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Der Dorndorfer Kerim Hindic (links) und der Dietkircher Kevin Kratz (rechts) duellieren sich.  Dahinter in Position: Ajmir Koochi, Lukas Hautzel und Mohammed Kazerooni.

Fußball-Kreispokal-Halbfinale

Die Hessenligisten kämpfen um den Pott

Die beiden Fußball-Hessenligisten SV Rot-Weiß Hadamar und TuS Dietkirchen stehen erwartungsgemäß im Kreispokal-Finale 2019/20, das anlässlich des 100-jährigen Jubiläums am kommenden Samstag, 29. August, beim SV Ellar ausgetragen werden soll. Sowohl das Verbandsliga-Team des FC Waldbrunn am Samstag als auch Gruppenligist FC Dorndorf am Sonntag hatten erbitterte Gegenwehr geleistet.

FC Waldbrunn – SV Rot-Weiß Hadamar 1:3 (0:2). „Wir wollten einen dreckigen Sieg, den haben wir.“ Hadamars Trainer Stefan Kühne brachte es nach dem für den Hessenligisten schweren Spiel auf den Punkt. Es war über lange Strecken kein Klassenunterschied zwischen dem gastgebenden Verbandsligisten und den Rot-Weißen erkennbar gewesen. Im Gegenteil: Hätte Steffen Moritz zwei seiner sehr guten Chancen im zweiten Abschnitt (56., 70.) genutzt, wer weiß, wer als Sieger vom Platz gegangen wäre.

Viel Respekt war in den ersten 15 Minuten beiderseits zu spüren gewesen. Hadamar spielte aus einer breiten Abwehr heraus, immer bedacht, den eigenen Mann zu finden. Die Waldbrunner bevorzugten in dieser Phase ein direktes Pressing. Jeder Spieler in Rot wurde bei Ballbesitz sofort von zwei Mann angegriffen. Dennoch rächte sich der Hessenligist mit dem 0:1. Nach einer mustergültigen Flanke durch den gesamten Strafraum stand Jerome Zey (23.) völlig frei und musste aus kurzer Distanz nur noch einschieben. Der FCW ließ mit seiner Antwort nicht lange auf sich warten, doch der Fernschuss von Claudius Fürstenau von links verfehlte sein Ziel nur hauchzart, und vier Minuten später (30.) verpasste Neuzugang Maxi Neuhof knapp den Ball. Nach einer tollen Kombination stand urplötzlich der Neu-Hadamarer Jacob Pistor komplett frei und schoss zum bis dahin beruhigenden 0:2 ein.

Waldbrunn startete im zweiten Abschnitt eine Druckphase, in der Hadamar Schwerstarbeit zu verrichten hatte. So in der 70. Minuten, als die Fürstenstädter nach einem Schuss von Steffen Moritz schon den Torschrei in den Wald schickten, doch SVH-Keeper Christopher Strauch noch in die linke untere Ecke tauchte. Den Ausgleich hatte erneut Steffen Moritz (83.) auf dem Fuß, doch er traf den Ball nicht richtig. Der eingewechselte Iddris Sedy schickte Jerome Zey in den menschenleeren FC-Strafraum; der Dorndorfer marschierte mutterseelenallein auf das Tor zu und schob mit dem Schlusspfiff zum 1:3 ins leere Tor ein. Ein Sonderlob geht an David Schäfer; der junge Waldbrunner war der beste Spieler auf dem Kunstrasenplatz. Zufrieden war am Ende auch der zweite FCW-Spielertrainer, Christian Mehr: „Darauf kann man aufbauen“, meinte er zur Leistung seiner Jungs.

Klaus-Dieter Häring

Waldbrunn: Erbse, Form, Egenolf, Neuhof (62. Zinndorf), Metovic, L. Scholl, D. Schäfer, Fürstenau, Horn, Moritz, Wilhelmy – Hadamar: Strauch, Paul (69. Jindra), Markus Neugebauer, Pistor (85. Basmaci), Zey, J. Schäfer, Velemir, Rücker, Herdering, Neugebauer, Teller (69. Sedy) – SR: Zanin (Wiesbaden) – Tore: 0:1 Jerome Zey (23.), 0:2 Jacob Pistor, 1:2 Maximilian Neuhof (53.), 1:3 Jerome Zey (90.+6) – Zuschauer: 180.

