Hessen Dreieich erspielt sich ein „aufbauendes“ 0:0

  • schließen

Das Duell der Enttäuschten im Helmut-Schön-Sportpark verlief enttäuschend. Der SV Wiesbaden trennte sich von Hessen Dreieich 0:0, was beiden Clubs mit Blick auf das Klassement in der Fußball-Hessenliga nicht wirklich weiterhilft.

Die Stimmung auf den Rängen passte zum insgesamt trostlosen Kick – oder war ein Teil davon. Bei den Gastgebern drückt nicht nur auf die Laune, dass sie weit hinter ihren sportlichen Ansprüchen hinterher hinken. Auch die Verhandlungen über einen Zusammenschluss mit dem SV Wehen Wiesbaden haben offenbar Teile der Anhängerschaft verärgert. Jedenfalls waren diesmal nur knapp 200 Zuschauer da. Einige davon gaben sich als Fans des Drittligisten zu erkennen und demonstrierten mit Spruchbändern gegen die geplante Allianz. Dazu fiel die Lautsprecheranlage aus und damit gab es auch die üblichen Durchsagen nicht. Wobei: Viel hätte es ohnehin nicht zu vermelden gegeben.

Dreieich, das wie die Gastgeber bislang eine enttäuschende Runde spielt, trat sehr engagiert auf. Niko Opper nahm den Auftrag von Trainer Thomas Epp, keinen Zweikampf zu scheuen, einmal sogar zu wörtlich – er musste in der 32. Minute wegen einer Notbremse vom Feld. Aus Epps Sicht war das eine zu harte Entscheidung.

Die bis dahin durchaus auf Augenhöhe spielenden Dreieicher gerieten danach mehr unter Druck, Blerton Muca, Younes Bahssou und Rudi Hübner konnten die Chancen der Gastgeber aber nicht nutzen. Auf der Gegenseite hatte Daniele Fiorentino zwei Möglichkeiten und auch Loris Weiss kam einmal gefährlich zum Abschluss. Weil der Ball aber nicht ins Tor wollte, blieb Epp nur die Rolle des Mutmachers. „Auf dieser Leistung können wir aufbauen“, sagte der Ex-Profi – wieder einmal.

Was in Wiesbaden aufzubauen ist, darüber sollen zunächst am 23. November die Mitglieder im Rahmen einer Versammlung entscheiden. Eine Zwei-Drittel-Mehrheit ist nötig, um die Pläne einer strategischen Zusammenarbeit mit dem SV Wehen Wiesbaden weiter vorantreiben zu können. Spätestens wenn es dazu kommen sollte, wäre der vor der Saison zum Ziel erklärte Aufstieg in die Regionalliga sowieso vom Tisch, denn gehen beide Vereine zusammen und die jetzige Wehener Mannschaft ist dann noch Drittligist, müsste das heutige Wiesbadener Team sogar im Fall des sportlichen Aufstieges als dann Zweite Mannschaft in der Hessenliga verbleiben.

Für den Fall des Scheiterns des Zusammenschlusses hat Präsident und Hauptsponsor Andreas Reich seinen Rückzug angekündigt. Der in der ehemaligen Sowjetunion geborene Geschäftsmann, bei dem der Name Programm ist, wurde vor knapp einem Jahr zum Vereinschef gewählt und machte im „Wiesbadener Kurier“ auf eigenwillige Weise Werbung für sein Zusammenführungs-Projekt, indem er sagt: „Wiesbaden ist keine Fußball-Stadt.“

(rst)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare