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Patrick Gilles (Mitte) und Ergin Cakar (links) haben in dieser Saison mit der SG Eschbach/Wernborn viel Spaß.

Fußball, Kreisliga A Hochtaunus

Das Herzstück von Meister SG Eschbach/Wernborn ist der Angriff

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Im dritten Anlauf ist der Aufstieg gelungen: Dass sich die SG Eschbach/Wernborn schon frühzeitig den Titel in der Fußball-Kreisliga A Hochtaunus sicherte, hat einige Gründe.

Eine Überraschung war es nicht, dass sich die Fußballer der SG Eschbach/Wernborn schon am viertletzten Spieltag der Saison 2018/19 den Titel in der Kreisliga A gesichert haben. „Die Frage muss erlaubt sein: Findet die Meisterschaftsfeier der SG Eschbach/Wernborn Ende Mai im Bürgerhaus in Eschbach statt oder in der Eichkopfhalle in Wernborn?“ hatte sich der Mitarbeiter unserer Zeitung schon in der Fußball-Beilage für die Saison 2018/19 im August als profunder Kenner der Liga erwiesen.

Die Antwort: Gefeiert wird der Titelgewinn aller Wahrscheinlichkeit nach am 1. Juni auf dem Sportplatz-Gelände in Eschbach. „Wir wollen erst einmal abwarten, ob die zweite Mannschaft den Aufstieg in die Kreisliga A schafft und gehen dann in die endgültige Planung“, sagt Sven Oldenburg, seit März Abteilungsleiter des TuS Eschbach.

Er hofft, dass die Fußballer die Erfolgsgeschichte des Nachbarclubs SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach kopieren können, der vor Jahresfrist mit der 1. und 2. Mannschaft den Sprung in die Kreisoberliga und A-Klasse geschafft hatte. Gemeinsam mit der SG Wehrheim/Pfaffenwiesbach bildet die SG Eschbach/Wernborn übrigens schon seit zwei Jahren eine Jugend-Spielgemeinschaft mit derzeit zwölf Mannschaften.

Für Trainer Klaus Schöneich, der zu Saisonbeginn 2016/17 sein Traineramt bei der SG Eschbach/Werborn angetreten hat, endet am 26. Mai mit der Partie beim 1. FC Oberursel nach drei Jahren eine erfolgreiche „Dienstfahrt“, da für ihn am Ende der Runde wie für seinen Co-Trainer Friedel Enders der Job beendet ist. „In einem harmonisch verlaufenen Gespräch mit den Vorstandsmitgliedern haben wir Mitte April beschlossen, unsere Zusammenarbeit zu beenden“, lautete die Mitteilung dazu. Mit Andreas Arr-You (siehe unten stehenden Text) hat der Aufsteiger zwischenzeitlich einen Nachfolger verpflichtet.

„Die Neuzugänge sind allesamt ein Glücksgriff gewesen“, nennt der Meistermacher neben der guten Trainingsbeteiligung („Nie unter 20 Spieler“) als Begründung dafür, warum es im dritten Anlauf endlich mit dem Sprung in die Kreisoberliga geklappt hat. Murat Kaya (vom FC Ay-Yildizspor Usingen), Jan Zimmermann, Patrick Gilles, Kai Schroers (alle vom FC Neu-Anspach), Dennis Helwig (vom SV Hoch-Weisel), Luka Juko, Tim Körner und Leon Schmidt (alle A-Jugend Usinger TSG) waren vor der Saison gekommen. „Shooting-Start“ ist für Schöneich aber Tim Körner – Filius des Spielausschuss-Vorsitzenden Stefan Körner: „Er ist immer hochmotiviert, fleißig im Training und begierig darauf, sich weiter zu entwickeln.“

