in der Fairplay-Wertung

- beste Torschützen: Florian Kröner (22 Tore), Thomas Wilhelmy (21)

- meiste Einsätze: Florian Kröner (34 Spiele, 3006 Einsatzminuten)

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