FC Dorndorf – TuS Dietkirchen 0:3 (0:1). Die gute Frühform, die den Dorndorfern allenthalben attestiert wurde, zeigte sich im ersten Durchgang gegen die zwei Spielklassen höher angesiedelten Dietkircher durchaus. Der FC igelte sich keineswegs ein, agierte mutig und aggressiv in den Zweikämpfen. Und doch passierte das, was der FCD in jedem Fall vermeiden wollte – ein früher Gegentreffer. Nach einer Freistoß-Hereingabe von Kevin Kratz aus halbrechter Position verfiel die heimische Defensive in kollektiven Sekundenschlaf, so dass Max Zuckrigl mit langem Bein die TuS-Führung besorgte (9.). Die Elf von Trainer Thorsten Wörsdörfer setzte zunächst die Akzente. Zumindest halbwegs gefährlich wurde es nach Robin Dankofs Freistoß aus zentraler Position, den Florian Hammel zur Ecke klärte (16.). Und auch bei Lukas Hautzels Distanzschuss knapp über den Querbalken mussten die Einheimischen die Luft anhalten (28.). So richtig im Spiel war die Truppe von Florian Hammel spätestens nach einer halben Stunde. Thorsten Wörsdörfer bemängelte: „Wir verlieren zu schnell die Bälle.“ Und genauso war es. Dorndorf sollte vier Minuten vor der Pause zur „Monster-Chance“ kommen: Nach Samim Mansurs flacher Hereingabe von rechts scheiterte Ricardo Bartoschek am starken Reflex Raphael Laux’, und auch beim Nachschuss reagierte der Schlussmann gegen Mikail Koyun bärenstark. Kurz vor dem Pausentee hätte Max Zuckrigl das Versäumnis auf der Gegenseite bestrafen können, doch sein Abschluss aus der Drehung ging am rechten Pfosten vorbei (45.).

Dorndorf war auch im zweiten Akkord gewillt, Paroli zu bieten. Das Tempo blieb hoch und die Partie absolut ansehnlich. Wenige Sekunden nach Wiederbeginn landete eine verunglückte Flanke Samim Mansurs an der Latte des Dietkircher Tores. Nachdem Emirhan Cakir auf der anderen Seite das beruhigende 0:2 verpasst hatte – Hammel rettete per Fußabwehr (53.) – , roch es ab und an nach dem möglichen Ausgleich. Glück hatte der TuS, als Ajmir Koochi nach langem Hammel-Abschlag seinen Heber über den Kasten setzte (63.). Bald darauf die Erlösung für den Hessenligisten: Hatte Florian Hammel einen saftigen Zuckrigl-Kopfball aus kurzer Distanz gerade noch so bravourös über die Latte bugsiert (69.), war er bei der folgenden Ecke und dem erneuten Kopfball Zuckrigls machtlos – 0:2 (70.). Der Bann war gebrochen. Robin Dankof erhöhte nach einer Hammel-Unsicherheit gar auf 0:3 (77.).

Patrick Jahn

Dorndorf: Hammel, Mansur, Park, Kazerooni, Parisi, Reifenberg, Tuzlak, Hindic, Koyun, Koochi, Kröner (Bartoschek, Jede, Erol) – Dietkirchen: Laux, Nickmann, Rademacher, Schmitz, Hautzel, Kratz, Dankof, Zuckrigl, Cakir, Kuczok, Böcher (Stahl, Königstein, Granja) – SR: Angermaier (SV Oberselters) – Tore: 0:1 (9.), 0:2 (70.) beide Maximilian Zuckrigl, 0:3 Robin Dankof (77.) – Zuschauer: 180.

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