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16.02.2019, Hockey, Süddeutsche Meisterschaften Männliche Jugend A, HC Bad Homburg - Kreuznacher HC

Hockey, Süddeutsche Meisterschaften

Das HCH-Phänomen

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Erstmals richtet der HC Bad Homburg süddeutsche Meisterschaften im Hallenhockey aus. Rund 300 Zuschauer sehen begeisternden Sport.

Es gibt nicht wenige Hockey-Liebhaber, die glauben, es handele sich dabei um ein HCH-Phänomen. Dass eine Mannschaft der Kurstädter erst zurückliegen muss, manchmal auch deutlich, um dann noch aufzudrehen und die Wende im Spiel herbeizuführen.

Diese Comeback-Qualitäten stellte auch die A-Jugend des HC Bad Homburg bei den süddeutschen Meisterschaften in der Hochtaunushalle unter Beweis. Ein Glück für die Spieler, Verantwortlichen und vielen emsigen Helfer des Ausrichters – denn so gelang den Hausherren, als Außenseiter angetreten, der Sprung auf den fünften Platz, was auch ein Happy End aus sportlicher Sicht bedeutete.

Aus organisatorischer Sicht war die reibungslos verlaufene Veranstaltung mit jeweils rund 300 Zuschauern an beiden Tagen (die Teams nicht mitgerechnet) ohnehin ein großer Erfolg. „Viele Zuschauer und Gäste haben schon gefragt, ob wir nicht auch in dieser wunderschönen Halle der Stadt demnächst die deutschen Meisterschaften ausrichten möchten“, freute sich Ruth Westermann, Vorsitzende „einer der am schnellsten wachsenden Bad Homburger Vereine“, wie Bürgermeister Hetjes in seiner Ansprache vor dem Finale zwischen dem SC 80 Frankfurt und HC Ludwigsburg (4:0) feststellte.

So weit sind die Macher des 528 Mitglieder starken Clubs noch nicht. Sie erfreuen sich erst einmal des Lobes der acht teilnehmenden Nachwuchsteams aus vier Bundesländern. Bis ins Detail war das Rahmenprogramm des Wettbewerbs durchgeplant: vom reichhaltigen Catering über die richtige Musik nach den Toren des jeweiligen Teams bis zu Live-Übertragungen via Youtube-Kanal mit mehreren Kameras und Kommentatoren.

Für die Bad Homburger Fans verliefen fast alle Spiele der Mannschaft von Trainer Moritz Schneider aufregend. Nach dem 0:4-Fehlstart gegen den Münchner SC hatte der HCH den hohen Favoriten TSV Mannheim am Rande einer Niederlage, kassierte erst 30 Sekunden vor dem Ende der 30-minütigen Spielzeit das 2:2 und vergab noch eine Strafecke. Somit reichte der 3:1-Erfolg (nach 0:1-Rückstand) gegen den Kreuznacher HC nur für die Platzierungsrunde, in der die Gastgeber gleich zweimal mit zwei Toren zurücklagen. Zunächst gegen den TSV Schott Mainz (nach 0:2 noch 5:3) und dann gegen TuS Obermenzing. Im dramatischen Spiel um den fünften Rang drehten Florian Gümmer und Justus Roth (2) mit ihren Toren einen 1:3-Rückstand noch zum umjubelten 4:3-Sieg um. Gefeiert wurden die heimischen Tore übrigens zum Hit „Bomb A Drop“ von Garmiani.

 „Ich bin einfach unheimlich stolz“, sagte Trainer Schneider, der früher für Frankfurt in der Bundesliga spielte. „Die Jungs haben alles in die Waagschale geworfen. Heraus sprang ein hervorragender fünfter Platz, der sogar noch unglücklich ist, wenn man das Spiel gegen den TSV bedenkt.“ Die Homburger Spieler, von denen Justus Roth (6) hinter dem Frankfurter Tom Blümmel (7) auf Rang zwei der Torschützenliste landete, freuten sich vor allem darüber, bei den „Süddeutschen“ nur ein Spiel verloren zu haben. Dazu schossen sie mit 17 Treffern die meisten Tore aller Teams.

„Das sind Leistungen, die allen als Beispiel dafür dienen können, was ein großer Wille, Teamgeist und Disziplin bewegen können“, lobte ihr Trainer. Denn die Gastgeber haben im Vergleich zur Konkurrenz – teilweise mit Jugendnationalspielern angetreten – keinen aktuellen Hessenauswahlspieler im Kader. Schon die Qualifikation als Zweiter der Hessenmeisterschaften hatte der HCH als Erfolg gefeiert. Sozusagen setzte der Hockey-Nachwuchs jetzt das Sahnehäubchen.

Ergebnisse

Gruppe 1: TSV Mannheim Hockey – Kreuznacher HC 5:0, Münchner SC – HC Bad Homburg 4:0, HC Bad Homburg – TSV Mannheim 2:2 (HCH-Tore: Justus Roth, Jonathan Eiser), Kreuznacher HC – Münchner SC 0:6, HC Bad Homburg – Kreuznacher HC 3:1 (HCH-Tore: Eiser, Roth, Nico Hannemann), TSV Mannheim – Münchner SC 2:0. Tabelle: 1. Mannheim Hockey 7 Punkte/9:2 Tore, 2. München 6/10:2, 3. Bad Homburg 4/5:7, 4. Bad Kreuznach 0/1:14.

Gr. 2: SC 80 Frankfurt – TuS Obermenzing 1:0, TSV Schott Mainz – HC Ludwigsburg 2:3, HC Ludwigsburg – SC 80 Frankfurt 1:1, TuS Obermenzing – TSV Schott Mainz 2:2, HC Ludwigsburg – TuS Obermenzing 1:2, SC 80 Frankfurt – TSV Schott Mainz 4:2. Tabelle: 1. Frankfurt 7/6:3, 2. Ludwigsburg 4/5:5, 3. Obermenzing 4/4:4, 4. Mainz 1/6:9.

Platzierungsrunde: HC Bad Homburg – TSV Schott Mainz 5:3 (HCH-Tore: Florian Gümmer 3), Justus Roth 2), Kreuznacher HC – TuS Obermenzing 1:4. Spiel um Platz 7: Mainz – Bad Kreuznach 5:1. – Spiel um Platz 5: Obermenzing – Bad Homburg 3:4 (HCH-Tore: Gümmer 2, Roth 2).

Halbfinale: TSV Mannheim – HC Ludwigsburg 6:7 nach Shootout, SC 80 Frankfurt – Münchner SC 2:0. Spiel um Platz 3: Mannheim – München 6:7 n. S. – Finale: Ludwigsburg – Frankfurt 0:4. (die besten drei sind für die deutschen Meisterschaften qualifiziert)

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