Mit 107 Treffern in den bisherigen 26 Begegnungen hat die SG Eschbach/Wernborn bereits die 100-Tore-Marke geknackt und mit 22 Gegentreffern verfügt Schöneich über die zweitbeste Abwehr nach Verfolger SG Eintracht Feldberg, der allerdings erst 25 Spiele ausgetragen hat. „Ein ganz wesentlicher Faktor für die Meisterschaft ist der tolle Zusammenhalt der Mannschaft gewesen, die von Beginn an mit großer Leidenschaft für diesen Erfolg gearbeitet hat“, sagt Schöneich aber auch. 23 Siege im Zeitraum vom 12. August bis 30. April sprechen eine deutliche Sprache. Die einzige Niederlage gab es am 18. November mit einem 1:2 bei Eintracht Feldberg, die beiden Unentschieden haben dem Spitzenreiter Eintracht Feldberg (4:4 am 1. Spieltag) und der 1. FC 04 Oberursel (2:2) abgerungen. Im Parade-Angriff der Spielgemeinschaft zeigten sich Routinier Ergin Cakar mit 34 Treffern (auf dem besten Weg zur TZ-Torschützentrophäe in der Gruppe C), Kapitän Patrick Gilles (23), Daniel Maibach (16) und Murat Kaya (13) am torhungrigsten.

Der neue Trainer steht schon in den Startlöchern

Menschen, die darunter leiden, dass ihr Zeitmanagement nicht sonderlich gut funktioniert, sollten sich bei Andreas Arr-You vielleicht einmal ein paar Tipps holen. Der 47-jährige Fußballer aus Leidenschaft bekommt neben seinem Hauptberuf als Koch nämlich mühelos noch vier Trainertätigkeiten unter einen Hut und findet es auch nach fast 25 Ehejahren noch immer höchst erholsam, nach getaner Arbeit abends in entspannter Atmosphäre in seiner Wohnung in Bommersheim mit seiner Ehefrau noch ein Gläschen Rotwein zu trinken. Jetzt freut er sich aber auch noch auf einen neuen Trainer-Job.

„Die Chemie hat auf Anhieb gestimmt“, sagt Arr-You, der im Juli die Nachfolge von Klaus Schöneich beim Kreisoberliga-Aufsteiger SG Eschbach/Wernborn antreten wird. Damit hat er es in der Saison 2019/20 nicht allzu weit von Neu-Anspach, wo er die U 19-Verbandsliga-Mannschaft des FCNA trainiert, bis zu den Sportplätzen am Eschbacher Bürgerhaus oder an die Elfengrube in Wernborn. Dass er auch in der kommenden Spielzeit die A-Jugendlichen des FC Neu-Anspach trainieren wird, hat er mit dem Vorstand des Kreisliga-A-Meisters bereits abgesprochen.

Wie das unter einen Hut zu bringen ist? „Montags, mittwochs und freitags trainiere ich von 19 bis 21 Uhr in Neu-Anspach; dienstags und donnerstags bei der SG Eschbach/Wernborn“, erklärt er und sieht da keinerlei Konflikte. Der frühe Dienst-Schluss gegen 15 Uhr ermöglicht es dem Küchen-Chef beim Pharmaunternehmen Stada in Bad Vilbel sogar noch, die E-Jugend des FV Stierstadt zu trainieren und beim Verbandsligisten TSV Vatanspor Bad Homburg sowie in Stierstadt die Torhüter (beim FVS im Senioren- und Nachwuchsbereich) zu schulen. Arr-You, der die Trainer-B-Lizenz und die DFB-Torwarttrainer-Lizenz besitzt, hat im Laufe seiner Übungsleiter-Tätigkeit unter anderem schon beim EFC Kronberg, beim FC Reifenberg, TSG Wieseck, FC Bayern Alzenau und dem FV Bad Vilbel als Trainer gearbeitet und bekam im Januar 2018 durch die Freundschaft mit Torhüter Marcel Dumann Kontakt zu Stierstadt – sowie nach dessen Wechsel zum TSV auch zu Vatanspor.

„Was ich an meiner Arbeit im Fußballbereich so sehr schätze, ist neben der Entwicklung der Sportler die Tatsache, dass man mit sehr vielen interessanten Menschen zusammen kommt“, sagt Arr-You, warum er sich nach wie vor keine schönere Freizeitbeschäftigung vorstellen kann. Andreas Arr-You: „Aktuell zum Beispiel Ibrahim Cigdem bei Vatanspor, der in jeder Hinsicht eine ausgeprägte Persönlichkeit ist, obwohl Bad Homburg seine erste Trainerstation ist. Wir profitieren beide voneinander“.

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