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Jason Schäfer (SV Rot-Weiß Hadamar) bringt den Ball vor dem Bad Vilbeler Vladimiros Safaridis in den Strafraum.

Fußball-Hessenliga

Harte Geduldsprobe für die Rot-Weiß-Fans

Lange mussten die Spieler des SV Rot-Weiß Hadamar in der Fußball-Hessenliga einem 0:1-Rückstand gegen den FV Bad Vilbel herlaufen. Erst in der 87. Minute rettete Mirco Paul dem Team von Stefan Kühne wenigstens einen Punkt.

SV Rot-Weiß Hadamar – FV Bad Vilbel 1:1 (0:1). Ein „Sonntagsschuss“ am Samstagnachmittag musste für Rot-Weiß in der Schlussphase wenigstens für die unter dem Strich gerechte Punkteteilung gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner herhalten. FV-Trainer Amir Mustafic war trotz des späten Ausgleichs nicht geknickt: „Es ist zwar schade, dass wir die wenigen Minuten, die noch zu spielen waren, nicht schadlos überstanden haben, aber ich bin trotzdem stolz auf meine Mannschaft, weil wir sowohl in der Defensive als auch offensiv eine starke Leistung gezeigt haben.“ Zumindest die Feststellung bezüglich der Defensivleistung seiner Spieler muss man bestätigen.

Dass die Mannschaft aus der Wetterau sieben ihrer bisher neun Punkte auf fremden Plätzen gewonnen hat, kommt nicht von ungefähr. Früh anlaufen, dem Gegner wenig Raum lassen, zu Fehlabspielen zwingen und ein körperbetontes Spiel – das war das Rezept der Vilbeler. So mühte sich Hadamar über weite Strecken vergebens, Struktur ins Offensivspiel zu bringen und Chancen zu kreieren. Eine Kopfballverlängerung nach Einwurf von Philipp Basmaci auf Jason Schäfer, die im letzten Moment geklärt wurde, und ein Kopfball von Matthias Neugebauer, der knapp am langen Pfosten ins Toraus ging, waren die zwei einzigen erwähnenswerten Chancen des SV Hadamar in Halbzeit eins.

Bad Vilbel machte nach einer Ecke das 0:1 (34.). Schütze Visar Gashi hatte allerdings sträflich frei gestanden und keine Mühe gehabt, per Kopfball einzunicken. Bis dahin hatten die Quellenstädter nicht eine einzige Chance gehabt.

Das Offensivspiel der Hadamarer sollte sich auch im zweiten Abschnitt nicht bessern. Ein Kopfball Luca Tellers, der Keeper Steinbrecher nicht forderte (52.), war bis in die Schlussviertelstunde die einzige halbwegs gefährlich Aktion. Entsprechend wenig angetan war Rot-Weiß-Coach Stefan Kühne: „Mit der heutigen Leistung war ich überhaupt nicht zufrieden. Dass wir einen kleinen Kader haben und die dritte englische Woche anstand, in der wir viel Kraft gelassen haben, will ich als Entschuldigung nicht gelten lassen. Es fehlt bei uns momentan sowohl die körperliche als auch geistige Frische.“

Auch die taktische Umstellung nach gut einer Stunde mit der Einwechselung von Mirco Paul, der den Platz von Jonas Herdering in der Innenverteidigung einnahm, und der Kapitän auf seine angestammte Position ins Mittelfeld ging, sowie der Tausch von Philipp Basmaci auf Jacob Pistor blieb zu nächst ohne Wirkung. Fast wären die Fürstenstädter durch eigenes Zutun mit 0:2 in Rückstand geraten. Der wenig beschäftigte Leon Hasselbach leistete sich ein Fehlabspiel in die Füße von Vilbels Jeff Thielmann, der das „Geschenk“ nicht zu verwerten wusste und das Leder am leeren Tor vorbeischoss (71.).

In der Schlussphase rafften sich die Rot-Weißen noch einmal auf. Marian Dillmann schaltete sich nach vorne mit ein und hatte Pech, dass sein Schuss auf der Torlinie für den geschlagenen Keeper von einem Abwehrbein geklärt wurde (77.). Wie beim Tischtennis sprang der Ball im FV-Strafraum (85.) von einem Abwehrbein zum anderen. Schließlich wurde das Anrennen doch noch belohnt: Mirco Paul traf nach einem zu kurz abgewehrten Ball mit einem schulmäßigen Distanzschuss flach aus 18 Metern unten rechts ins Schwarze und rettete seiner Mannschaft wenigstens noch einen Punkt.

„Die Moral stimmte bei unserer Mannschaft, und wir haben uns mit dem Ausgleich belohnt. Das war es aber an Positivem, was ich zu diesem Spiel sagen kann“, so ein ziemlich ernüchternd wirkender Stefan Kühne.  rei

Hadamar: Hasselbach, Rücker (32. Teller), Herdering, Dillmann, Wölfinger, Math. Neugebauer, Velimir, Mark. Neugebauer (60. Paul), Kittel, Basmaci (60. Pistor), Schäfer – Bad Vilbel: Steinbrecher, Tiago, Tochihara, Gashi, Knauer, Chichutek, Malkiewicz (70. Bouembe), Emmel, Biehrer, Thielmann (82. Pandza), Safaridis – Zuschauer: 180 – SR: Haustein (Buseck) – Tore: 0:1 Visar Gashi (34.), 1:1 Mirco Paul (87.).

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